sandindenfedern 30.06.2007, 19:57 Uhr 15 6

Schwangerschaft gesucht

Neulich stand ich während des Bürgerfestes inmitten der Menschenmenge, als sich plötzlich eine Frau mit ihrem Kinderwagen direkt neben mich stellte.

Ich warf einen Blick hinein, oh Zwillinge, begutachtete die beiden eingehend, suchte mir eins aus und fragte die Mutter: „Brauchen Sie alle beide?“

Die Frau hat nicht die Polizei gerufen. Ich glaube, sie hielt es für einen Scherz. Dabei hätte ich das Kind sofort genommen, wenn sie es mir gegeben hätte. Hat sie aber nicht, egoistische Kuh!

Die Heteros verfügen über ein Privileg, dessen sie sich, so glaube ich, gar nicht bewusst sind. Im besten Falle lieben & schätzen sie sich und sie erleben ein- bis fünf berauschende Liebesnächte miteinander. In einem schlechteren Fall klappts gleich beim ersten Mal, es war ein One-Night-Stand und sie hat die Pille vergessen. Wie auch immer es lief, das Ergebnis ist das Gleiche. Ein Mann und eine Frau pimpern, es kommt ein Kind. Das Einfachste der Welt.

Manchmal bin ich deswegen neidisch und wütend. Leute, die sonst nichts auf die Reihe kriegen, bekommen Kinder. Leute, die keine wollen, bekommen Kinder. Ich würde alles versuchen, meinem Kind ein guter Begleiter zu sein. Ich würde mir einen riesigen Boxsack kaufen, ihn im Keller aufhängen und jedes Mal kurz runter verschwinden, wenn mein Kind mich nervt. Ich würde meinem Kind einen Hund kaufen und ihn dann selber ausführen, weil der Spross lieber am PC sitzt. Ich würde Babybrei vom Boden und der Wand wischen, mich mit meiner Partnerin wegen der Erziehung streiten, weil sie zu lasch und ich zu streng bin und ich würde mich dauernd sorgen. Um das Kind selbst und wie es wohl damit zurechtkommt, zwei Mütter zu haben. Denn unsere Gesellschaft tut oft nur so, als wäre sie tolerant. Ich würde es lieben, mein Kind. Wenn ich denn eins hätte.

Natürlich haben auch Lesben ihre Möglichkeiten. In einer Partnerschaft könnte sich eine von beiden durchringen, notgedrungen mit einem Mann zu schlafen. Keiner Lesbe würde das leicht fallen, logisch, sonst wäre sie ja keine. Und meistens ist es mit einmal „drüberrutschen“ auch nicht getan, selbst wenn der Eisprung genauestens kalkuliert ist. Und die andere Seite der Problemmedaille ist der Mann. Finde mal einen (potenten) Mann, der einen Aids-und Hepatitistest macht, die Krankheiten sämtlicher Familienmitglieder auflistet, mit einer Frau schläft, die daliegt wie ein Brett, ohne Druck, ohne sich benutzt zu fühlen und anschließend, sollte es geklappt haben, brav den Nebenbei- Papa spielt, denn einen männlichen Bezug braucht das Kind ja auch. Sollte es den geben, Glückwunsch!

Nun, da sexueller Kontakt mit einem Mann für die meisten frauenliebenden Frauen nicht in Frage kommt, könnte frau es mit der sogenannten Bechermethode (Heimintersemitation) probieren. Die Bezeichnung lässt schon erahnen, wies gemacht wird. Es wird ein Spender benötigt, der sich in Freunden, aber auch auf seriösen Internetseiten finden lässt. Dieser ejakuliert in einen Urinbecher oder direkt in eine Einwegspritze, die die Frau sich dann einführt.

