plasticheart_ 07.10.2012, 01:06 Uhr 0 3

Meine Fünfzehn Minuten

Du kennst mich vielleicht nicht mehr, aber ich war mal deine beste Freundin.

Und du kannst dich vielleicht nicht mehr erinnern, aber ich war auch deine. 
Schon komisch, oder?

Dass sich zwei Menschen, die sich einst so nahe standen, sich so weit auseinander leben können?

Nicht, dass wir das gewollt hätten. Wie kann man soetwas wollen? Eine Freundschaft wie diese gibt es sicherlich nicht oft. Es gab so viele Höhen und noch viel mehr Tiefen und trotzdem standen wir immer noch zueinander. Und nicht nur das, wir wurden auch immer vertrauter miteinander, unsere Bindung wurde immer enger.

Weshalb ich nicht verstehe, warum du dich dazu entschieden hast, mich zu verlassen, unsere gemeinsame Vergangenheit hinter dir zu lassen, all die Jahre, die wir zusammen verbracht haben in den Papierkorb zu werfen und mich alleine stehen zu lassen wie ein Reh vor den Scheinwerfern eines herannahenden Autos. 

Ich brauchte dich und brauche dich immer noch. Ich vermisse dich. Ob du mich auch vermisst? 

Was ist mit all den Geheimnissen, die wir kennen? Den Orten, die sonst keiner kennt? Ich würde niemals wieder jemandem so viel anvertrauen wie dir, selbst wenn ich wollte, es wäre unmöglich, all das nachzuholen, was wir gemeinsam geteilt haben. 

Und ich überlege hin- und her wie ich dir all das am besten sagen könnte, ob ich es dir überhaupt sagen sollte, schließlich stehst du jetzt auf deinen eigenen Beinen und jeder muss seine Krücken irgendwann wegwerfen um wirklich wieder Laufen lernen zu können. 

Ich hatte dich lange nicht mehr gesehen, doch heute war es so weit.

Und wir hatten uns überhaupt nichts zu sagen. 

Kann etwas, das einst so unzerstörbar schien wirklich so plötzlich so vergänglich werden?
Oder war das ein schleichender Prozess, dem sich keiner von uns beiden vorher so bewusst war? 

Es ist vielleicht auch egal. Und selbst falls wir uns nie wieder sehen sollten, wir nie wieder miteinander reden sollten und wir unsere Freundschaft irgendwann entgültig begraben haben sollten, kann ich mit stolz behaupten: ich hatte meine fünfzehn Minuten. 

Und dafür, dafür wollte ich dir danke sagen. 

Danke für all die schöne Zeit, danke für all die Fehler, die ich ohne dich nicht gemacht hätte. 
Danke für die Ratschläge, ohne die ich nicht weitergewusst hätte. 
Danke für all die dummen nächtlichen Aktionen, die ohne dich nur halb so lustig gewesen wären.
Danke für die Schulter, wenn ich etwas zum Anlehnen brauchte
und danke für das Heim, das du mir botst. 
Danke für deine Unterstützung.

Wir waren die Besten.

Wann, findest du, wäre ein guter Zeitpunkt zum Danke sagen?
Und bist du zufrieden mit dem, was du hast jetzt? 

Ich hoffe, es geht dir gut.

Du bist die Beste.

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