Inmael 14.07.2005, 11:11 Uhr 24 0

Kann ein Schwangerschaftsabbruch positiv sein?

Hier die Geschichte eines Schwangerschaftsabbruchs aus eigener Sicht. Ich habe es getan. Vor ungefähr 19 Monaten. Mein Kind wäre jetzt ein Jahr.

Mir geht es gut bei dem Gedanken daran. Warum?
Nun, ich habe bereits zwei Kinder, wovon das Jüngste damals noch kein Jahr alt war. Mir ging es psychisch nicht besonders und auch meine körperlichen Kräfte ließen zu wünschen übrig.
Also ging es nicht nur um mich, was ich möchte, wünsche und fühle, sondern vielmehr um die Kinder, die ich bereits habe, die mich brauchen und ein Recht haben, auf eine Mutter die all Ihre Energie für Sie aufbringt. Hätte ich mich für das Kind entschieden wäre ich meinen bereits gebohrenen Kindern nicht mehr gerecht geworden.
Dies war Grund genug den Abbruch vornehmen zu lassen.
Es handelt sich hier um ein sehr schwieriges und sicherlich auch emotionales Thema, dennoch habe ich versucht einen klaren Kopf zu behalten. Denn abgesehen von allen Werten und Vorstellungen geht es letztlich auch um die Mutter selbst. Und hier spreche ich jene an, die vielleicht noch kein Kind haben. Niemand sollte über eine Frau urteilen, dessen Leben sich gerade in einer massiven Umbruchphase befindet. Egal ob sie sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Denn nur sie allein ist in der Lage auf ihre innere Stimme zu hören, die ihr sagt, was für sie das Richtige ist.
Und mit diesem Vertrauen zu sich selbst, kann eine Entscheidung gegen ein Kind eine positive Entscheidung sein.
Vielleicht ist es zu früh, vielleicht ist sie auch einfach nur kein Muttertier.
Wichtig ist, zu wissen was der eigene Körper und die Psyche schaffen, vielleicht kann ich sagen, leisten können. Allein davon ist es abhängig, ob eine Frau mit der Entscheidung gegen ein Kind glücklich werden kann.

24 Antworten

Kommentare

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    Ja, Du schreibst:
    "Mein Kind wäre jetzt ein Jahr"

    das war 2005, jetzt wäre es 12 Jahre alt. Es lebt aber nicht mehr. Das Leben deines Kindes im Mutterleib war sehr kurz, aber es war ein Leben, und musste auf die tragischste weise, die man sich nur vorstellen kann enden, und zwar, es wurde von seiner eigenen Mutter getötet...

    19.05.2017, 10:50 von KVioline
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      un nu?

      19.05.2017, 11:19 von MaasJan
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      Keine Ahnung, aber ich frage mich, wie alt es wohl 2025 wäre?

      19.05.2017, 13:56 von Feodor
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      kompliziert wird's, wenn die "mutter" auch verscheidet. altern beide weiter? überlebt das tote die tote?

      19.05.2017, 14:37 von MaasJan
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    "Denn abgesehen von allen Werten und Vorstellungen geht es letztlich auch um die Mutter selbst."
    -
    Du hast recht; es geht nicht um Werte und um Vorstellungen. Es geht um das Kind (in deinem Fall: Dein Kind), was bei der Abtreibung getötet wird. Das ist der Beweggrund der Menschen, die sich gegen Abtreibung stark machen.

    "Und hier spreche ich jene an, die vielleicht noch kein Kind haben. Niemand sollte über eine Frau urteilen, dessen Leben sich gerade in einer massiven Umbruchphase befindet."
    -
    Niemand urteilt über dich. Aber du kannst es den Menschen nicht verdenekn, über das zu urteilen, was du tust. Unabhängig davon, ob du jemals zu der Einsicht kommen wirst: Es war falsch. Jede Tötung eines unschuldigen Menschens ist falsch.

    "Egal ob sie sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Denn nur sie allein ist in der Lage auf ihre innere Stimme zu hören, die ihr sagt, was für sie das Richtige ist."
    -
    Es geht nicht immer nur um dich und um das, was für dich das Richtige ist. In diesem Fall geht es um das Leben eines Kindes und deine Interessen; und da ist die Rangfolge klar. Zumindest sollte sie klar sein; aber scheinbar kann man die Achtung vor dem Leben und der Menschenwürde ja nicht von jedem verlangen.

