Dela_Kienle 14.07.2006, 11:08 Uhr 23 2
NEON täglich

Liebt ihr mich noch?

Streit gibt es immer mal. Aber manchmal geht der so tief, dass zwischen Müttern und Väter und Söhnen und Töchtern jahrelang Funkstille herrscht.

Es tut ja schon weh, eine Beziehung zu beenden – mit jemandem, von dessen Existenz man vor vier Monaten nichts geahnt hat. Man hat gelacht, sich geküsst, laue Sommernächte miteinander verbracht, kurz von der großen Liebe geträumt – bis man gemerkt hat, dass tatsächlich nur große Illusionen dahinter steckten.

Es tut ja schon weh, eine Freundschaft zu beenden – mit jemandem, der früher stets für dich da war und dich dann irgendwann abgeschrieben hat, nach dem Ende des Studiums vielleicht, nach einem Umzug, oder weil die neuen Kumpels aus der Kanzlei scheinbar viel cooler sind - oder auch nur zu diesem fremden, neuen Freund besser passen.

Wie schmerzhaft aber muss es sein, ein Familienmitglied aus seinem Leben auszuschließen? Fehlt da nicht immer irgendwas? Kann man einen Vater, eine Mutter, einen Bruder einfach vergessen? Für den Artikel "Funkstille" in der August-Ausgabe von NEON haben mir drei Leute erzählt, wie schwierig das alles ist und wie leicht andere von „Verzeihen“ und „Aussöhnen“ reden... Dabei ist das wahre Leben meist viel komplizierter.

Wie ist es bei euch: Habt ihr schon einmal den Kontakt zu Familienmitgliedern abgebrochen? Danach vielleicht doch wieder zu einander gefunden? Wie waren eure Erfahrungen?

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23 Antworten

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    Vielleicht ist es am anfang schmerzhaft, aber meiner meinung nach gewöhnt man sich mit der zeit daran. das klingt jetzt vielleicht gefühllos, aber es ist so - finde ich. mit der zeit verliert man das interesse, dass sich etwas ändern könnte an der kaputten beziehung, aber nach einiger zeit wir einem das egal sein.

    14.06.2008, 21:14 von stern_herz
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    Ich fühle mich..tja ich kann nicht sagen wohl dabei aber ich merke es ist ok für mich keinen kontakt zu meinem vater zu haben.
    Als kleines mädchen gab es keinen größeren für mich mein daddy war der beste immer für einen kleinen kampf um die fernbedienung zu haben und ständig gut gelaunt.Jetzt weiß ich dieser mensch ist er nicht.er ist vor einem halben jahr zu seiner neuen freundin gezogen und die trennung meiner eltern hat es mir möglich gemacht den kontakt ganz abzubrechen.ich bin mich langsam am aufrappeln und bin froh darüber das er so nicht mehr die chance hat mich zurück in sein loch zu holen.mir geht es besser damit gar nichts von ihm zu hören als zu wissen was er nun schon wieder angestellt hat. erst jetzt merke ich was es bedeutet auch einfahc mal kompromisslos fröhlich zu sein.

    28.08.2007, 12:59 von schubia
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    "Freude- Gottes Entschuldigung für unsere Verwandten". Mir gefällt dieser Spruch, da etwas dran ist. Vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich niemals wirklich mit einem Gefühl für Familie aufgewachsen bin. Und vor allem nicht, als ich mehr und mehr erwachsen wurde. Ich habe den Kontakt damals zu meinen Großelten abgebrochen hatte, weil sie mich auf's tiefste beleidigt und gedemütigt hatten. 4Jahre lang redeten wir nicht mehr miteinander. Selbst, als mein Großvater an Krebs erkrankte, waren sie zu stolz mir davon zu erzählen. Bis zu seinem Tod- und selbst auf seiner Beerdigung noch- wusste ich nichts davon.
    Ich finde es nicht fair, dass sie mir nicht die Möglichkeit gegeben hatten, mich mit meinem Großvater noch einmal auszusprechen; weil er als ich Kind war, ein echter Opa zu mir war.
    Doch ich bin der Überzeugung, dass wir nicht ohne Grund Verwandte haben. Soweit es geht, sollten wir sicherlich versuchen einen gemeinsamen Nenner zu finden. Soweit es geht. Denn, seien wir mal ehrlich: warum sollte ich mit "Grattlern" verkehren, nur weil sie zufällig über ein paar Ähnlichekeiten mit meiner Genetik mit mir teilen?

