claudia_witte 15.06.2007, 11:57 Uhr 0 1

Ich habe gelogen!

Virginie log. Ihr Vater habe sie Missbraucht! Erst acht Jahre später gesteht sie ihre Lüge – doch ihr Vater bleibt ein VERURTEILTER KINDERSCHÄNDER:

Der Ort, den sie »meine kleine Ecke« nennt: Die Wände sind schmucklos weiß. Eine Liege mit blau gemustertem Überwurf. Plastiktisch in Beige, zwei Plastikstühle. Schreibtisch, Fernseher. Vier Schritte, und das Zimmer ist zu Ende. Eine Zelle, durch eine Stahltür vom fensterlosen Gang getrennt. Steht man davor, liest man in Rot die Nummer 157.

Virginie Madeira, 22 Jahre alt, Studentin im zweiten Jahr, bleibt in Nummer 157 im Wohnheim nahe der Universität von Nancy am liebsten für sich. Ihre Geschichte hält sie gefangen. Am Anfang stand eine Lüge, noch heute strampelt sie sich ab für die Wahrheit. Mit 14 raunte Virginie einer Klassenkameradin zu: »Mein Vater hat mich missbraucht.« Damit brachte sie ihren Vater für sechs Jahre ins Gefängnis.

Es war ein Mittwoch, als die Rädchen der Maschinerie sich zu drehen begannen. Ihr Vater hatte Virginie wie jeden Morgen zur Schule in ihrer Heimatstadt Reims im Nordosten Frankreichs gefahren. Dritte Stunde, Französischunterricht: Virginie wird zur Schuldirektorin gerufen. Sie weiß sofort, was los ist, und in ihr sticht nur ein Gefühl: Wut auf die Klassenkameradin, die nicht dichtgehalten hat. Ohnmächtig und verloren sitzt sie in dem hohen Sessel vor dem großen Schreibtisch der Direktorin. Neben ihr stehen zwei ihrer Lehrerinnen. »Es ist nichts«, stammelt Virginie. Sie war noch nie zuvor im Büro der Direktorin. »Wann ist das passiert? Wo? Seit wann?« Virginie beantwortet die Fragen nicht. »War es am Abend?« Virginie nickt. »War es im Schlafzimmer, Kinderzimmer, Teezimmer?« Virginie sagt: »Im Teezimmer.« Sie protestiert, als die Direktorin ihr er öffnet, dass sie nun nicht mehr nach Hause könne. »Es ist nichts«, presst sie wieder hervor. Die Direktorin versteht nicht. Eine Stunde später steht Virginie vor der Tür des Kinderheims, sie hat nichts als ihre Schultasche und ihren Walkman bei sich. Virginie sollte noch viele Momente verpassen, ihre Lüge zuzugeben und die Maschinerie zu stoppen. Während all der Befragungen, Untersuchungen und Anhörungen, die folgen, verharrt Virginie wie erstarrt. Kein Widersprechen, kein Aufbegehren. Auch nicht, als das Urteil vor dem Schwurgericht in Reims fällt: zwölf Jahre Haft für ihren Vater.

Heute, knapp acht Jahre später, gesteht sie ihre Lüge der ganzen Welt: »J’ai menti« – »Ich habe gelogen« heißt ihr Buch, das vor einigen Monaten in Frankreich erschien. Lüge – der Missbrauch, wenn die Mutter schlief oder arbeitete. Lüge – die Vergewaltigungen im Teezimmer. Lüge – die zerbrochene Kindheit, weil der Vater sich schon an der Sechsjährigen vergriff. Alles Lüge – die Aussagen bei der Polizei und vor Gericht. Sie bekennt auch: »Ja, ich bin schuld, ich hätte meine Lüge stoppen müssen.«

Eine Lüge ist nicht aus der Welt, wenn der Lügner sie zugibt. Zumal, wenn die Lüge lange in der Welt war und für viele Leute zur Tatsache geworden ist. Lehrer, Polizisten, Gutachter, Erzieher, Anwälte, Staatsanwälte und Richter haben sich über Virginies Lügengeschichte gebeugt, ihr Glauben geschenkt und so dabei geholfen, ein ganzes Lügengebäude zu errichten. Virginies Lüge wurde in ein Urteil gegossen, sie ist gerichtlich anerkannte Wahrheit, ihr Vater ein rechtskräftig verurteilter Kinderschänder. Bislang hat ihr Eingeständnis daran nichts ändern können, ein Berufungsantrag beschäftigt derzeit die französische Justiz. Immerhin sitzt ihr Vater aber nicht mehr im Gefängnis, wegen guter Führung wurde seine Haftstrafe vor gut einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
Heute versucht Virginie zu erklären, wie es zu ihrer verhängnisvollen Lüge kommen konnte. »Ich war noch ein Kind im Innern«, sagt Virginie, etwas breitbeinig sitzt sie im Plastikstuhl. Ihre Unterarme ruhen auf den Oberschenkeln, sie knetet ihre Hände, die Schultern nach vorne gebeugt. »Sehr schüchtern, sehr brav«, fügt sie hinzu. Eine, die auf dem Schulhof meist allein stand. »Es war, als ob die anderen durch mich hindurchsahen «, erzählt sie. Zu Hause wurde Virginie als die einzige Tochter verhätschelt.

