Man kann nicht alles haben.
Nicht jeden Morgen begrüßte ich dich. Nicht jeden Abend verabschiedete ich dich. Doch lege ich Blumen nieder, zünde Kerzen an.
Es ist ein bisschen, als ob es etwas aus meinem Herzchen gerissen hat.
Es hat sich verändert, obwohl alles ist, wie es war. Nein, das ist töricht zu behaupten. Jeden Abend auf dem Nachhauseweg winke ich den Sternen zu. Das ist neu. Ich weiß, was nicht sein kann und realisiere nichts als einen Traum. Selbst nach Wochen warte ich noch auf den Moment des Aufwachens. Darauf, dass mich jemand in den Arm zwickt. Darauf, dass du die Tür aufstürmst und das Leben im Hier und Jetzt wieder in geordnete Bahnen bringst. Darauf, dass es wieder wird, wie es war.
Eine meiner Hände ist kalt, die andere warm. Eigenartig, dass sie beide zu mir gehören. So eigenartig, wie der Gedankenfetzen, dass die letzten Monate real verlaufen sind. Sie waren, sie sind, sie verblassen. Nichts kann man dagegen unternehmen. Selbst die wärmsten Erinnerungen lassen sich nicht in ein unzerstörbares Wattebett hüllen. Die Art und Weise, nebeneinander zu sitzen, während man die banalste Sache der Welt zur Katastrophe des Abends erklärt. Nach zehn Minuten war sie vergessen - zwischen Diskussionen, die im Nachhinein betrachtet wohl die letzten waren.
Ganz gleich, wie oft ich an dieser Straße vorbeigehe - und das muss ich - Mal für Mal schaue ich sie entlang, als ob ich Zeuge einer Erklärung war. Ich sehe dich, ich sehe mich, stehe daneben wie ein beobachtender Engel. Doch das bin ich nicht. Das bist du.




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