House_AB 01.07.2014, 23:52 Uhr 0 0

If else

If Self.done = true. Schön wär's.

Immer dieses Geschwafel von Einsamkeit, wie schlimm es ist, und sich anfühlt, als würde jemand langsam das Herz aushöhlen. Mit einem Holzlöffel. Wie der Schatten sich immer weiter frisst, so lange, bis in jeder Vene nur noch dunkle Traurigkeit fließt und der Mond dein einziger Freund ist. Und selbst der lässt dich alleine. Morgens. Jeden Morgen. Gerade dann, wenn es am schlimmsten ist, weil man mit anderen Menschen interagieren muss. Und je mehr es sind, desto größer wird die Einsamkeit, die Leere, das Gefühl, anders zu sein, weil man nicht so funktioniert wie die anderen. Weil es anstrengend ist, zu schauspielern.

Ich war so lange einsam, bis ich gelernt hatte, allein zu sein. Und besser, ich hatte sogar gelernt, dass ich das brauche. Zeit mit mir, die Stille. Keine Rechtfertigungen. Einfach atmen.

Bis dieser verdammte Penner meine Biochemie zerstört hat. Eine, die es vorher nicht einmal gab.

Du hast dich in mein Gehirn gehacked, den Code umgeschrieben und die Zeile vergessen, die das Programm beendet. Voller Bugs und ganz hässlich iterativ angelegt. Kein Escape. Nur Loops. If: Du bist da, glücklich sein und das Gefühl haben, dass alles stimmt. If else: zermalme jegliche Form von Lebensfreude. Langsam. Mit einem Holzlöffel.

Du verdammter Penner.

Sowas wie Freunde sind wir, als ob das gehen würde. Je größer die Spannung wird, desto mehr friendzonen wir uns gegenseitig. Eigentlich haben wir alles, außer Sex. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, konnte ich ihm nicht in die Augen gucken, ohne darüber nachzudenken, wie erschreckend befriedigend es sein müsste, aus seiner einen, durchgehenden Augenbraue,  zwei separate zu machen. Mit Wachs. Mittlerweile ist mir das völlig egal. Diese Nerd-Outfits, die ihn aussehen lassen, wie den Doppler-Effekt. Egal. Dass seine Hemden entweder viel zu groß oder viel zu klein sind. Egal. Dass er noch regelmäßig Kontakt zu seiner Exfreundin hat. Beinah egal. Dass er immer da ist, sich immer Zeit für mich nimmt, sich jeden Quatsch anhört und mitmacht. Normal. Dass ich all  meine Konzentration brauche, um in normalen Rhythmus weiter zu atmen, wenn er sich mal wieder auf dem Sofa beim Fußballgucken an mich kuschelt. Aus Versehen. Natürlich. Nicht egal.

Wie kann es ohne und mit ihm blöd sein?

Eigentlich fühlt sich Einsamkeit nicht grausam an, zumindest nicht für mich. Sie fühlt sich falsch an. So, wie wenn man losläuft und irgendetwas fehlt, bis man merkt, dass man vergessen hat, Schuhe anzuziehen. Und dann tritt man mit Socken erst in eine Pfütze, dann in einen Hundehaufen und schließlich bekommt man eine Blutvergiftung durch einen rostigen Nagel. 

Ich hasse es, wenn du nicht da bist. 

Einsamkeit hat nichts mit Holzlöffeln zu tun. Einsamkeit ist hochkompliziert programmiert und alles, was wir tun müssen, ist die Programmiersprache zu lernen und die Bugs zu finden.

Das wäre allgemein die Lösung. Sprechen. Aber Worte sind nicht mehr meine Sprache, du bist es. Verdammter Penner.


Tags: nervt
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