MisterMayonnaise 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 3

Klaus' erster Schultag

Mister Mayonnaise mags mega mayonnaisig

Geneigter Leser,

folgende Geschichte begab sich dienstags im Universum 7, auf einem Planeten der Galaxie Triangulum3,14, welcher sich gerade vom Kampf der Menschheit gegen ihre Klone erholt hatte. Im Grunde genommen glich der globale Status quo dem ihren, geneigter Leser, bis auf die Tatsache, dass Milchschnitte erheblich an Beliebtheit einbüßte und 3 Tage nach dem Ende dieser Geschichte vom Markt genommen wurde. 15 Jahre später feierte das Produkt, vorerst als Weihnachtsspecial – später im regulären Verkauf ein fulminantes Comeback, was der genialen Promotion-Arbeit eines Herrn Walter R. zu verdanken war. Mit dem Spruch „Mmmmmhhhhhhhhhmilchschnitte – die wichs ich mir rein!“ brachte er das Manufakt wieder auf Kurs. Schon 3 Monate nach Wiederaufnahme in das Sortiment wurde Herr R. das Ferrero-Verdienstkreuz für außerordentliche Tapferkeit, admirable Ideenfähigkeit, Weltfrieden und heroische Taten verliehen. 15 Jahre und 9 Tage früher schlief unser Protagonist Klaus friedlich in seinem Bett, die Hand in einem Eimer warmen Wasser, wie es seine Mutter kurz nachdem er eingeschlafen war arrangierte.

Das schrille Läuten des Weckers riss Klaus aus seinem Traum, welcher in diesem Moment aus seinem Gedächtnis verpufft war. Mit Mühe schleppte er sich aus dem Bett und betrachtete sein Spiegelbild, welches ihn durch den schmierigen Spiegel ansah. „What a ugly Piece of shit your are…“ dachte er auf Chinesisch und kämmte sich die Specklocke nach hinten. Wildentschlossen warf er sein Biologiebuch auf den Tisch und schnitt mit einem Teppichmesser ein Rechteck aus und ließ nur noch den Rand der Seiten übrig, der Hohlraum ergab ein super Geheimversteck. Als er sich den Weg durch allerlei Gerümpel in den Flur gebahnt hatte, verriet ihm der Zigarettendunst, dass seine Mutter schon wach war. Die Nebelwand, welcher er entgegentrat als er die Küchentür öffnete, war so dicht, dass Klaus die Augen schließen musste als er hineintrat. Erst als der Rauch einige Zeit in den Flur geströmt war lichtete sich der Nebel und Klaus erkannte das Schlachtfeld in dessen Mitte seine Mutter am Esstisch thronte. „Guten Morgen, mein Schatz!“ sagte sie mit weit aufgerissenen Augen und breitem Grinsen. Als Klaus zu ihr ging um seine Stirn von ihr küssen zu lassen betrachtete er das Chaos, welches er durchschritt. Welche Taten könnten so etwas nur erzeugen? Auf der Herdplatte blubberte eine undefinierbare Masse. Klaus vermutete, dass jemand Glas herstellen wollte. Klaus sagte Nichts. Seine Mutter blickte ihn eine Zeit lang mit durchdringendem Blick an und neigte ihren Kopf mit gleichmäßiger Geschwindigkeit sehr langsam auf die rechte Seite. Klaus blickte nervös abwechselnd links und rechts an ihr vorbei. Eine Aufwärmpizza, welche nicht fertig und dennoch verbrannt aussah, lag in einem Wok vor ihr auf dem Tisch. Ohne den Blick abzuwenden schnitt sie sich ein Stück ab und schob es sich in den, nun fast senkrecht stehenden, Mund. „Ich muss los!“ rief Klaus ein bisschen zu laut und nahm sich zwei Hände voll Spaghetti aus dem Kochtopf als er hinausstürmte. „Warte doch mal!“ rief sie ihm hinterher. „Mami wird heute aufräumen, ich verspreche es!“ sagte sie mit ernster Miene als sie ihm die Schuhe band. Klaus sagte Nichts. Schon zu oft hatte sie Versprechungen dieser Art nicht eingehalten. „Viel Spaß in der Schule, mein Schatz“ sagte sie mit liebevoller Stimme bevor sie die Tür hinter ihm schloss. In dem Moment als Klaus den ersten Schritt auf die Treppe setzte verlor er das Gleichgewicht und fiel polternd die Eichentreppe hinunter gen Parterre. „Bitch“ stöhnte er leise, als er auf seine zusammengeknoteten Schnürsenkel blickte. Um weiteren Groll zu hegen war keine Zeit. In weiser Voraussicht packte er die Spaghetti  in sein Schulbuch. Nach dem Sturz waren sie auf seinem Bauch und in seinem Gesicht gelandet, wo sie wunderschöne Fettflecke hinterließen. Humpelnd trat Klaus den Schulweg an.


Tags: Klaus, ISIS, Schnürsenkel, Methusalem, Dauerwelle
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