Un-Schuld 27.04.2010, 14:43 Uhr 0 1

Sommerregen im Kopf - Blogeintrag.

Ich bin erstaunt, wieviel in ein paar Tagen passieren kann.

Ich meine, es gibt Phasen, in denen die Zeit im Sauseschritt rumgeht und eigentlich nichts passiert ist... und dann sind da diese unscheinbaren Tage, die total harmlos anfangen, aber in einem Sommergewitter enden. Ich persönlich mag Sommergewitter. Ich mag auch den Sommerregen. Besonders den im Kopf. Er wäscht alle Gedanken rein, bis nur noch das übrig ist, was man eigentlich wissen möchte.
Ähnlich wie beim 'richtigen' Regen, entstehen auch in meinem Kopf Sturzbäche und Rinnsale, die alles ausfüllen und sich ihren Weg suchen.
Manches Wasser sammelt sich in einer Sackgasse, bildet eine Pfütze. An anderer Stelle fließt es ungehindert und fröhlich seines Weges. Überall prasselt es, verschiedene Eindrücke stürzen auf einen ein, man riecht, man schmeckt, man hört den Regen. Und dann ist er auf einmal vorbei.

Man fühlt sich wie neugeboren, man hat gesehen, was der Regen nun alles gebracht, was er weggeschwemmt hat. Es duftet frisch und die Vögel singen wieder. Hie und da tropft es noch von den Blättern, man fühlt sich gestärkt und genährt.

So ein Sommerregen im Kopf ist toll. Die letzten Tage hat es viel geregnet in meinem Kopf und die ersten Frühlingsknospen stecken nun ihren Kopf aus der Erde und lassen Ruhe einkehren. Ein wirklich tolles Gefühl.
Ich habe so viele tolle Gefühle erleben dürfen in den letzten Tagen.
Ich mag versuchen, das Poetische nun mal mit den Geschehnissen in Verbindung zu bringen.

Am Samstag hatte ich jede Menge Leute bei mir Zuhause auf meiner Pizzaparty. Ich liebe es, soetwas zu veranstalten. Ich liebe es, für Andere zu kochen und ihnen eine Freude zu machen.
Nachdem im meine - zugegebenermaßen unaufgeräumte - Wohnung soweit hergerichtet hatte, dass ich mich nicht allzusehr schämen brauchte, hatte sich schon eine gewisse Grundzufriedenheit auf mein Gemüt gelegt.

Während ich Teigrollend und Pizzabelegend auf die hungrige Meute geschaut hatte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, wie schoen es ist, Freunde zu haben. Und wie schwer, welche zu finden. Ich mein - klar. Freunde hat man irgendwo. Aber ich finde es gibt Freunde und Freunde. Bei manchen merkt man einfach, dass man seinen Platz gefunden hat. Als hätte dieser Stuhl die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass ich mich draufsetze. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht freuen würde.
Gerade eben habe ich wieder eine wundervolle Bestätigung für dieses Gefühl bekommen. Leute, ich liebe euch jetzt schon wahnsinnig! Alle miteinander! :) Ihr seid ein toller Haufen! :)
Nach meiner Regenperiode (bitte keine nicht-vorhandenen Assoziationen aufbauen, danke!) strahlt bei mir die Sonne. Mir geht mein Herz so wahnsinnig auf! :)

Was mir dazu spontan einfällt (Ja Admi.. es ist Schund.):
(Siehe Link!)

Wie man unschwer erkennen kann, sind einige meiner Blütenknospen schon zu ausgewachsenen (Gänse-)Blümchen geworden.
Aber weiter im Text.

Die Pizzaparty war zwar leider recht schnell wieder rum, weil ich arbeiten musste, aber es hat mich echt gefreut, dass alle da waren (gell Jan? :-*). Dafür hab ich jetzt noch jeeede Menge Getränke zuhause stehen und Zeug zum Cocktailmixen. Ich würd behaupten, die nächste Party steigt bei mir, hmmh? :)

Nachdem ich dann von der Arbeit wieder heimgekommen bin (und von Admi und Roman ein Eis bekommen hatte <3), haben wir große Sammelrunde gemacht und sind in's Final gefahren.
Ich mag den Club wirklich. Er ist nicht die Bombe, nicht der Billigste aber ich bin gern da. Ich mag die Stimmung und die roten Wände. Die Cocktails und die Gesellschaft. Und die Tanzfläche. Ja, die Tanzfläche ist definitiv ein Archievement wert. Die, die anwesend waren, wissen ja wieso. Auch wenn ich doch sehr über das "na endlich!" schmunzeln musste. Hab ich erwähnt, dass ihr toll seid? <3

An dem Abend ist der Sommerregen zu einem sanften, streichelnden Nieseln geworden, dass mich sanft zugedeckt hat.

