plasticstar 28.06.2008, 16:07 Uhr 0 0

...der letzte schultag

Einfach mal weg, weg von allem was keinen Spass macht. Das Leben geniessen. Zeit fuer Freunde. Anhalten, da wo es am schoensten ist.

Ein fantastischer Tag.
Es war der letzt richtige Schultag vor den Ferien. Alle anderen Schule hatten spaetestens heute ihre Pforten fuer die naechsten sechs Wochen verschlossen, ausser unsere, die unabhaengig vom Staat, und somit auch unabhaengig von den allgemeinen Ferienterminen ist. Sowas wird natuerlich ausgenutzt. Anstatt den Stundenplan aber mit Wandertagen, Fruehstuecken und Eisessen zu erstetzen, werden die Schueler jetzt, vor dem „grossen Chillen“, nochmal doppelt gepushed. – Wie ausgeglichen.
Aber nicht mit uns. Naja, eigentlich doch mit uns, aber irgendwann braucht jeder mal 'ne Pause.

Spontan hatten wir also beschlossen heute nicht in die Schule zu gehen, uns nicht vor die unvorbereiteten Lehrer oder eingeschuechterten Referendare zu setzen und uns schwitzend die Energie aussaugen zu lassen.
Wir schnappten uns mein Fahrrad, und brausten am Rhein entlang. Ziellos und Gedankenlos. Einfach mal weg, weg von allem was keinen Spass macht. Das Leben geniessen. Zeit fuer Freunde. Sich den Wind durch die Haare wehen lassen. Anhalten, da wo die Sonnenstrahlen sich im Wasser spiegeln, da wo es am schoensten ist. Und als ich nicht mehr radeln konnte, da war unser Ziel erreicht.
Ein schoener Platz, irgendwo, eine Stunde spaeter, ein bisschen abgelegen, an einem kleinen Stueck Steinstrand, direkt am Wasser, da wo von der Grossstadt schon nichtsmehr zu erkennen ist.
Wir breiteten unsere Decke auf dem warmen, groben Sand aus, tranken Kaffee und Tee, bauten Aschenbecher aus Steinen und alten Geschirrstuecken, die wir fanden, lachten, redeten, schwiegen und fuehlten uns einfach gut. Gut und frei und waren froh, dass wir befreundet waren. Und fuehlten uns noch besser, weil die andern in der Schule waren, und wir, so „rebellisch“ und gluecklich und frei.

Irgendwann, nach stunden, wurden wir von dem Klaeffen eines kleinen Dackels geweckt, der es wagte unseren Mittagsschlaf zu stoeren. Keiner wusste wer zu erst eingeschlafen war, unter dem Einfluss der warmen Sonne, des Rauschen des Flusses vor uns und der Wirkung anderer bewusstseinsveraendernder Substanzen.

Der Hund, in Begleitung einer nicht weniger aufdringlich wirkenden Besitzerin, holte uns unverschaemterweise zu ploetzlich zurueck in die Realitaet, und beide liessen uns spuehren, dass wir wohl doch nicht allein auf der Welt waren.
Als sie wieder gingen war das auch das Zeichen fuer uns uns wieder auf den Weg in die Ziwilisation zu begeben. Schade. Also packten wir unsere Sachen zusammen, und fuehren wieder zurueck.
Nach und nach kreutzen immer mehr Fremde unseren Weg. Diejenigen, die die naeher an der Stadt liegenden „Straende“ als Kurz- Badeurlaubsziele nutzten, die ihre Koerper zur Schau stellten, und ihre Kinder, die laut schrien, unserer Meinung nach etwas zu unachtsam, im Wasser baden liessen... bis etwas passiert.

Naja, und dann waren wir wieder da, wo wir uns heute morgen getroffen hatten, trennten uns wieder, und gingen unseren Alltagsaktivitaeten nach.

Der Tag war ein Traum, auch wenn viele das spektakulaere daran ueberhauptnicht sehen koennen, haben wir es erlebt.

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