Du schreibst mit meinem Kuli!
Mir gegenüber liegt mein Kuli.
Mir gegenüber liegt mein Kuli. Besser gesagt, ein Kuli, der mir mal gehörte. Und zudem kann ich mir auch gar nicht sicher sein, ob es auch wirklich derselbe Kuli. Denn vermutlich gibt es wohl mehr als einen dieser blauen Exemplare.
Und dennoch: Denn
mir gegenüber sitzt die Freundin einer Freundin einer Freundin,
wobei das letzte Freundin wäre wohl besser gegen Bekannte
auszutauschen und über das erste Freundin kann ich auch nicht sicher
urteilen, nur beim mittleren, da bin ich mir sicher. Denn dieser
Freundin (um die Verwirrung hoch zu halten, lassen wir die Freundin
als Freundin und nicht als Bekannte. Wie teilt man diese Kategorien
überhaupt ein?) hatte ich vor einigen Semestern beschriebenen Kuli
geliehen. Geliehen, denn eigentlich wollte nach diesem kurzem Entzug
ich selber mit diesem Kuli weiterschreiben. Doch wie so oft, findet
das Leben eine seltsame Wendung. Kulis verschwinden in fremden
Mäppchen und du, du warst auch nicht die, die du zu sein schienst.
Zu sein vorgabst. Du sein wolltest?
Warum am Ende diese seltsame
Stille zwischen uns war, das wissen wir beide nicht. Unfähig, es zu
sagen. Auch deplatziert, es zu benennen.
Der Kuli – nur eine fade Erinnerung, ein Weckruf an die Zeit, als wir noch nebeneinander saßen und solch banale Dinge wie Kulis statt Blicke tauschten.





Kommentare
Ich kann dich so gut verstehen! Ich hab' neulich auch mal der Freundin einer Bekannten meiner Katze eine Spielzeugmaus geliehen und dachte mir dann so: "Hey, benutz sie doch als Analogie für Freundschaft und schreib nen Text darüber!" War mir dann aber doch irgendwie zu doof.
27.11.2012, 01:09 von Juliie