Die Schülerin Virginie, ein bisschen pummelig, ein bisschen langsam in ihren Bewegungen, bewundert die schlanke Mélanie, die etwas älter ist als sie selbst, wünscht sich, sie zur Freundin zu haben. Als Mélanie Virginie anvertraut, dass ihr Vater ihre Mutter betrügt, da beginnt Virginies Herz vor Aufregung zu klopfen. Was für ein Vertrauensbeweis. Virginie will sich revanchieren, will Mélanie etwas flüstern, das ihr deren Aufmerksamkeit und Interesse sichern würde. Es ist der 4. Mai 1999. Virginie macht sich zum Missbrauchsopfer.

Niemand kommt auf die Idee, an Virginies Worten zu zweifeln. Schließlich ist sie eine ernste, gewissenhafte Schülerin, die keinen Lärm macht, die nicht mit Spinnereien auftrumpft, noch nicht einmal mit Übertreibungen. Für die beauftragten Experten zeigt sie die typischen Symptome des Missbrauchsopfers: verschämt und verstockt. Ein gynäkologisches Gutachten besagt, dass das Jungfernhäutchen durch vielfachen Geschlechtsverkehr verletzt ist. Eine Fehlinterpretation, wie spätere Gutachten beweisen – die Risse rühren von einer Operation als kleines Kind her.

»Ich wurde nur noch gefragt: Wo? Wie?«, sagt Virginie. Bei der Polizei, vom Ermittlungsrichter und vor Gericht. Virginie spricht kaum einen Satz, antwortet nur mit Ja oder Nein oder gar nur einer Kopfbewegung. Aus den Fragen werden Virginies Aussagen. Und daraus die Anklage, die am Prozesstag verlesen wird. »Virginies Be - richt zufolge forderte ihr Vater sie auf, mit ihm die Mittagsruhe zu verbringen«, schallt es durch den Gerichtssaal in Virginies Ohren. Aber die Worte dringen nicht zu ihr durch. »Er setzte sie rittlings auf sich, drang in sie ein, fasste sie an der Taille und bewegte sie etwa fünf Minuten lang.« Auch jetzt bleibt Virginie unbewegt, er - starrt. Sie sieht ihren Vater in seinem guten Anzug, dem dunkelgrünen, den er nur zu den wirklich wichtigen Anlässen trägt. Sie sieht ihre Mutter, die ihr einen verzweifelten Blick zuwirft. Sie spürt Scham und verkriecht sich weiter in ihrer Teilnahmslosigkeit. Als könnte sie der Situation entrinnen, wenn sie nur lange genug mit gesenktem Kopf vor sich hin starrt. Als der Richter sie befragt, bestätigt sie wieder mit dürren Worten ihre Lüge. »Ich fühlte mich verpflichtet, so zu antworten«, sagt Virginie heute. Erwachsenen widerspricht man nicht. Ihre Lüge auf dem Schulhof hat den Boden unter Virginies Füßen ins Wanken gebracht. Sie taumelt, und ihr kommt nicht in den Sinn, dass sie allein dem Spuk ein Ende bereiten könnte.

Virginies Vater, Antonio Madeira, ein Maurer, der sich seine eigene kleine Firma aufgebaut hat, beteuert seine Unschuld. Aber den Ausführungen vor Gericht, der Befragung seiner Tochter folgt er ohnmächtig. Schlecht beraten von seinem Anwalt, der ihn auffordert, lieber zu gestehen, als womöglich 20 Jahre Haft zu riskieren, knickt Antonio Madeira ein. Das Urteil fällt am 12. Juni 2001 nach nur einem Prozesstag. Zum ersten Mal bricht ein Gefühl aus Virginie heraus. Sie wirft sich in die Arme ihres Vaters, fleht: »Verzeih mir!« Er murmelt: »Du bist ein gutes Mädchen.«

