LinoDino 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 6

Das Schöne am Freund sein

Warum wir Menschen eine Bindung eingehen, die nichts mit körperlicher Anziehungskraft zu tun hat.

Es ist drei Uhr nachts und mein Handy klingelt. Anfangs denke ich, es soll doch bitte aufhören - doch es klingelt immer weiter. Dann bist du dran, völlig verweint, und erzählst mir, er habe Schluss gemacht.
Es ist immernoch drei Uhr nachts, doch plötzlich denke ich nicht einmal mehr im Traum daran, dass das Handy aufhören soll zu klingeln.
Plötzlich bin ich hellwach und tausend Worte schießen durch meinen Kopf, die ich dir sagen möchte, nur damit du dich besser fühlst. Er hat dich nicht verdient, er war so oder so ein Idiot. Doch anstatt dich zu unterbrechen, um dir klarzumachen, dass es besser so ist, lausche ich dir jede Sekunde mit gespannten Nerven zu und nehme all die Dinge wahr, die du mir in so kurzer Zeit vermittelst. Ich zögre keine Sekunde, sage dir, dass ich sofort zu dir fahre. Und schon sitze ich in meinem Auto - und der Gedanke an Schlaf ist völlig fort.
Dann sind wir in deinem Zimmer, du schaust mich an mit verweinten Augen  - Gott was hat er dir angetan. Ich schließe dich in meine Arme und geb dir so viel von meiner Wärme und Geborgenheit, wie ich nur kann. Plötzlich überkommt es mich und ich muss ebenfalls weinen, weil ich jeden deiner Gedanken kenne, jeden deiner Schmerzen spüre.
Du erzählst mir immer wieder die selben Dinge, erinnerst dich an alte Zeiten und alte Gefühle. Doch sanft erinnere ich dich daran, dass es nun heißt Abschied nehmen - von der alten Zeit, von den alten Gefühlen. Und lange sitzen wir noch da und enden bei typischen Mädchengesprächen über verflossene Lieben und zerbrochene Herzen, vergeutete Tränen und schöne Momente. Doch du lachst - und das ist das Wichtigste. Denn genau aus diesem Grund bin ich deine Freundin.
Weil ich nicht eine Sekunde zögere, für dich da zu sein, nicht einmal zögere Wege und Lasten auf mich zu nehmen, wenn es dir schlecht geht.
Weil ich dich liebe.
Aber nicht wie Mann und Frau, sondern wie eine Schwester, manchmal sogar noch mehr.

Ein Leben lang begleiten wir uns schon. In dieser Zeit habe ich es wirklich zu schätzen gelernt, was es heißt, jemand einen Freund zu nennen und jemanden zu haben, der einen selbst als Freund betrachtet. Und dieses Für-Dich-da-sein, das ist es, was mich wirklich glücklich macht.

Es heißt ja nicht umsonst: "in guten, wie in schlechten Zeiten".

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