Taschina 30.11.-0001, 00:00 Uhr 4 4

Offener Brief (viel mehr in klammern)

Seit du nicht mehr da bist, ist es ein bisschen leiser hier. Stiller ist es geworden, und meine Worte haben Staub angesetzt.

Lieber D.,

Seit du nicht mehr da bist, ist es ein bisschen leiser hier. Stiller ist es geworden, und meine Worte haben Staub angesetzt. (Vielmehr sind sie überwuchert, dass man sie eigentlich kaum mehr erkennen kann) Ich habe sie auf meinem Regal vergessen gehabt, zwischen großen Wälzen, kleinen Heften und meinem selbsteingeredeten Herzschmerz. Da sind sie gelegen, für Wochen und Monate.

Ich wollte mich entschuldigen. Und ich bin nicht gut darin. (vielmehr bin ich sogar außerordentlich schlecht, auch wenn mir Worte normalerweise so leicht von der Hand gehen) Tausend Versuche, bei denen mir meine staubigen Worte im Hals stecken geblieben sind, habe ich gehabt. Entschuldigen. Weil ich dich gehalten habe, ohne dich haben zu wollen, und dich erst vermisst habe, als du den Raum verlassen hast.(Meistens, wenn du dich zum Abschied nicht umgedreht hast) Weil ich dich mit meinem Leben infiziert habe, und wusste, dass du nie wieder gehen würdest, wenn du einmal Blut geleckt hättest. Das wiederum konnte ich schon immer gut. Dich mit großen Augen anlächeln, bis du einen großen Schritt über deinen Stolz in meine Richtung machst. ( Weil ich so gerne gesehen habe, wie du mit dir selbst ringst, und ich gewonnen habe) Meistens hat es beim ersten Mal geklappt, an anderen Tagen musste ich zwei oder drei mal lächeln. Zu Boden schauen und Wimpern auf meinen Wangenknochen aufschlagen lassen. Aber spätestens dann hat es funktioniert. Du hast deine Arme um mich gelegt, und meine Haare aus dem Gesicht gestrichen. So, wie nur du es konntest. Weil du Nasenküsse fabelhaft gefunden hast und manchmal mein Gesicht in beide Hände genommen hast, um mich zu küssen. Weil ich dir verfallen bin, in diesen einzigartigen Momenten, benebelt von schalem Bier und erfüllten Wünschen.

Und doch, habe ich mir nie Sorgen um die hübschen Gesichter in deiner Nähe gemacht, (vielmehr darum, dass ich nicht mehr der Mittelpunkt deiner Welt sein könnte) bin selten mit dem Gedanken an dich eingeschlafen und nie mit deinem Gesicht vor Augen aufgewacht. Du hast mir nie gefehlt, nicht so dass es sticht, und ich habe nie vor Freude Bauchweh gehabt, als ich zu dir gefahren bin.

Jetzt, wo du nicht mehr da bist, dich entschieden hast mich zu verlassen ( wenn verlassen überhaupt zählt, vielmehr ein weglaufen und frei werden) und dich in neuen Amen zu verlieren, ohne ein Wort des Abschieds, ist es schwer für mich, es richtig einzuordnen. Ein bisschen Abschiedsschmerz (oder viel mehr, Verlassensschmerz) und wenig goldene Worte, wenn nichts bleibt als eine Erinnerung an eine schöne Zeit (die so viel mehr schön als atemberaubend war).

Und dennoch wünsche ich dir (vielmehr erhoffe ich es mir, aus den tiefsten Winkeln meines Lebens) , dass sie, in deren Herz du flüchtest, das ist, was du brauchst und was du verdient hast. (also vielmehr das, was er für mich gewesen ist, und du nie sein konntest)



Mit besten Grüßen und einem Herzschlag

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4 Antworten

Kommentare

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    Nunja, es ist eine Entschuldigung. Die bräuchte man ja nicht, wenn es nicht einen Grund gäbe^^

    20.12.2008, 13:45 von Taschina
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    Schön geschrieben, ja, aber inhaltlich hört sich das für mich zu sehr nach Berechnung und verletzter Eitelkeit an.

    19.12.2008, 20:03 von Songline
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    wunderschön... i am your fan ;)

    19.12.2008, 18:31 von Elizka
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