Zu einer Lüge gehören zwei: einer, der lügt, und einer, der glaubt. Bei Missbrauchsvorwürfen greift häufig ein Reflex zu glauben. Wer will nicht auf der Seite des vermeintlich Schwachen, des Opfers stehen? Dass Virginies Lügengeschichte sich als gerichtsfest erweisen konnte, ist auch einer ideologischen Großwetterlage geschuldet, die sich in den 90er Jahren zusammen braute. Bis in die 80er Jahre hinein war vergewaltigten Frauen oft sogar vor Gericht noch eine Mitschuld gegeben worden – da hieß es etwa, sie hätten den Täter ja selbst in die Wohnung gelassen oder einen zu kurzen Rock getragen. In den 90ern begegnete man den Opfern mit zunehmender Achtung. Und der Straftatbestand des Kindesmissbrauchs rückte überhaupt erst ins öffentliche Bewusstsein. Diese erhöhte Aufmerksamkeit wuchs sich aber zu einer wahnhaften Fixierung auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aus. Behörden, Ärzte und Beratungsstellen witterten überall geschundene Kinder, deren Martyrium es aufzudecken galt.

Die Gerichtsreporterin der »Zeit«, Sabine Rückert, spricht von einem »Kreuzzug gegen den Missbrauch «. Sie hat erst kürzlich über einen Fall aus Deutschland ein Buch geschrieben: Eine junge Frau hatte Vater und Onkel beschuldigt, sie mehrfach brutal vergewaltigt zu haben. Das war g e - logen, wie Rückert 2001 herausfand. Aufgrund ihrer Recherchen wurde der Fall neu aufgerollt, und die Männer wurden freigesprochen. »Die Zahl derer, die wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch zu Unrecht verurteilt wurden, ist mit Sicherheit beachtlich«, meint Rückert. Aber warum schwieg Virginie, warum ließ sie das Unrecht an ihrem Vater zu? »Es war, als wäre ich ein Hampelmann und würde am Faden gezogen«, sagt Virginie. Ihre dunklen Augen blicken ruhig durch die ovale Brille. Alles an ihr ist ruhig und rund, ihre blassen Wangen, ihre geschwungenen Augenbrauen, ihr kleiner Mund mit den aufgesprungenen Lippen, ihre gewölbte Stirn. Nach einigen Monaten im Heim lebt sie in einer Pflegefamilie. Mutter und Brüder sieht und spricht sie nicht, den Vater hinter Gittern schon gar nicht. Virginie bemüht sich auch nicht darum. Sie stellt keine Fragen, sie macht, was man ihr sagt. Sie fügt sich in das, was aus ihrer Flunkerei auf dem Schulhof entstanden ist. Das Lügengebäude hat sich über Virginies Leben gestülpt, sie ist widerstandslos darin eingezogen. Sie sagt, dass es vielleicht anders gekommen wäre, hätte man sie nicht aus ihrer Familie gerissen, aus diesem in Wahrheit sicheren Schoß. Ohne diese Zuflucht kapselt sie sich ab, lebt »wie in einer Blase«, so beschreibt sie es. Drei Jahre lang.

Als Virginie endlich die Kraft findet, der Mutter ihre Lüge zu gestehen, ist diese nicht überrascht. Sie hat es immer gewusst. Virginie ist nun 17 Jahre alt. »Wir müssen Papa da rausholen«, sagt sie. Virginie beginnt ihren Kampf. Sie wendet sich an Anwälte, Staatsanwälte, Ermittlungsrichter, die Polizei – sie findet kaum jemanden, der ihr glauben mag, geschweige denn helfen. Sie lässt Gutachten erstellen, gynäkologische, psychologische. Dass sie Jungfrau ist, steht zum Beispiel darin. Schließlich reicht eine Anwältin einen Antrag auf Revision beim zuständigen Berufungsgericht in Paris ein. Im September 2003 wird er abgelehnt – wegen eines Verfahrensfehlers. Als Virginie 18 wird, beantragt sie eine Besuchserlaubnis im Gefängnis bei ihrem Vater. Er schließt sie in die Arme, seine einzige Tochter. »Ich bin immer noch sein kleines Mädchen«, sagt Virginie, »er würde alles für mich tun.« Beim Gedanken an ihren Vater lächelt sie zum ersten Mal. Sie hat sehr gerade, sehr weiße Zähne, die leuchten, wenn sie so den Mund verzieht. Wie konnte er ihr verzeihen? »Er weiß, dass ich nicht so bin, dass ich nicht böse bin«, sagt Virginie. »Sie war doch nur ein Kind«, sagt ihr Vater später der französischen Presse. »Man sollte genaue Untersuchungen anstellen, bevor man einem Kind glaubt.«