Wer´s lieber professioneller mag, d.h. eine künstliche Befruchtung beim Arzt, sollte sich im Ausland kundig machen, zumindest gestaltet es sich dort möglicherweise unkomplizierter. Laut Ärztekammer ist eine Reproduktion bei gleichgeschlechtlichen Paaren, sowie bei Alleinerziehenden hier in Deutschland verboten. Dabei wird aber diese Angelegenheit von jedem Bundesland anders gehandhabt, da die Rechtslage sehr schwammig ist. Intersemitation bei verheirateten Paaren ist zulässig, es stellt sich also nur die Frage, ob eine eingetragene Lebenspartnerschaft als Ehe anzusehen ist. Karlsruhe sagte dazu am 17. Juli 2002: “Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 Abs. 1 GG hindert den Gesetzgeber nicht, für die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe gleich oder nahe kommen" Es gibt Kliniken und Samenbanken, beispielsweise in Berlin, die diesem Urteil folgen. Weit mehr tun es nicht.

Glück hat, wer sich eine angelt, die bereits schwanger ist. Denn es ist seit 1.01.2005 möglich, das Kind zu adoptieren (Stiefkindadoption) und damit alle Rechte und Pflichten zu erwerben, die ein leibliches Elternteil innehat.

Fazit: Bei Lesben und Schwulen kostet das Kind schon Kraft und Nerven, obwohl es noch nicht mal gezeugt wurde. Doch sobald sich drei sicher sind, werden sie Mittel und Wege finden. Auch ich."Wichtige Links zu diesem Text"
http://www.regenbogeneltern.de

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15 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Ich bin auch oft neidisch, hab mich aber damit abgefunden, dass es "nich is".
    Ein ganz normales Adoptionsrecht wünsche ich mir noch für "uns".

    21.07.2007, 12:33 von scoop
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    Guter Einblick! Danke für diesen Text!

    19.07.2007, 08:15 von Aloisia
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    Ich glaube kaum das ihr euch nen trottel als "samenspender" angelt, und andere, normale männer mit familiensinn würden sich auf dieses "daddy on demand" spielchen wohl kaum einlassen. Ganz zu schweigen, das auch bei uns (normalen) kerlen liebe beim zeugen eines kindes eine nicht gerade geringe rolle spielt.

    18.07.2007, 23:25 von Mewkew
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    Es ist auch nicht viel einfacher, wenn man einen potentiellen Vater hätte, dafür aber unfruchtbar ist (aber die biologische Uhr tickt trotzdem)...

    Wünsche dir/euch aber viel Erfolg beim Kinderkriegen!

    18.07.2007, 21:43 von Sika
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      @Sika Das ist wohl fast noch schwieriger,als die von mir beschriebene Situation.Sollte es Dich betreffen,wünsch ich Dir,dass auch ihr irgendwie einen Weg findet!

      19.07.2007, 00:36 von sandindenfedern
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    Ich bin schwanger!!

    *freu*

    18.07.2007, 19:06 von Claud187
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      @Claud187 Na herzlichen Glückwunsch!!!

      19.07.2007, 00:33 von sandindenfedern
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    Also, ehrlich. So was blödes und egoistisches hab ich schon lange nicht mehr gehört.
    Hast du mal dran gedacht, dass es auch bei Heteros zunehmend Probleme gibt, Kinder zu zeugen.
    Außerdem gibt es auch in anderen rechtlichen Bereichen (Kinder, nach Trennungen usw.) zwischen jeder Art von Nicht-Verheirateten oft Auseinandersetzungen.
    Ich find es echt übertrieben, alle Probleme nur auf die eigene sexuelle Ausrichtung zu schieben.

    18.07.2007, 18:24 von Antje-Jimmy
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      @Antje-Jimmy Also Ich find DEIN Kommentar total bloed. Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? sicherlich gibt es hetero paare die keine kinder haben koennen, oder andere Probleme aber darum geht es doch gar nicht? Es geht lediglich darum, dass homo paare es nun mal - rein biologisch - um einiges schwerere haben Kinder zu bekommen. Und um die Moeglichkeiten die sich eben so ergeben dieses Problem zu ueberwinden.