    26.08.2006, 22:41 von Pygmalia
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    Mir steht das noch bevor. Um die Gefühle meines Bruders zu achten, werde ich wohl bald den Kontakt zu meiner Schwägerin abbrechen. Zumindest wird sie den üblichen Familienfesten fern bleiben und ich werde sie sehr vermissen.
    Wenn sie allerdings einen kleinen Schritt wieder auf uns zu machen wird, bin ich sicher die Erste, die ihr die Willkommensarme entgegenstreckt.

    25.08.2006, 22:40 von uschi_fisch
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    Also mit Eltern oder Geschwistern zu brechen könnt ich mir beileibe nicht vorstellen. Das müßte schon wirklich schlimm sein.
    Leider herrscht gerade Funkstille zwischen der Mutter meiner Freundin und mir, was schlimm genug ist. Ich hab allerdings keine Veranlassung, dort etwas zu unternehmen.
    Ich finde allerdings wichtig, daß es nicht in falscher Loyalität endet. Ich würde meinen Kindern beispielsweise immer den Kontakt anraten und mich freuen, wenn meine Angehörigen schaffen, was ich grad nicht schaffe.

    25.08.2006, 09:46 von LudwigMartin
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    Mein Vater und meine Ma hatten erst seit einem Jahr ne Beziehung als ich geboren wurde. Er wollte mich nicht, hatte er doch schon andere Kinder, für die er Unterhalt zahlen musste.Und ne längere Beziehung zu meiner Ma konnte er sich nicht vorstellen, also: sind die mutter und das Kindl dann weggezogen. der Unterhalt wurde schon sehr früh nich mehr gezahlt( arbeitslos) und Ma wollte den Gerichtsvollzieher nicht einschalten. von sich aus hat Daddylein*Scherz*sich nie gemeldet, keinen Kontakt zu mir gesucht. Aber ich, ich wollte ihn kennenlernen, den großen Unbekannten! Mit 6 schrieb ich ihm Briefe. daraus resultierte, dass wir uns ca. 1x pro Jahr sahen. ich bekam zum Geburtstag immer seine alten Videos geschenkt, obwohl er wusste, dass wir kein Gerät zum Abspielen hatten. So ging das nen paar Jahre, obwohl ich immer das Gefühl hatte, er sei doch mehr an meiner Ma interessiert, die immer dabei war.als an mir. Ich fühlte mich betrogen, als die beiden nebenan nochmal im bett landeten, obwohl ich wusste, dass da keine Liebe im Spiel war. Ich hab mich von meinem Dad nie liebgehabt gefühlt.Als ich ihn dieses Jahr besuchen kam, damit er mich bei einem Projekt unterstützen sollte, ist bei mir der Faden endgültig gerissen. er hat ne Menge blöde Sachen gebracht. Am Schluss hab ich ihn ein "Arschloch" betitelt und bin gefahren. das war für all die Enttäuschung, die er bei mir mein gesamtes Leben lang hervorgerufen hat. er hat gesagt, solange ich das nicht zurücknehme, herrscht "Funkstille"!. Findet ihr das normal?
    Na ja, ich werd den Täufel tun mich zu entschuldigen. So ist das jetz halt. Wenigstens sehen meine Halbgeschwister ihn auch nicht als ihren Vater an...

