criolla 07.05.2007, 18:41 Uhr 2 0

Don't dream - it's over

Gedankenaustausch mit mir selbst

In den letzten Wochen habe ich immer wieder versucht einen Text zu schreiben, der das ausdrückt was in meinem Kopf momentan so abgeht, der zeigt wie ich mich wegen dieser ganze Sache fühle. Einen Text, der mir selber hilft endlich wieder ein bisschen Klarer in die Zukunft blicken zu können. Aber so einen Text auf Papier zu bringen, fällt mir immer noch nicht sehr leicht. Ich bin oft so wütend. Diese Wut staut sich immer weiter in meinem Körper an. Ich möchte manchmal einfach nur noch etwas zerstören oder etwas mit aller Gewalt gegen die Wand donnern.
Es gibt Tage, so wie heute, da wache ich auf, mache den Radio an und sofort kommt ein klasse Lied. Für mich der perfekte Start. Meist enden diese Tage dann auch wieder perfekt. Doch dann kommen einfach so Momente dazwischen, da denkt man nicht nur an das hier und jetzt, sondern fängt an zu träumen von Dingen, die in der Vergangenheit passiert sind. Dinge, die vielleicht schön waren und die sicherlich auch unvergesslich bleiben, die einen aber zur Zeit immer noch weh tun und weiter verletzen können. Die einen runter ziehen zu vergessenen Sorgen. Momente, die mich in letzter Zeit öfters zum weinen bringen, als zum darüber lachen. Momente, die in meinem Kopf kleine ungewollte Kettenreaktionen auslösen.
Ich fange weiter zum träumen an, auch über Dinge, die nicht oder noch nicht passiert sind.

Vor genau acht Wochen habe ich das letzte mal mit dem Hauptdarsteller "meiner größten vergangenen Sorgen" gesprochen. Dieser Hauptdarsteller, ich nennen ihn einfach mal N., war mein bester Freund. Er war es schon lange, und ich konnte mir Tage ohne ihn eigentlich kaum noch vorstellen. N. wusste über mein Leben bescheit, genau so wie ich über seins. Wir hatten schon Pläne für die Zukunft, dass seine Kinder auf jeden Fall mit meinen Kindern eng befreundet sein müssten. Doch dann fing er an sich zu verändern - für seine Beziehung mit der Rothaarigen. Er wollte es nicht einsehen, und meinte nicht er, sondern ich würde mich verändern. Ein paar Wochen lang hatten wir keinen Kontakt mehr zueinander, weil ich es leid war ihm immer wieder Mails zu schicken, die nie beanwortet wurden. Dann nach langer Stille meinte N. plötzlich, er könnte auf eine Freundschaft mit mir verzichten (ich glaube, er benützte das Wort kotzen), da ich ihm angeblich nie zeigte wie sehr ich ihn mochte.

Ich verstand die Welt nicht mehr. Er hatte mir doch nie geantwortet, hatte mich ignoriert. Und davor drehte sich jedes Gespräch um ihn, seine nervige Mutter, seine Beziehung, seine Krankenhausbesuche und seine restlichen tausend Probleme. Ich glaube nicht, dass er in den letzten Wochen mitbekommen hatte, was bei mir alles so passiert war. Tausend Fragen drehten sich in meinem Kopf. Tausend Fragen, die ich ihm noch gerne gestellt hätte, auf die ich so unbedingt eine Antwort wollte.

Warum so plötzlich? So ohne Vorwarnung? Waren wir überhaupt ernsthaft Freunde? Wie kann ich nochmal jemanden so vertrauen wie dir? Warum tust ausgerechnet du mir so weh? Warum hab ich es wieder mal zugelassen eine Freundschaft aufzubauen? Warum sagst du solche Wörter zu mir? Wie kann ich dich vergessen und aus meinem Gehirn löschen? Wieso kommst du mir immer noch so wichtig vor? Warum hab ich diese Freundschaft nicht als erstes beendet?

So viele Wörter schwirren in meinem Kopf, die ich ihm am liebsten entgegen schreien würde. Ich würde ihn gerne ignorieren oder zumindest hassen.
Das alles aufzuschreiben tut gut. Ich fühle mich optimistisch (und das obwohl die Sonne nicht scheint).

Es kommt mir oft sehr bescheuert vor, immer wieder in diese Augenblicke hineingezogen zu werden und ihnen nicht ausweichen zu können. Ich kann nicht denken und will mich in meinem Bett verkriechen, wo die Welt in Ordnung zu sein scheint.
Man sollte sich seinen Ängsten, Problemen stellen. Man sollte Worte, die man sich nur denkt, versuchen auszusprechen. Man sollte den ersten Schritt in Richtung Sonne tun. Das wird mir immer mehr klar. Schon so oft habe ich dies Freunden gesagt, die Hilfe gebraucht haben.
Es dann aber selber durchzuziehen oder daran zu denken, ist eben doch nicht so einfach.

2 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      @[Benutzer gelöscht] er ist tatsächlich wieder "angekleckert" gekommen, er meinte er braucht seine beste freundin doch... sechs monate lang hat er mich gebraucht, nun meldet er sich schon das zweitemal nicht wieder auf meine nachrichten. mit der rothaarigen ist er immer noch zusammen...

      Das wird mir nicht nochmal passieren.

      06.08.2008, 11:00 von criolla
  • 0

    Liebe ist das mächtigste Instrument und die schlimmste Droge des Menschen:
    Liebe verändert Menschen
    Liebe argumentiert - oft falsch
    Liebe tötet
    und doch würdest du dich auch verlieben, denn du bist schon abhängig.

    12.03.2008, 11:13 von Die_Rakete
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