      18.07.2007, 18:45 von Stoosh
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      @Stoosh Das bestreit ich doch gar nicht, natürlich ist es in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung vom biologischen Standpunkt schwerer ein Kind zu bekommen.
      Aber für mich kam das im Artikel so wütend rüber, als ob einzig die eigene Orientierung diese Schwierigkeiten (v.a. von der rechtlichen Seite) verursachen würde.
      Ich mein damit, dass es mir total wurscht ist, ob jemand hetero oder gleichgeschlechtlich oder asexuell ist - und vor allem, dass sie mit bestimmten Problemen eben nicht allein dastehen.
      Ich find, dass sollte man nicht allein daran fest machen. Was ist mit alleinstehenden, die sich ein Kind wünschen?? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die keine Abneigung gegen Zeugungs-Sex (s.o.) haben. Meiner Meinung liegt das Problem am Rechtssystem, was nur eine Ehe als "Familie" sieht, und nicht Beziehungen. Und in dieser Hinsicht ist es total egal hetero zu sein oder nicht.

      18.07.2007, 22:16 von Antje-Jimmy
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    1. Ich hoffe du meinst es nicht so, mit "einfach mal kurz zum Boxsack in den Keller gehn". Kinder zu erziehen ist doch etwas vielschichtiger und du kannst nicht immer so mal schnell in den Keller gehen. Als naheliegendes Beispiel: Früh am Morgen; das Kind nervt, weil es sich nicht anziehen will (und strampelt auf dem Fussboden rum) und der Bus fährt in 5 Minuten.

    2. Ich würde auch nicht einfach so mein Sperma hergeben. Und das ist unabhängig von dem Sex (oder wie auch immer es gemacht wird). Viel, viel größer sind doch folgende Fragen (je nachdem wie es "danach" weiter geht in der "Beziehung" zwischen dem Paar und dem Mann:
    2.1. Finanzen (hab ich weiter oben schon was dazu geschrieben)
    2.2. Was ist, wenn sich das Paar trennt
    2.3. Ich möchte, soweit ich es kann, immer bei meinem Kind sein, es aufwachsen sehen, etc. pp. und nicht nur 50% der Zeit mit ihm verbringen.
    2.4. Was ist mit anderen Kindern des Mannes bzw. mit seiner Partnerin? (Oder muss er auch homo sein?)

    3. Schnapp dir nen Typen in der Disko zu nem ONS! ;-)

    Das waren meine Gedanken dazu.

    18.07.2007, 16:00 von Sirius
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      @Sirius
      "3. Schnapp dir nen Typen in der Disko zu nem ONS! ;-)"

      Super Vorschlag. Deshalb bin ich ja auch lesbisch, weil ich so gerne mit Männern schlafe...

      (ja, ich hab den smiley gesehen. nervt mich trotzdem)

      19.07.2007, 15:52 von system
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    Super Beitrag. Ein Thema das mich auch schon etwas beschäftigt und in ein paar Jahren wahrscheinlich noch mehr. Erzähl mir, wenn Du das Problem gelöst hast. ;)

    18.07.2007, 15:54 von FrauPanne
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      @FrauPanne Wird gemacht ;)

      19.07.2007, 00:30 von sandindenfedern
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    • 0

      @andrew Ich finde, eine Adoption ist überhaupt nicht naheliegend.

      Es mag seltsam klingen, aber eine Adoption sollte man nicht in Erwägung ziehen, nur weil man einen unerfüllten Kinderwunsch hat.

      Im Gegenteil, Beratungsstellen, die sich mit Adoption beschäftigen, empfehlen sogar von einer Adoption in diesem Fall abzusehen. Kurz gesagt und böse formuliert, raten sie davon ab, Kinder für die Löung der eigenen Probleme und Defizite zu benutzen.

      - nur mal so eine Anmerkung am Rande.

      19.07.2007, 03:14 von nuehle
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    • 0

      @andrew Wem erzähl ichs!?
      ;)

      19.07.2007, 18:29 von nuehle
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  • 0

    Guter Text. Viel Glück weiterhin. Ich hoffe, du kannst deinen Wunsch irgendwann ganz bald erfüllen.

    18.07.2007, 12:26 von Fanfun
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