alexandra_buerger 07.01.2013, 11:15 Uhr 159 3
NEON täglich

Trauerarbeit

Wie geht ihr mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen um?

Wie ist das, habt ihr schon mal einen euch nahestehenden Verwandten oder Freund verloren? Was tut ihr, um mit diesem Verlust fertig zu werden? Ja, ja, das Leben geht weiter, und die Zeit heilt alle Wunden und so...das lässt sich immer so einfach sagen. In meinem vorherigen NEON täglich über die ARD Themenwochen „Leben mit dem Tod“ wollte ich wissen, wie ihr es findet, mit der Thematik zwangsweise konfrontiert zu werden. 

Aber was ist, wenn es einen plötzlich ganz persönlich betrifft? Rückt die Familie näher zusammen? Oder passiert eher das Gegenteil – bei einem Erbstreit zum Beispiel. Wie geht ihr persönlich mit dem Verlust eines geliebten Menschen um? Hat es euch auf irgendeine Weise verändert?

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159 Antworten

Kommentare

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    Ich frage mich gerade, ob der Streit ums Erbe eine Art Kompensation ist.

    Guter Sprech: "Ich mußte dem Toten sein Leben lang immer zurückstecken, nun will ich wenigstens die Barschafft und das Haus um meine verletzten Gefühle heilen zu können"  

    Schlimm, schlimm, wie Leute im Rentenalter da wieder zu Kindern mutieren...

    08.01.2013, 11:26 von Tanea
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  • 1

    kann mich nur wiederholen, was ich damals dazu geschrieben habe:

    "Es trifft einen unerwartet hart. Auch wenn man weiss, dass eine Person krank war oder alt. Man reagiert niemals so, wie man es vielleicht von sich erwartet hätte. Ich hab in den letzten 3 Jahren eine handvoll Menschen verloren: Suizid, Unfall,Krankheit,Alter. Es war alles dabei. Und immer ist es anders. Nur eines ist gleich...und das ist einfach dieser Schlagins Gesicht wenn man es erfährt."

    Das Schlimmste war, als mein Vater vor 6 Monaten gestorben ist. Die ersten Monate habe ich das gar nicht wahrgenommen. Ich hatte auch eine Menge zu tun mit dem Kram beim Amt, der erledigt werden musste und ich hätte auch nie gedacht, dass ich da dann so funktionieren würde (Mein Bruder ist 4 Jahre jünger und war noch minerjährig, Mutter ist schon gestorben, als ich klein war, demnach musste ich mich um alles kümmern.),. Ich bin 2 Tage danach wieder arbeiten gegangen. Das, was noch an Familie da war, ist zusammengerückt ja. Aber es hat sich auch absolut herausgestellt, wer meine Freunde sind. Denn wer einem bei sowas helfen kan und will, den sollte man gut festhalten.
    Es passiert, dass ich mit ihnen unterwegs bin und ganz plötzlich das Verlangen habe, darüber zu sprechen. Das tue ich. Denn wenn ich das mit mir selber ausmachen würe, täte mir das nicht gut. Und das ist okay für sie.
    Jetzt ein halbes Jahr später mache ich mir Vorwürfe und registriere, dass er nicht mehr da ist. Weine öfter als kurze Zeit danach.

    hat es mich verändert? Es hat mich eindeutig erwachsen werden lassen, denn ich sorge jetzt mit 22 Jahren noch für meinen kleinen Bruder und meinen 86-jährigen Großvater. Nebenbei versuche ich zu leben. Ich hab' andere Sichtweisen auf viele Dinge bekommen.

    Schwieriges und trauriges Thema.

    08.01.2013, 11:02 von independentdreamer
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      das mit dem früher erwachsen werden... als mein vater starb, war es selbstverständlich, dass man zuhause noch mehr hilft, die moa bei der Pflege der grosseltern unterstützt; dass man seine kleinen sorgen nach hinten geschoben hat (was auch nicht immer gut war) und dass man einen ganz anderen blick auf die dinge im leben gewann, welche wichtig sind. für mich sind das bis heute familie und freunde, ehrlichkeit und dass ich mir selbst treu bleibe und mich nicht für jemanden verbiege...

       

      08.01.2013, 12:00 von Merida
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  • 1

    ich hatte leider sehr früh erfahrungen mit dem tod. mein vater starb, als ich 10 war... ich vermisse ihn, ich denke viel an ihn und ich spreche ebenfalls mit ihm... ebenfalls hat mich der tod meines besten freundes mitgenommen und auch noch viele andere todesfälle... leider war ich in dieser beziehung nicht gerade gesegnet. ja! es ist schwer; ja! es schmerzt; ja ich vermisse die leute; ABER ich wäre nicht das - was ich heute bin - wenn diese dinge (unter anderem die Todesfälle und auch bestimmte andere schlimme und schöne dinge) nicht passiert wären. ich versuche auch hier, das positive zu sehn... was nicht heisst, dass ich nicht trauere.

