FrankFrangible 23.10.2015, 23:49 Uhr 5 3

D´ Gschicht vom Fotzaleggrhondle

‚Die Geschichte vom Schoßhündchen‘ oder ‚Vieles hört sich auf Schwäbisch schlimmer an als es ist‘

(Vorsicht, die gesprochenen Passagen wurden von einem handelsüblichen, kostenfreien, internetten Sprachübersetzungsprogramm übergesetzt und sind entsprechend versyntaxt)


Es waren einmal zwei schwäbische Freunde, Georg und Jürgen, sie machten Urlaub auf Malle.

Beide waren Straßenreinigungsbeauftragte der Stadt Ulm und zelebrierten ihren jährlichen gemeinsamen Urlaub in dem sie alle Arten Alkohol ihren geweiteten Körpern zuführten.

Eines Tages erwachten sie am Strand von Platja de Palma und wurden gewahr, dass sie bereits seit mehreren Stunden ihrem Blut wichtige Promille entzogen, durch Schlaf. Um den Pegel der Erträglichkeit (nüchtern war kein gemeinsamer Urlaub erstrebenswert) wieder zu  erlangen, stürzten sie sich auf alle Gefäße die sich da um sie herum angesammelt hatten, doch selbst die Neige war zu Neige geronnen.

Da begab es sich, dass all zu dieser Zeit eine Kalebasse, nein eine Amphore, nein eher eine Phiole, an Land gespült ward. Sogleich stürzte sich Georg, auch Schorsch genannt, beherzt auf das vermeintliche Fläschchen um ihm spirituosiellen Inhalt zu entlocken. Doch was er durch zerren, ziehen, zaudern, zähnefletschen, zürnen, zu Tage brachte, war eine nebulöse Wölke, eher ein Wölkchen, aus dem sich sogleich eine Halbperson, Halb-Dschinn/Halb-Wölkchen-Unterleib, formulierte.

Georg: Boah, Gug Mol Jirgen, do isch a Flaschagoischd! (Übersetzung: Hussassasa, Schau einmal Jürgen, da ist ein Geist aus einer Phiole!)

Jürgen: Heidenei, Do derf mr ons gwies was wünscha! (Heiden Ei, da sind für uns bestimmt ein paar Wünsche frei)

Der Dschinn, ein gar lustiger Geselle, der alle wichtigen Weltsprachen beherrschte und deshalb auch Schwäbisch, war über das Ansinnen der Beiden gar herzlichst erheitert und wollte ihnen und sich nicht den Spaß verderblichen:

Geist: Griaß God, Männr, i häd drei Winsch fr jeden von eich frei. (Guten Tag, die Herren, ich würde euch drei Wünsche feilbieten)

Georg: Hasch des ghärt, dr sell schwätzt schwäbisch. (Hast du das vernommen, derjenige welcher spricht unseren süddeutschen Akzent)

Jürgen: Ja, leck mi am Fidele, wenn e des net ghert het, dät i des net glauba. (Ja, leck mich am Arsch, wenn ich das nicht vernommen hätte, würde meiner einer das nicht für möglich halten)

Georg mutig zum Geist: Ja was schwätsch du so a scheas schwäbisch? (Ja was sprichst du so ein schönes Schwäbisch?)

Geist zu Georg: Wer elles kenna ka, sod au a schwäbisch kenna. (Wer alles kennen könnte sollen tun täte, sollte auch schwäbisch können)  

Jürgen: Du Schorsch, ´etzt sod mr mid dem wenscha afanga. (Du Georg, jetzt sollten wir mit dem Wünschen anfangen)

Georg: Ja, do wünsch i mir glei a Goldochsa. (Ja, da wünsch ich mir sofort ein Goldochsen)

Kaum ausgesprochen steht eine stattliche Ochsenfigur neben ihnen, aus purem Gold.

Jürgen: Noi, Goischd, du Segl! A Biier! (Nein, Geist, du hirnverbrannter Volltrottel! Ein Bier!)

Die Ochsenstatue verdampft und an seiner Stelle steht ein kühles Heineken, frisch gezapft.

Beide, Georg und Jürgen im furiosen Duett: Noi! Goischd, du Depp! A richdigs Biier, a Goldochsa Bier! (Nein! Geist, du Doofie! Ein richtiges Bier, ein Goldochsen Bier!)

Geist: Ja, sagads doch glei. (ja, sagt es doch gleich)

Das Heineken zerplatzt und ein ganzer Kasten Gold Ochsen Bier steht vor den Beiden ehemals weiß-, nun rotbehäuteten Schwaben. Beide nehmen sich eine Flasche, öffnen, und prosten sich und dem Geist zufrieden zu, nach einer Weile des schweigens und trinkens, schweigens und trinkens, schweigens und trinkens, erinnern sie sich des wünschens.

