Viola_Diem 30.11.-0001, 00:00 Uhr 169 0
NEON täglich

Offline-Freunde

Auf wen könnt ihr euch verlassen?

Ich habe 427 Freunde bei Facebook. Entschuldigung: „Freunde“. Das sind so viele Menschen, dass ich ungefähr eineinhalb Jahre lang jeden Tag mit einer anderen Person Kaffeetrinken gehen könnte (und mir erlaube, an Wochenenden eine Auszeit zu nehmen und die Feiertage mit der Familie zu verbringen). Dass man nicht mit all diesen Facebook-Kontakten im wahren Leben befreundet sein kann, ist klar.

Bei den Personen, mit denen man es wirklich dann und wann schafft, einen Kaffee zu trinken, zeigt sich oft erst in extremeren Situationen, wie tief die Freundschaft geht. Wem vertraue ich meine Sorgen an? Wer ist bereit über Wochen meinem Geschnotter zu lauschen, weil mein Freund mich verlassen hat, ich Geldprobleme habe, keinen Job finde oder generell Hilfe in einer Situation brauche. Wer steht mir für länger mit gutem Rat zur Seite? Und wer gibt nur eine kurze Beratungsstunde mit der Tiefe einer Kaffeetasse? All das gilt natürlich auch andersherum. Wie viel investiere ich - in guten und in schlechten Zeiten und bin bereit der Leidensgenosse meiner Freunde zu sein?

Nach diesen Kriterien lichtet sich das Feld im Facebook eh. Und unter Umständen minimiert sich auch die Gästeliste der letzten großen Geburtstagsparty. Das ist aus meiner Sicht gar nicht so schlimm. Nicht jeder kann ein bester Freund sein. Selbst bei einem Schwund von 426 Freunden, hat man doch ein super Ergebnis - es bedeutet einen guten Freund zu haben, mit dem man durch Dick und Dünn geht. Schade wäre es, wenn man über keine Person sagen könnte, dass man auch in schweren Zeiten füreinander da wäre. 

Wie viele Menschen zählt ihr zu euren besten Freunden? In welchen Situationen waren sie für euch da? Wann wurdet ihr enttäuscht und habt euch im Stich gelassen gefühlt? Und andersrum: Wann wart ihr Stütze und wann vielleicht zu wenig an der Seite von einem Freund, der euch brauchte?

169 Antworten

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    Ich habe 3  beste Freundinnen .Wir alle sind untereinander aber miteinander befreundet. Nur das ich eine der 3 schon seid der Grundschule kenne. Aber wir Mädels sind immer und egal was passiert füreinander da. Wir sehen uns nicht jede Woche oder teilweise noch nicht mal jeden Monat alle zu viert. Wir wissen jedoch immer irgendwie wem es wie gerade geht . Diese 3 waren das letzte Mal für mich da als es meinem Freund gesundheitlich nicht so gut ging. Enttäuscht wurde ich von ihnen noch nie. Von den dreien ist auch nur noch eine bei Facebook. 


    Dort habe ich überwiegend ehemalige/momentane Arbeitskolleginnen ,ehemalige Mitschüler der Berufsschule oder sonstige bekannte und Menschen aus der Familie.

     

    19.10.2014, 21:39 von Junikatze
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    Leider musste ich früh (und bis jetzt immernoch anhaltend) feststellen, dass Freundschaften vergänglich sind und die Menschen, auf die ich Treffe, für sich immernur das Beste vom Kuchen heraus picken.
    Ich kann heute sagen, dass ich eine gute Freundin habe, die ich schon lange kenne. Aber ich habe keine "besten" Freunde.
    Keine beste Freundin, mit der ich mich einmal in der Woche auf einen Kaffee treffe, oder der ich meine Sorgen bis ins kleinste Detail offenbare.
    Sowas "vereinbare" ich entweder mit meinem Freund und meiner Familie oder aber einfach nur still und heimlich mit mir allein.
    Ich kann nur sagen, dass es mich oft unglücklich macht keine "bessere" Hälfte unter Freundschaften zu haben. Aber so jemanden muss man erstmal begegnen.

    28.11.2013, 15:16 von Muse.
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    Meine Eltern sind getrennt und wohnen 250km weit voneinander entfernt, wodurch ich sowohl in meiner Wohn- als auch meiner Fernstadt Freunde zu meinen engsten zaehle. Auch wenn es in letzterer nur eine einzige ist, mit ihr gehe ich seit ueber acht Jahren durch Dick und Duenn. Wir haben uns gehasst und geliebt, aber wenn der eine den anderen braucht, geht man auch um vier Uhr in der Frueh ans Handy oder faehrt 250 km weit um seine gesamten Osterferien im Krankenhaus bei der anderen zu verbringen. Wir haben uns auch schon gegenseitig enttauscht, waren zu weit weg und zu sehr mit uns selbst beschaeftigt. Aber man verzeiht und wir beide haben trotz der Entfernung mehr gemeinsame Minuten, Stunden und Tage miteinander mit geteilten Sorgen verbracht, als wir uns Likes auf Facebook gegeben haben. 