    13.09.2011, 20:06 von Razorback22
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      Armer Irrer! Immer noch...

      19.07.2012, 16:34 von Inmael
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    Der Artikel ist zwar schon vor einem Jahr erschienen, aber er wird wohl nie seine Aktualität verlieren.
    Ich habe selbst vor anderthalb Jahren abgetrieben und auch für mich war es sicher nicht leicht, aber ich habe mir (mitten in meiner Examensphase) genug Zeit genommen, die verschiedensten Aspekte abzuwägen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es für mich das beste ist. Dieser Meinung hänge ich bis heute an. Ich hoffe, dir geht es ähnlich. Sicherlich fragt man sich ab und zu, wie es gewesen wäre, wenn man es nicht getan hätte...
    Ich finde es gut, das Thema nicht zu verschweigen. Ich bin selbst sehr offen mit dem Thema umgegangen und mir fiel auf, wie viele Frauen in meinem Umkreis einen Abbruch hinter sich hatte. Sie hatten mit niemandem darüber gesprochen, aus Angst verurteilt zu werden. Das ist mir Gott sei Dank erspart geblieben - sicher auch, weil ich damit entwaffnend ehrlich umgegangen bin.

    24.06.2006, 10:30 von Quasselstrippe
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    wie hier schon heiß diskutiert finde ich auch, dass eine Frau für sich entscheiden muss, bekomm ich das Kind oder nicht? Ich hatte heute die Diskussion mit meinem Freund der das überhaupt nicht verstehen kann, dass ich der Meinung bin, ok man sollte zusammen darüber reden, aber die Frau hat letztendlich das letzte Wort! Schließlich muss sie das ganz alleine durchmachen und es ist ein Eingriff in IHREN Körper!! Ich finde, viele Männer sehen das Thema viel zu nüchtern. Sie können da ganz leicht sagen "Dann treibst du halt ab!" aber an wem bleibts dann hängen: an den Frauen.

    17.04.2006, 18:26 von magda
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      @magda "Sie können da ganz leicht sagen "Dann treibst du halt ab!""
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      Das haben die betreffenden personen scheinbar schon mit ihren Hirnen gemacht.

      13.09.2011, 23:15 von Razorback22
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    florena, das problem ist die wortwahl: natürlich, lieber ein kind zur adoption freigeben als es umzubringen. aber bringst du mit einem schwangerschaftsabbruch ein kind um? ich sehe das anders

    30.03.2006, 19:49 von GIC
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      @GIC @ GIC: Ganz ehrlich: Dann solltest du dich informieren, bevor du dir eine Meinung dazu bildest.

      13.09.2011, 20:08 von Razorback22
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      @[Benutzer gelöscht] Babyklappen? Adoptionsdienste? Schon mal von gehört?

      13.09.2011, 23:14 von Razorback22
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    Und weil du deiner Umgebung nicht erklären magst, dass du das Kind lieber hast leben lassen und ihm so eine Zukunft ermøglicht hast. Deswegen bringst du es um? Sehr logisch..

    Ich denke jeder soll und muss dies für sich allleine entscheiden, ich persønlich kann von mir nur sagen, dass ich nie, nie abtreiben würde.

    13.03.2006, 22:08 von Florena
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      @Florena @ Florene: Volle Zustimmung

      13.09.2011, 20:08 von Razorback22
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    Wie immer wird das Thema Schwangerschaftsabbruch hier sehr heiß diskutiert, ich möchte jetzt auch mal meine Meinung dazu loswerden.

    1. Stimme ich allen zu, dass Verhütung unerläßlich ist und man es nie, nie, niemals darauf ankommen lassen sollte schwanger zu werden oder nachlässig mit dieser Sache umzugehen.

    Allerdings ist keine Verhütungsmethode völlig sicher. Was man aus dem Pearl Index (oder auch Versagerquote) für diese entsprechende Methode ablesen kann.
    Die Pille hat beispielsweise einen PI von 0,1 bis 0,9.
    Das heißt, dass bei dieser Methode von 1000 Frauen die sie anwenden 1 bis 9 schwanger werden.
    Das Kondom hat einen PI von 2 bis 12, das heißt von 100 Frauen 2 bis 12 Schwangerschaften.
    Also, dass so unglaublich viele ungeplante Schwangerschaften durch fahrlässige Verhütung zustande kommen kann man schon mal fast ausschließen.

