Tick Tack
Ich behaupte ja von mir ein ziemlich normaler Mensch zu sein. Ok, was heißt normal.
Normal sein für mich heißt, gute und schlechte Laune zu habe, Menschen unbewusst zu verletzen weil ich das Herz auf der Zunge trage und gerne lache, auch mal weine, zuhören, erzählen,eben von jedem etwas habe.
Wobei ich da direkt beim Thema bin, von jedem etwas, heißt ja, laut Mendel, habe was vom meinem Pa und habe was von meiner Ma. Schaue ich mir meine Ellis heute an, glaube ich, ich habe von keinem etwas. Und ich frage mich schon, ob meine Eltern einen Hang zum verrückt sein haben. Diese zwei sind nun über 33 Jahre verheiratet. Eine echte Rarität in der heutigen Zeit, auf die ich echt stolz bin. Jedem der es wissen will erzähle ich, dass meine Eltern ein Vorbild sind. Aber genau dieses Bild kommt ins Wanken. Vielleicht haben die 2 auch 33 Jahre einfach nie den Mut gehabt an ihrem Leben etwas zu ändern und sind nur aus Bequemlichkeit zusammen geblieben. Man muss dazu sagen, mein Vater ist depressiv seit ich denken kann. Er hatte während ich zu Hause gelebt habe, zeitweise Klinikaufenthalte und die Floskel „ Ich würde mich am liebsten erschießen“ wurde mit zunehmendem Alter nur noch mit einem Nicken quittiert. Meine Ma hat versucht die Depressionen immer zu überspielen und ist in ihrer Mutterrolle aufgegangen. 2 Jahre nachdem meine Schwester und ich dann aus dem Haus waren, hat meine Mutter Tabletten genommen. Meine Schwester hat sie gefunden. Krankenhaus, Therapie, dass übliche was schon von meinem Vater bekannt war. Meine Mutter, haben wir anschließend entdeckt, war eine leidenschaftliche Sammlerin. Es gab ihr das Gefühl etwas wert zu sein. Sie spielte zu der Zeit mit dem Gedanken sich von meinem Vater zu trennen, weil er sie einengt. Er hat alte Rollenmuster im Kopf, ist ein Pascha der sich gern bedienen lässt und für den Herd und Frau zusammen gehört wie Hänsel und Gretel. Er ist sehr dominant. Ich hatte Angst vor ihm als ich klein war. Wenn er seine Stimme erhob und er einen seiner cholerischen Anfälle hat bin ich geflüchtet. Meine Mutter ist wiederum eine Person, die sich alles gerne schön redet. Ich möchte keinen mit meinen Problem belästigen und reden über persönliche Dinge könnte ja auch zu Probleme führen. Dann sollte man es lieber gleich sein lassen. Sie redet nie wenn es ihr nicht gut geht, hört aber allen gerne zu, die Problem habe und verteilt große Ratschläge.
Heute sind sie wieder an dem Punkt, wo sie waren als meine Mutter Tabletten genommen hat. Beide haben getrennte Therapien hinter sich. Jeder hat vermeintlich an sich gearbeitet und hat doch nichts geändert. Meine Mutter soll nun immer Rechnungen vorlegen wenn sie einkaufen war, damit sie nichts Unnützes kauft was das Sammeln forciert. Sie akzeptiert es. Vielleicht ist es der bequemere Weg, aber ob es ein glücklicher ist? Ich fragte beide ob sie sich lieben. Sie antworteten mit „ja“.
Wenn so Liebe aussieht weiß ich wohl warum ich alleine lebe. Ich höre die Uhr im Hintergrund…tick tack…vielleicht ist das der Wandel der Zeit, der Generationen.






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