    10.08.2006, 13:13 von Mandelvanille
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    die Artikel zu diesem Thema haben mich zweifach berührt.Zum einen bin ich selbst ohne Vater aufgewachsen,zum anderen hat mein Freund(mit dem ich seit 2 1/2Jahren zusammen bin)große Probleme mit seiner Familie.Meine Mutter lies sich bereits während der Schwangerschaft von meinem Vater scheiden,danach besuchte er mich einmal als ich ungefähr 3jahre alt war und ich habe das bis heute nicht vergessen.Es ist eine schöne Erinnerung,obwohl es die einzige bleiben sollte.Meine Mutter sprach nie schlecht von ihm,wollte ihm aber die verantwortung auch nicht aufzwängen und ihm den Kontakt aufdrängen.Verwandte und Freunde meiner Mutter trafen ihn manchmal zufällig und immer hat er sich nach mir erkundigt und gesagt er hätte Angst vor einer zurückweisung meinerseits,falls er mit mir in Kontakt treten würde.Mit 15 fasste ich den Entschluss ihn irgendwann kennenlernen zu wollen,mittlerweile hatte ich bei einem Arztbesuch zufällig die Bekanntschaft mit meiner Halbschwester gemacht,die jedoch auch nur zeitweise Kontakt zu ihm hatte.ich brauchte einige jahre um mich auf diesen Moment vorzubereiten.Weihnachten 2003 wollte ich ihm schreiben und lies es dann doch,weil ich befürchtete er könnte falsche Beweggründe vermuten.im april war plötzlich eine Frau mit meinem Nachnamen am Telefon,sie stockte als ich sagte wer ich bin.Sie verlangte meine Mutter und spätestens als meine Mutter anfing zu weinen wusste ich es war zu spät um ihn kennenzulernen,ich stand vor dem Spiegel und sagte mir das es nicht war sein konnte,ich darf den Teufel nicht immer an die Wand malen usw..eine Minute später hatten sich meine Befürchtungen bestätigt:Er war tot,Selbstmord.Es war der reinste Albtraum,es war zu spät,ich würde nie Antworten bekommen.Vor der Beerdigung organisierten meine Mutter und seine 2.Frau ein Treffen mit meinem Halbbruder,wir waren uns wie aus dem Gesicht geschnitten.Die Tatsache das ich meinem Vater sehr ähnlich sehe und ihm auch vom Charakter sehr ähnlich bin(laut meiner Mutter)macht es nicht leichter für mich.Manchmal sieht mich meine Mutter ganz merkwürdig an wenn ich ihr etwas von einem neuentdeckten hobby erzähle und ich erkenne an ihrem blick,dass ich ihm wieder ein bischen ähnlicher geworden bin,jedoch behält sie das dann für sich um mich vermutlich zu schützen.ich werde immer mit der Illusion leben müssen,das er vielleicht meine Gedankengänge teilen würde.mein aussehen(hautfarbe,Augen,Zähne..) und meine Talente,was ich ganz offensichtlich von ihm habe erschweren mir die Erkenntnis das ich ihn niemals mehr kennenlernen werde.ich kann daher nur jedem, der das Bedürfnis hat jemanden aufzuspüren,nur raten nicht zuviel Zeit vergehen zu lassen,denn auch wenn es kitschig klingt,man weis nie wieviel Zeit man noch hat.
    Mein Freund hat sehr große Probleme mit seinen Eltern,denn er kommt aus einer anderen Kultur,in der es ganz und gar nicht normal ist in einem gewissen Alter eine Beziehung zu führen.deshalb hatten wir schon große Probleme,zuletzt haben sie ihm gedroht ohne ihn das Land zu verlassen,falls er weiter mit mir zusammen ist.er musste sich zwischen ihnen und mir entscheiden,doch wir spielen weiterhin Verstecken..2jahre habe ich auf ihn eingeredet,dass er so nicht glücklich wird,dass seine Familie keine Rücksicht auf ihn nimmt und das er erwachsen werden muss,notfalls ohne Familie.ich habe jedoch erkannt das dies ein wichtiger Schritt ist und ich nicht dafür verantwortlich sein möchte wenn er mit seiner Familie bricht,das muss er selbst wissen.jeder Mensch hat ein eigenes,besonderes verhältnis zu seiner Familie(egal ob negativ oder positiv)und jeder muss seinen Weg mit oder ohne dieselbige finden,ich bewundere diejenigen die diesen weg gefunden haben und damit zufrieden sind.

    04.08.2006, 18:30 von jackypet
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    Mein Vater ist mit seiner Dolmetscherin fremd gegangen, da waren wir grade ich China und ich ein Jahr alt.
    Bis ich neun war, waren wir (ich zwei Geschwister) jedes Wochenende bei ihm, ich kann mich aber nur an zwei Situation erinnern, in denen er mein Vater war.
    Die Erinnerungen verblassen aber mit jedem Jahr und nun ist er für mich jemand, der inzwischen die vielleicht gerechte Strafe für sein Verhalten bekommen hat und seine neue Frau ist für mich jemand den ich hasse und der ich ebenso die gerrechte Strafe für ihr Verhalten wünsche.

