verDorft 31.03.2015, 23:07 Uhr 0 0

schlüsselloch

wer drinnen ist, ist ausgeschlossen ausgeschlossen?

Durchs Schlüsselloch sehe ich sie lachen.

Sollte ich mich, ich sollte mich jetzt wohl ausschließen aus meinem Kopfkinosaal und mich ihnen anschließen. Im Regal stehen schon wieder immer noch drei Flaschen Wein.
Heute trinke ich ja nicht.

Sie lachen, ohne mich genauso wie mit mir, und das ist schon wahnsinnig viel wert.
Sie lachen so laut, das halte ich doch schon durch die drei Türen kaum aus. Heute habe ich vergessen, dass ich selber gerne lache.

Ich will nicht stören, heute, und nicht gestört werden, beschließe ich. Kaum höre ich Türen sich öffnen hüpft mein Herz ein bisschen in den Hals und versteckt sich dann wieder in seinem Käfig aus Rippen. Kommen sie mich holen?

Keiner kommt, heute nicht. Vielleicht haben sie durch das Schlüsselloch meine Gedanken gespürt und wissen, was in meinem Kopf passiert.
Sie denken gar nicht an mich, heute. Das Lachen klappt so gut, sie brauchen mich heute gar nicht.

Ich denke, es ist besser, eingeschlossen zu bleiben, heute einmal. Es ist immer so mühsam, denke ich, den Schlüssel zu suchen, er liegt ganz oben im Regal. Morgen liegt er auch noch da.

Morgen habe ich vergessen, wo der Schlüssel war. Eingeschlossen ausgeschlossen in meinem Kopfkinosaal.

Tja, zu dumm.

(eine kleine Geschichte. Türen haben immer zwei Seiten, auf beiden ist es ja auch schön. Nur dabei nicht vergessen, dass manche Menschen den Schlüssel nie besitzen, den andere sich leisten können zu verlegen)


Tags: Schlüsselloch, Allein, Freunde, Drinnen & Draußen
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