Georg: Du Jirgen, was winschen wir uns itzat? (Du Jürgen, was wünschen wir uns jetzt?)

Geist: Noml was winscha? Des warrad doch scho drei Winsch! (Noch mal was wünschen? Das waren doch bereits drei Wünsche!)

Jürgen: MoMomentle, no et so hudla, so schnell schiasat Preißa net! (MoMomentchen, nur nicht so hetzen, so schnell schießen die Preußen nicht!)  

Geist: Gwinscht isch Gwischt, an goldana Ochsa, a Bier ond a Goldochsa Bier. Drei fedde Winsch, feddig. (Gewünscht ist Gewünscht, einen goldenen Ochsen, ein Bier, ein Goldochsen Bier. Drei fette Wünsche, fertig!)

Georg: Des isch abr a bissale schnell ganga! So kasch ja au et sei, i kei de glei ens Meer widr nei! (Das ist aber ein bisschen schnell gegangen! So kannst du doch nicht sein, ich werfe dich gleich ins Meer zurück)

Geist belustigt: Z oinzige was ihr eich no wenscha kedad, wär: sich verwandla en a Dir. (das Einzige was ihr euch noch wünschen könntet, wäre: sich zu verwandeln in ein…)

Jürgen aufgebracht: Was fr a Dier? A Scheißhausdier? Du schpensch wohl? Had di Sonn gschdocha? Had dir a Vogl ens Hiera neigschissa? (Was Für eine Türe? Eine Scheißhaustüre? Du spinnst wohl? Hat dich die Sonne gestochen? Hat dir ein Vogel ins Hirn heineingemacht?)

Geist: I moin a Dir ond koi Dier, a Moggale odr a Suggale odr a Geggale. (Ich meine ein Tier und keine Tür, ein Kälbchen oder ein Schweinchen oder ein Hühnchen.)   

Es beginnt das gleiche Prozedere wie vormals, die beiden überlegen, trinken, überlegen, trinken, überlegen trinken und sprechen unüberlegtes aus:

Jürgen: A Seeadler, i hau scho emr a Seeadler sei wella, so majesdädisch ibr da Bodasee kroisa, des häd scho was. (ein Seeadler, ich wollte schon immer ein Seeadler sein, so königlich über den Bodensee kreisen, das wäre was.)

Geist: Koi Problem, ond du, Schorsch, a Tiegr? (Kein Problem, und du, Schorsch, ein Tiger?)

Georg: Noi, om Gods Willa, koi so bleedr Tiegr. (Nein, um Gottes Willen, kein so blödes Katzenvieh.

Geist: A Sugl? (Eine Sau?)

Georg: Noi

Geist: A Hiiisch? (ein Hirsch?)

Georg: Noi

Geist: A Aff? (ein Affe?)

Georg: Etz lammr doch mei Ruah, etz lass me ibrlega. (Jetzt lass  mir doch meine Ruhe, jetzt lass mich doch überlegen.)

Der Geist war viele Jahre in seiner Phiole gefangen, er musste lernen zu warten, musste sich Geduld antrainieren.

Geist: (zorad/zornig) Hemlhergozdondrwedr, wia lang soll e no wada? Des wed doch et so schwer sei, zom wissa en was fr a Dirle i di verwandla sod. Derf i dier an Vorschlag macha? (Himmelherrgottdonnerwetter, wie lange soll ich noch warten? Das wird doch nicht so schwer sein, zu wissen in was für ein Tierchen ich dich verwandeln soll. Darf ich dir einen Vorschlag machen?)

Georg: Ja, was? (Ja, was?)

Geist: a Fotzaleggrhondle (ein Schoßhündchen)

Georg erbost: A Fotzaleggrhondle? Isch dei Hira en deam Fläschle blieba? (Ein Schoßhündchen? Ist dein Hirn in diesem Fläschchen geblieben?)

Geist vertraulich: Ibrleg doch mal. So a Fotzaleggrhondle wed emmr am Busa omananddraga. ´S kriagt z beschd Fuddr. Duad Leid mid seim Gläffa omanandhonza. I sag dir´s, so a Fotzaleggrhondle hod z beschde Leba. (Überleg doch mal. So ein Schoßhündchen wird immer am Busen umhergetragen. Es bekommt das beste Futter. Tut die Leute mit seinem Gekläffe herumkommandieren. Ich sag dir, so ein Schoßhündchen hat das beste Leben.)

 



Jahre später treffen sich ein Seeadler und ein Chihuahua zufällig am Strand bei Überlingen.

Georg/Chihuahua: Servus Jirgen, wia gods? (Hallo Jürgen, wie geht´s?)