    2. Wenn man also gewissenhaft (nach besten Wissen) verhütet habe und man wird trotzdem schwanger, sollte man dann wirklich dazu gezwungen sein, das (ich sag mal) "ungeplante" Kind auszutragen nach dem Motto "Pech gehabt, jetzt sieh zu wie Du klar kommst", obwohl die bedingungen nicht stimmen und evtl. sogar der potenzielle Vater auch nicht für diese Rolle geeignet ist?
    Ich finde nein, und jeder Frau sollte da die Entscheidung selbst überlassen werden, die mit Sicherheit schwer genug ist und ich Gott sei dank noch nie zu treffen hatte.

    3. Was immer wieder gerne aufgegriffen wird ist es das Kind zur Adoption freizugeben.
    Hier stelle ich nur mal die Frage, wie das funktionieren soll und stelle mir einfach mal ein Szenario vor, in dem das ganze soziale und berufliche Umfeld (wenn es denn eines gibt) die Schwangerschaft "miterlebt" und dann nach dem Ablauf der Zeit kein Kind da ist. Wie soll man das denn erklären? Und das ganze mal davon abgesehen von der emotionalen Verbindung zum Kind, die man während der Schwangerschaft aufbaut und den körperlichen Veränderungen die man mitmacht. Hier mal ganz pragmatisch als Beispiel Schwangerschaftstreifen und ähnliche Male, die man zurückbehält.

    26.09.2005, 15:15 von Babybel
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      @Babybel @ Babybel:
      "Hier stelle ich nur mal die Frage, wie das funktionieren soll und stelle mir einfach mal ein Szenario vor, in dem das ganze soziale und berufliche Umfeld (wenn es denn eines gibt) die Schwangerschaft "miterlebt" und dann nach dem Ablauf der Zeit kein Kind da ist. Wie soll man das denn erklären? "
      -
      Dann stelle ich nur mal die Frage, wieso jemand auf das Gerede des Umfelds größeren Wert legt als auf das Leben des eigenen Kindes. So dämlich und willenlos kann man doch gar nicht sein!
      Kranke Gesellschaft! Hauptsache, das "Ansehen" nicht verlieren; auf den Rest ist geschissen!

      13.09.2011, 23:13 von Razorback22
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    @marcyluna
    Demnach ist der Thread hier überflüssig??Oder sollte bloss für Frauen freigegeben werden??O.K.ich halt jetzt den Rand!

    21.07.2005, 16:47 von Phong
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      @Phong Lieber Phong,
      hier ging es nicht darum, mich vor mir selbst zu rechtfertigen. Meine Erfahrung war nur die Basis zu meiner Meinung. Trotzdem gebe ich Dir in jedem Deiner Kritikpunkte Recht. Nichtsdavon jedoch schließt aus, anders zu entscheiden. Weißt Du, manchmal wissen die Menschen nicht wie Sie entscheiden, bis sie plötzlich in einer neuen Situation sind und Dinge tun, die sie sich selbst nie zugetraut hätten. Und auf einmal ändert jemand seine Ansicht und es ist gut so.
      Deine Meinung ist wichtig, also laß Dich nicht verschrecken. Stehe zu dem was Du denkst, aber sage niemals nie, denn Du weißt nicht was die Zukunft Dir bringt.

      29.07.2005, 14:47 von Inmael
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      @[Benutzer gelöscht] erstens war ich jaha als mann auch schon in der situation ich richte nicht ich drücke lediglich mein unverständnis aus, diese gründe sind mir einfach zu flach, ah da ham wer nich aufgepasst wech damit, mülleimer auf, nee ey geht gar nich,

      18.07.2005, 10:57 von sickoflies
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      @sickoflies ich widerspreche dir selten aber ich glaube wir haben da als männer einfach den rand zu halten auch wenn ich verstehe was du meinst wie du weißt

      18.07.2005, 11:58 von marcyluna
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