Rommeefee 12.12.2012, 11:36 Uhr 0 2

Reise des Lebens

Es gab einmal einen Jungen, der mit sich und seiner Welt nicht zufrieden war. In anderen Worten, er war sehr unglücklich.

Es gab einmal einen Jungen, der mit sich und seiner Welt nicht zufrieden war. In anderen Worten, er war sehr unglücklich. 

Alles begann damit, dass er seine erste große Liebe kennenlernte. Sie war wunderschön und intelligent und er liebte sie so sehr, dass er all seine Träume aufgab und ihr sogar bis ans Ende der Welt folgen würde. Es gab nichts, was er nicht für sie tat, und er tat es gerne. 
Die Jahre verflogen und beide lebten glücklich zusammen. Eines Tages, es war ein verregneter Herbst, beschlich ihn das Gefühl der Traurigkeit. Er wusste nicht weshalb, denn eigentlich war doch alles perfekt: Er hatte jemanden gefunden, den er liebte und der ihn auch liebte. Aus diesem Grund dachte er anfangs, es sei nur eine Phase, die schon wieder vorbei gehen würde. Aber aus diesem Tag wurden Wochen, Monate. Er versuchte, seine Gefühle für sich zu behalten und kämpfte gegen sie an. Zu erst gelang es ihm auch, aber aus dem Kampf wurde eine Qual, die ihn so schmerzte, dass er keinen Ausweg mehr sah. 
Es war nachts, als er heimlich seine Tasche packte und raus auf die Straße ging. Ihm war es völlig egal, wohin er ging, aber in einem war er sich sicher: Weg von hier. Deshalb schlug er die Richtung zum Bahnhof ein, um sich in den nächst besten Zug zu setzen und weit weg zu fahren. 

Er verschwand, ohne einen Hinweis zu hinterlassen und niemand wusste wo er war oder wie es ihm ging. Dann, ungefähr ein Jahr später, klingelte es an meiner Tür. Ich, eigentlich im Begriff, ins Bett zu gehen, machte die Tür auf und da stand er, mit seiner Tasche in der Hand. In diesem Moment erschien mir alles irreal und in Zeitlupe, ich hatte das Gefühl zu fallen. Doch im nächsten Moment hatte ich mich wieder im Griff und war froh, dass es ihm gut ging.
Er erzählte mir von seiner Reise und von den Abenteuern, die er dort erlebt hat. Berge, die er erklomm, Meere, die er besegelte und Menschen, die ihn begleiteten. Doch irgendwann wurde ihm bewusst, dass es Zeit war, nach Hause zu gehen.

Zwei Wochen später besuchte ich ihn zum ersten mal in der Klinik und mir wurde klar, dass Schein und Sein nicht immer das gleiche sind.

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