    28.11.2013, 01:54 von carl.fossa
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    Ich hab in den letzten Wochen erschrocken festgestellt, dass die Leute, die ich ohne jeden Zweifel als wahre Freunde bezeichnet hätte, sich als das genaue Gegenteil herausgestellt haben (natürlich mit Ausnahmen). Da sind mir die FB-Freunde zur Zeit fast lieber, bei ihnen weiß ich zumindest, dass ich nichts zu erwarten haben...

    29.08.2013, 11:10 von KateKnox
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    auf dem 'freunde'-begriff der sozialen netzwerke verächtlich herumzuhacken finde ich ungefähr genauso [gähn] wie anzügliche witze in altmänner-stammtischen oder dieses 'zum bleistift' oder den hammer-gag mit kommen und erscheinen.

    wer über dem gedanken, bei fb 200 freunde, im wahren leben aber nicht einen einzigen richtigen zu haben, in depressionen verfällt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

    meine 118er-freundesliste ist bunt gemischt, aus gründen der bedienbarkeit (nachrichten im sonstiges-ordner zB) auch zT systemisch erzwungen. aber man kann ja seine freunde durchaus differenziert einstufen (sichtbarkeit), sonst hätte ich da auch ein mächtiges problem.

    was ich jedenfalls sagen kann, ist dass fb freundschaften erhält, die sonst im normalen alltag komplett verschwinden würden.

    29.08.2013, 10:27 von HerrJemine
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    ich mach ganz klar einen unterschied zwischen Familie, seelenverwandten, freunden, bekannten, Arbeitskollegen usw.
    das heisst aber nicht, dass aus bekannten oder kollegen keine freunde entstehen können.

    freunde sind für mich leute, welche jederzeit zu mir stehen, und wo ich auch jederzeit da bin wenn was ist. das sind zu meinem glück - neben der Familie - ca. 8-10 leute. mit den einen habe ich mehr kontakt wie mit anderen. zudem besteht meine Familie ebenfalls aus freunden und gewisse freunde gehören zu meiner Familie. es kommt mir oder ihnen aber nie auf die menge an, sondern auf die Intensität. Seelendverwandte habe ich bis jetzt nur 2 getroffen und das eine ist mein Partner und das andere ein guter freund (das eine schliesst das andere ja nicht aus)

    dann gibt es bekannte und (arbeits-) kollegen, die ich irgendwann mal kennengelernt habe: im ausgang, beim reisen, bei der arbeit, auf der strasse usw. mit diesen leuten habe ich immer mal wieder sporadisch kontakt (manchmal mehr, manchmal weniger). mit denen kann man auch super einen abend verbringen oder auch mal ein Wochenende, aber es sind nicht gerade die menschen, welche ich in einer Notsituation anrufen würde.

    FB finde ich eine super Möglichkeit um mit menschen auf der ganzen welt in kontakt zu bleiben. deshalb habe ich um die 340 "freunde" auf FB. die meisten sind bei reisen dazu gekommen.

    schlussendlich muss jeder selbst wissen, wieviele freunde er auf fb oder anderen Netzwerken hat und was für ihn selbst wirkliche (reale) freunde sind. das ist vermutlich ziemlich unterschiedlich.

    29.08.2013, 10:14 von Merida
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    Ich halte es wie konsTante. 


    Meine Kontakte auf FB beschränken sich auf Familie, Exkollegen und sogar 1-3 Neonisten. Das war's dann aber auch. 

    Zu meinen besten Freunden zählen die, die real mit mir reden, lachen und weinen. 

    29.08.2013, 08:48 von ilofi
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    wie, es gibt auch echte freunde? so in farbe und bunt? boah das muss ich gleich auf facebooke posten....

    29.08.2013, 07:29 von ramazotti-orange
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    nie dort gewesen.
    No Fakebook. No Fakefriends.

    29.08.2013, 02:21 von schauby
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    Früher wurden Panini-Bildchen gesammelt, heute Facebook-Freunde...

    Das Leben besteht aus Enttäuschungen, ist nur die Frage wie man damit umgeht.

    Es gibt ein paar Offline-Freunde mit denen man soviel erlebt hat, das hält bis zum Ende.

    29.08.2013, 01:24 von DeezNuts
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