Jürgen/Seeadler: Servus Schorsch. Am Aafang war´s scho schea, dui Weide, so omanand zom fliaga, des isch a absolude Freiheit. (Am Anfang war es schon schön, die Weite, so umher zu fliegen, das ist die absolute Freiheit.)

Georg/Chihuahua: Abr? (Aber?)

Jürgen/Seeadler: Abr dann, ma isch halt ellaweil alloi. Ond dia ganze Meis ond Hasa, dia hend alle an Konschddüngr von de Felder em Ranza, dia kasch et fressa ond ellaweil blos Fisch, pfuideifl. Wenn e endlich a Weible gfonda hau, dauerd dr Sex blos a bar Seconda ond wenn de Jonge groaß gnuag send, ka e me widr vrpissa. Ond? Wia gods dir so? (Aber dann, man ist halt die ganze Zeit alleine. Und die ganzen Mäuse und Hasen, die haben alle Kunstdünger von den Feldern in ihren Bäuchen, die kannst du nicht fressen und immer nur Fisch, PfuiTeufel. Wenn ich endlich mal eine Frau gefunden habe, dauert der Sex nur Sekunden und wenn die Jungen groß genug sind, kann ich mich wieder verpissen. Und? Wie geht es dir so?)

Georg/Chihuahua: Wo i ibrall romkomma be! New York, Paris, Mailand, Berlin. Schdändig isch mei Schefe en dr Weltgschichd omanand. Odr Bahamas, Seychella, Kuba, elles scho gsea. Ond Fressa, nur z Feindschde vom Feindschda, Kaviar ond spanische Schenka, i hau sogar an Personal Trainer das i et z fett wr. (Wo ich überall herumgekommen bin! New York, Paris, Mailand, Berlin. Ständig ist meine Chefin in der Weltgeschichte unterwegs. Oder Bahamas, Seychellen, Kuba, alles schon gesehen. Und Ernährung, nur das Feinste vom Feinsten, Kaviar und spanischer Schinken, ich habe sogar einen Personal Trainer damit ich nicht zu fett werde.)

Jürgen/Seeadler: Dann ischs ja subr, dann hoschs ja beschdens verwischt. (Dann ist es ja Super, dann hast du´s ja Bestens erwischt)

Georg/Chihuahua: Woisch du warom Fotzaleggrhondle, Fotzaleggrhondle hoist? (Weißt du warum Schoßhündchen, Schoßhündchen heißt?)

Jürgen/Seeadler erschrocken: Abr doch et weil …(Aber doch nicht weil…)

Georg/Chihuahua: Doch! Schdändig wr e von dera Schell sexuell ausbeidad, abr ma gwehnt sich an elles. Woisch, etz isch se en am Alder do drepflad se halt au. (Doch! Ständig werde ich von dieser Saftpresse sexuell ausgebeutet, aber man gewöhnt sich an alles. Weißt du, jetzt ist sie in einem Alter da tröpfelt sie halt auch.) Du? Mir send doch emr no Freind? (Du? Wir sind doch immer noch Freunde?)

 

Zeitungsbericht in der BILD: Jenny Elbertz – Elvertshagens Chihuahua bei einem Spaziergang am Bodensee von Seeadler entführt. (Foto auf dem die Jenny gen Himmel starrt, mit offenem Mund, offenem Dekolleté, Kleidung eine Mischung aus Lagerfeld und C&A, Modegurke des Monats. Das nächste heimlich geschossene Foto: mit der einen Hand hält sie die hundelose Leine ihres geliebten Hündchens ‚Gipsy‘, mit der anderen kippt sie sich einen Flakon Chanel No. 5 in den Rachen, dazu Schlagzeile: IST JENNY WIEDER AUF CHANEL?)

 

Über der schwäbischen Alp entfleucht eine wundersame Allianz aus Hund und Adler der diesseitigen schnöden Welt. Unter ihnen, auf dem Federsee, zwischen Alles- und Oggelshausen, rudert ein Dschinn und schaut ihnen wohlwollend nach, wie sie am horizontiellen Firmament entschwinden.       




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Kommentare

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  • 1

    o mein Gott -  das liest sich gut.

    01.11.2015, 17:39 von Xspellbound
    • 1

      Frauen und ihre billigen Gelüste (Grinsebacke)

      02.11.2015, 20:56 von FrankFrangible
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  • 0

    Horizontiell? Wtf?

    25.10.2015, 19:35 von Grumpelstilzchen
    • 0

      Blog-lbt-Frosch-Familie-C...

      25.10.2015, 19:43 von mirror87
    • 0

      Grumpi - schlimm diese Übersetzungsprogramme, gell?
      Mirror - fesche Fresch!

      25.10.2015, 20:55 von FrankFrangible
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