    01.08.2006, 19:12 von Chloey
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    Ich gebe zu, meine Eltern waren nicht immer einfach zu ertragen... das Beste was mir passieren konnte, war, dass ich vor über 7 Jahren, ebenso wie meine 3 Jahre ältere Schwester, von zu Hause ausgezogen bin.

    Zu meinen Eltern habe ich mittlerweile einen guten Kontakt. Meine Schwester habe ich seit über 6 Jahren nicht mehr gesehen, was mich zum Teil ziemlich mitnimmt... Ich habe Wochen, da denke ich fast täglich an sie, dann wieder mal eine Woche oder zwei gar nicht...
    Das vorletzte Mal gesehen hab ich sie auf dem 50. Geburtstag meiner Mutter. Ca. 4 Monate später noch einmal durch Zufall in der Stadt. Sie hatte keine Zeit, versprach sich aber zu melden. Ich rief sie danach noch 2 / 3 mal an und immer wieder versprach sie sich zu melden... irgend wann hab ich dann aufgehört sie anzurufen, weil ich das Gefühl hatte, es wäre ihr lästig mit mir zu reden, da sie ihre Versprechen mich anzurufen, nie einhielt...

    Vor ca. 3 Jahren habe ich ihr dann einen Brief geschrieben auf den sie aber nie geantwortet hat...

    Weihnachten 2005 habe ich meiner Oma einen Weihnachtsgruß von ihr vorgelesen und habe seitdem auch ihre Adresse... (stand auf dem Umschlag drauf)...

    Doch ich weiß nicht, was ich tun soll... Soll ich ihr noch einmal schreiben? Einerseits würde ich es gerne tun... doch andererseits habe ich Angst vor der Enttäuschung, dass wieder keine Antwort von ihr zurückkommt...

    01.08.2006, 12:45 von Elfenmond
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    Also ich weiß nicht. Der Artikel ist über "echte" Funktstille. Es tut mir leid, aber Funkstille für ein paar Monate weil alle etwas angesäuert oder übermässig gestresst ist nicht die Funkstille über die Dela Kienle schreibt. Meine Mutter hatte von 1961 bis 1989 keinen Kontakt zu ihrem Vater (der seit 1967 in Canada lebt). Der Kontakt besteht auch nur weil eins seiner Kinder aus dritter Ehe rein zufällig bei einem Deutschlandbesuch herausgefunden hat, dass sie noch eine Schwester hat. Mein Großvater musste wohl in diesem Jahr vor seinen 4 Kindern und seiner neuen Frau ausgiebig zu Kreuze kriechen - einer meiner Halbonkels fängt heute nach an zu heulen wenn er an den Moment denkt als er von seiner Halbschwester erfuhr. Wüssten diese Halbgeschwister doch nur dass auch noch ein zweiter Halbbruder von einer völlig anderen Frau in der Schweiz lebt. Mir hat es keine Ruhe gelassen dass ich noch einen Onkel habe, den ich nicht kenne. Mit 22 habe ich ihn dann endlich getroffen und vor 1.5 Jahren kennengelernt. Wir haben 9 Stunden lang über Gott und die Welt geredet. Danach bin ich zu meinem Großvater und habe ihn auf sein 6. Kind angesprochen. Antwort: "Der kann auch genauso gut von einem anderen sein. Nein, seine Adresse brauche ich nicht, ich werde mich sowieos nicht bei ihm melden". Dumm nur, dass seine 3. Frau unser Gespräch mitgehört hat. Kurz vor Weihnachten hat auch meine Mutter ihren Vater auf das 6. Kind angesprochen. Dann kam folgender freundlicher Satz "Wenn ihr zwei mich weiter unter Druck setzt, seid ihr abgeschrieben!" Seitdem ist mein Großvater bei MIR abgeschrieben und Männer haben einen noch schwereren Stand als ohnehin schon. Mein "neuer" Onkel will jetzt auch nichts mehr von seinem Vater hören. Und ich hoffe und bete, dass so ein Scheiß-Verhalten nicht genetisch vererbbar ist!!
    Wie auch immer: "what you give is what you get" Ich bin überzeugt dass alles später zu einem zurückkommt. Ich kann mir kaum vorstellen dass man so etwas mit seinem Gewissen vereinbaren kann und irgendwann wird man für sein Verhalten zahlen.

    31.07.2006, 18:31 von denitika
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