Kennt ihr das Gefühl, aufzuwachen und zu denken, dass die Zeit stehengeblieben ist? Dass garnichts eine Situation zerstören kann?
Genau so bin ich am Sonntag aufgewacht. Ich hatte zwar so starken Muskelkater wie schon lange nicht mehr, aber mir gings so gut... ich habe mich fast schon geläutert gefühlt vom Regen. Nach und nach kristallisiert sich immer mehr heraus, was einem wichtig ist.
Was soll ich sagen... ich weiß jetzt, was mir wirklich wichtig ist. Das bin zu einen ich selbst, weil ich mir selbst schon immer Andere vorgezogen habe. Zum Anderen der Mensch, dessen Haare mich wachgekitzelt haben, dessen Lächeln mein Weltbild auf den Kopf stellt und dessen Augen die Farbe von geschmolzener Vollmilchschokolade haben. Und die Menschen, die mir zeigen, was ich ihnen bedeute.
Ich gehöre zu dem Schlag, der gelernt hat, mit sich selbst leben zu müssen, der schmerzlich erfahren musste, dass Vertrauen etwas ist, dass man bei weitem nicht jedem schenken soll und dass diese Welt ein Ort ist, den man am liebsten hinter sich lassen möchte.
Ja, manchmal bin ich wirklich eine attention-whore, sehr oft hungere ich nach Zuneigung und vor allem Bestätigung.
Zu Saby würde ich an dieser Stelle sagen: "Ich bin einfach 'ne typische Waage!". Aber ich weiß, was mich zu dem gemacht hat, wie ich bin und ich muss lernen, meine eigenen Schwächen endlich zu akzeptieren. Schwerer Weg. Aber dazu dient ja in erster Linie auch dieser Blog.
Leider muss ich auch feststellen, dass es Menschen gibt, die mir sehr wichtig bin, die mir gar nichts von dem geben (können), was ich brauche. Das enttäuscht mich. Ich will ja nicht in den Himmel gehoben und gefeiert werden. Aber ich möchte Aufmerksamkeit.
Aber auch hier hat mir mein Regen geholfen.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man einfach nicht erklären. Vor einem Monat noch hätte ich Stein und Bein geschworen, dass ich glücklich bin und nichts ändern möchte. Heute kann ich sagen, dass ich die Zügel in die Hand gedrückt bekommen habe und nichts besseres zu tun wusste, als sie zu benutzen. Mit dem Ergebnis, dass ich weiß, dass ich nicht glücklich war. Dass ich es jetzt mehr bin. Dass ich am Ziel bin?
Nein. Welches Ziel? Ich bin ein geistiger Nomade. Mich zieht es von Ort zu Ort, von Ziel zu Ziel. Aber da, wo ich jetzt angekommen bin, ohne hinzuwollen fühle ich mich aufgefangen und wohl.

Kann ich hier endlich sesshaft werden?

Gestern war nun einer der Tage, an dem ich mir diese Frage eindeutig mit Ja beantworten konnte. Ich fühle mich tatsächlich angekommen und richtig. Ich war mir noch nie in meinem Leben so sicher mit einer Entscheidung. War es denn eine Entscheidung oder eine Fügung?
Mir im Grunde egal, ich fühl mich wohl.
Das scheint auch wieder eine Sache zu sein, die Anderen viel bewusster ist, als mir. Andere wissen viel besser, wie es mir geht als ich selbst. Macht mir echt Angst. Ich sollte subtiler denken. Und darauf vertrauen, was ich geschenkt bekommen habe.
Eine Seelenverwandte, eine hilfreiche Schulter, eine Hahnenkampfecke, helfende Hände, starke Arme und Vertrauen.
Sie landen alle in meinem Herzen. Diese Schachtel wird nicht vergraben.

Ich genieße jetzt erstmal den Sonnenschein in mir, wenn ich schon den draußen nicht genießen kann und schaue meinen inneren Blumen beim wachsen zu, rede mit ihnen (soll helfen :) ) und pflege sie.

Mein Kopf ist ein Garten und ihr seid meine Blumen. Ich liebe euch!

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