Schultern.
Ich stehe neben mir. Du stehst nicht mehr neben mir.
Es war klar, von Anfang an, dass du immer fehlen wirst.
Dass es noch immer derartig lähmen kann, nicht.
Ich habe deine Mailboxansage gespeichert. Sie liegt in iTunes, und manchmal höre ich sie an. Immer dann, wenn ich Angst habe, den Klang deiner Stimme zu vergessen.
Deine Kontaktdaten habe ich aus den Adressbüchern noch nicht gelöscht. Auch wenn ich sie nie mehr brauchen kann.
Da stehst du immer noch unter P, wie Papa.
Jedes Mal, wenn ich in deine Stadt fahre möchte ich dich anrufen und fragen, ob du einen Kaffee da hast.
Du würdest mit irgendeinem flapsigen Spruch antworten und wir würden lachen und eine halbe Stunde später einen Kaffee trinken.
Weißt du, was meine erste Erinnerung an dich ist?
Ich war drei, und war ziemlich krank. Es war November, und kalt, und neblig. Du hast mich auf deine Schultern genommen, und wir sind durch die Nacht spaziert. Ich weiß noch was du anhattest, was ich anhatte. Wo wir entlang liefen.
Und wie aufgehoben ich mich fühlte.
+++
Die Blumenkästen vor deiner Wohnung sind leer, die Rolläden halb geschlossen.
Es ist kalt. Ich laufe alleine. Ohne dich | neben mir.


Kommentare
Das erinnert an den Erlkönig.
29.06.2009, 07:50 von Guadalupemacht mich weinen.
16.06.2009, 22:55 von Blumengaenschenund das heißt was.
Traurigkeit, die wundervoll verpackt ist.
13.06.2009, 20:37 von Licht.Blickwunderschöne worte für eine traurige realität
27.02.2009, 19:18 von aroma...
25.02.2009, 13:20 von AnnaEcke