Eine Lanze für den Brief
Im Zeitalter der modernen Kommunikation ist der Brief verdrängt worden vor der kurzen und knackigen Private Message.
Früher schrieb man mit der Hand lange, ausführliche Briefe, erzählte persönlichstes und fand auch noch die Muße seinen Adressaten genauso ausführlich Persönliches zu fragen und bereits Ausgetauschtes zu kommentieren.
Im Zeitalter der modernen Kommunikation ist der Brief verdrängt worden vor der kurzen und knackigen Private Message, wo sich Frage und Antwort im Sekundentakt einen Schlagabtausch liefern. Der Brief ist zur Kürzestnachricht degradiert, von Hand schreibt sowieso keiner mehr, der Niedergang des althergebrachten Postsystems schreitet unaufhörlich voran.
Seit geraumer Zeit jedoch macht sich eine Veränderung im Nachrichtenwesen bemerkbar. Nicht nur, dass durch die längeren Wartezeiten beim Seitenaufbau viele Dinge ganz nebenbei erledigt, ganze Häuser gebaut werden können. Die Schreibenden sind außerdem gezwungen, die endlich einmal funktionierende Posteingang-Seite zu nutzen und verfassen immer Brief-ähnlichere Nachrichten bezüglich Länge und Aussage – wer weiß wann es wieder klappt?
Möglicherweise steckt System dahinter: sollen wir aus unserer oberflächlichen Internetanonymität heraus gerissen werden, wird uns für ein noch persönlicheres Kommunikationsgefühl bald der Handschrift- Modus mit extra langer Versendezeit zur Steigerung der nostalgischen Erwartungshaltung angeboten werden?
Zweifelsfrei müssen wir danken: für mehr Zeit, mehr Nachrichtenqualität, mehr Tradition, mehr Lebensgefühl.
Danke, Neon. Danke.





Kommentare
Entschleunigung gefällt mir, hätte ich verwenden sollen. ;)
31.08.2009, 09:31 von belletina