    Ich habe viele erinnerungen oder auch videos, fotos, dvds von diesen menschen bezw. auch von meiner kindheit, welche mich immer wieder in der vergangenheit schwelgen lassen. es hilft mir, das ganze ein bisschen hinter mir zu lassen. aber es gibt momente, da trifft mich die trauer wie ein schlag, auch wenn es teilweise schon 20 jahre her ist... zeit heitl keine wunden, aber es wächst haut darüber und man kann sich entweder bemitleiden, wie schlimm und ungerecht das alles ist, oder man kann nach vorne schauen und in der vergangenheit das positive sehn und die schönen erinnerungen festhalten.  

    08.01.2013, 08:41 von Merida
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    Ich hatte mein Oma, die Mutter meiner Mutter, noch am Tag zuvor mit meiner damaligen Freundin im Krankenhaus besucht (war ne Stunde Fahrzeit), sie war wieder recht gut drauf nach ihrem zweiten Herzinfarkt. Am nächsten Tag sind meine Eltern noch mal ins Krankenhaus, und als sie wieder gegangen sind, ist Oma wohl gestorben, jedenfalls rief das Krankenhaus bei uns zuhause an  und unterrichtete mich darüber. Ich musste dann auf die Rückkehr meiner Mutter warten, und ihr den Tod ihrer Mutter beibringen. Leider weiß ich nicht mehr was dann geschah, ich überleg grad, ob die Gedächtnislücke ein Trauma darstellt? Ich sollte mal nachfragen...vielleicht hat es mich verändert...

    08.01.2013, 00:52 von EliasRafael
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    wenn alexandra buerger und ihre neonkollegen ihre textchen mit persönlichen anekdötchen ausschmücken würden, wäre schon die kleine trauer von mir genommen, als dessen nicht wert betrachtet zu werden.

    ist das ehrlich zu viel von euch verlangt? das gäbe den diskussionen einen persönlichen touch - oder ist das selbstschutz, weil hier so viele verrückte rumlurchen, die einem aus jeder persönlichen information einen strick aus ewigem stalking plus emotionaler vergewaltigung drehen?

    08.01.2013, 00:40 von libido
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      würde dir ja nie einfallen sowas, du herz- und anstandsguter

      08.01.2013, 01:15 von schauby
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      meinen persönlichen emotionalen kram lade ich nicht ganz so einfach ab wie manch andere/r, das ist richtig.

      dafür brauchts schon ein bisschen teasing. warum das einige redakteure können, dieses leicht emotional ansprechende durch z.b. eine eigene geschichte oder einen quasibezug zur eigenen person herzustellen, und einige nicht, mag an der eigenen reife oder eben auch so einer art scham liegen. einerseits im rampenlicht einer zeitschrift / eines forums agieren, die seelenstriptease zu liebe, sex und sozialem miteinander zu ihren hauptinhalten zählen, andererseits nicht zu dem kleinen funken vorauseilender öffnung bereit, den ich wiederum persönlich benötige, um mich zu öffnen, um das gefühl zu haben, nicht nur ein stöckchen zugeworfen zu bekommen.

      vielleicht liegt genau auch hier sie antwort darauf, wieso DU hier plötzlich unter dem deckmantel des sarkasmus zu einem schwinger sehr weit unter der gürtellinie ausholst (fühltest DU dich etwa angesprochen?).
      ...ggf hast du ja trauerfälle in dir, die hir zwar adressiert werden und die dich von innen pieken, die du aber nicht entsprechend los wirst, weil der teaser so herzlos, ja technokratisch formuliert ist. denk mal drüber nach, ohne gleich ausfallend zu werden. und die antwort bitte ohne kopiertes zitat.

      08.01.2013, 21:46 von libido
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    http://www.neon.de/artikel/fuehlen/freundschaft/42-monate-ohne-dich/942985

    08.01.2013, 00:30 von maxmillionaire
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  • 0

    Ich habe eine große Familie, viele Tanten, ganz viele Onkel usw... Der Nachteil daran:
    Es vergeht kein Jahr in dem kein Angehöriger stirbt. Als ich ein Kind war, war es eben nicht so schlimm da waren die Tanten & Onkel nicht so alt und die Todesfälle nicht so oft...
    Doch mit den Jahren und mit dem Alter....
    Es ist traurig und ich versuche so oft wie möglich an diese Menschen zu denken

    07.01.2013, 23:16 von Lalique03
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    Ich finde, es kommt ganz darauf an wie der jenige gegangen ist. Mein Opa zum Beispiel war sehr lange krank und ist sehr offensiv mit dem Tod umgegangen. Ich denke, das hat es der ganzen Familie leichter gemacht.
    Ich persönlich beschäftige mich weniger mit dem Verlust, als mit der Erinnerung.
    Natürlich bin ich sehr traurig, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr in meinem Leben ist. Das wird besonders deutlich, wenn sich in meinem Leben etwas verändert und ich das gerne mit dem jenigen erlebt hätte oder es erzählt hätte. Andererseits bin ich sehr dankbar für jede Erinnerung und jeden schönen Moment, jedes Abenteuer. Das macht mich stark und bringt mich zum lächeln.
    Es ist schon etwas wahres daran, dass ein Mensch erst dann wirklich gegangen ist, wenn man sich nicht mehr an ihn erinnert.

    Ich erinner mich gern ♥

    07.01.2013, 21:34 von LenaRennt
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