Im Februar 2006, nach mehr als sechs Jahren Haft, wird Antonio Madeira wegen guter Führung auf Bewährung entlassen. Der tüchtige Maurer, der einst mit seiner Frau aus Portugal kam, hat verloren, was er sich in Frankreich aufgebaut hatte: seine Firma, sein Haus, seinen Ruf. Heute arbeitet er wieder auf dem Bau, aber er ist nicht mehr sein eigener Chef. Er muss Bewährungsauflagen erfüllen: Dazu gehört zum Beispiel, dass er sich in einer Bar nicht mal ein Bier bestellen darf. Und dass er seine Tochter nicht in ihrem Studentenzimmerchen besuchen darf. Er ist nun einmal ein verurteilter Verbrecher.

Aber Antonio Madeira macht nicht viele Worte darum. Er zitiert lieber ein portugiesisches Sprichwort: »Die Wahrheit ist wie Öl, das man ins Wasser kippt. Am Ende steigt sie immer nach oben.« Darum kämpfen seine Anwälte, darum kämpft Virginie, und ihr Vater lobt ihren Mut. Virginie rüttelt an dem Lügengebäude, in dem ihr Vater zum Verbrecher wurde, und muss feststellen: Es stürzt nicht ein, es steht auch ohne das Fundament ihrer Lüge. Denn es ist die Wahrheit vieler geworden.

Deshalb erzählt Virginie ihre Geschichte der Öffentlichkeit: Ihre Wahrheit sollen viele kennen, um die Lüge eines Tages doch noch zu tilgen. Ihr Buch hat sie für die Justiz geschrieben. »Wenn der Fall öffentlich ist, dann müssen sie die Akten doch genau prüfen«, hofft sie. Derzeit läuft ein neuer Revisionsantrag beim Pariser Berufungsgericht. Die zuständige Kommission hat jüngst angeordnet, die Fakten neu zusammenzutragen. Ein erster kleiner Erfolg, zumindest ein Zucken im juristischen Apparat.

Virginie spricht nicht verzagt oder kleinlaut über die Vergangenheit. »Das ist alles über mich hereingebrochen«, sagt sie, und das klingt an - klagend. Sie weiß heute: Es war nicht ganz allein ihre Schuld. Und nur so erträgt sie ihre Geschichte. »Wie will man von einem Kind erwarten, dass es die Kraft aufbringt, vor so vielen Personen zu sagen: Hört auf, das ist nicht wahr!? Dafür braucht man wirklich Charakterstärke. Die hatte ich damals nicht.« Dass es Virginie damals unmöglich war zurückzurudern, er - klärt ein Psychologe später in seinem Gutachten mit der ihr eigenen »erstaunlichen Mischung aus Hemmungen und Sturheit«.

Mit dieser Sturheit führt sie heute ihren Kampf um die Entlastung ihres Vaters: beharrlich und zielstrebig. Sie verbeißt sich darin – und das hält sie in ihrer »kleinen Ecke« gefangen, fern vom Studentenleben. »Nein, einen Freund hatte ich noch nicht«, Virginie sieht zu Boden, ihre Schultern folgen schlaff ihrem Blick. Sie bedauert das nicht, es kommt für sie einfach nicht in Frage. Für Virginie könnte ein Freund nur neue Probleme bedeuten, denn den wohl wichtigsten Beweis für die Unschuld ihres Vaters trägt sie in sich: ihre Jungfräulichkeit. Die Lüge ihrer Kindheit lässt sie noch nicht frei.

Virginie besucht ihre Seminare – sie will Lehrerin werden – und danach geht sie nach Hause. Sie verbringt viel Zeit damit, Mitschriften noch einmal säuberlich zu übertragen. »Ich mag meine Schrift nicht, wenn ich schnell schreibe.« Sie guckt fern, sie surft im Internet. Manchmal ist sie dafür zu deprimiert. »Das geht auch wieder vorbei«, sagt sie mit ihrer ruhigen Stimme. Von draußen dringt Vogelgezwitscher herein. Aber man sieht keine Vögel, man blickt aus dem Fenster auf eine weiße Mauer.

Virginies Geschichte ist die Geschichte eines Lebens im Schatten einer Lüge. Ihre mutige Entscheidung, lieber öffentlich als Lügnerin dazustehen, als mit der Lüge zu leben, konnte den dunklen Schatten nicht vertreiben. Denn die Schuld am Schicksal ihres Vaters, ihrer Familie hat sie damit eingestanden und auf ihre Schultern geladen.

Sie sagt, dass es ihr besser gehe, seit das Buch erschienen ist, seit man ihr Aufmerksamkeit und Glauben schenkt. »Man kann sehen, dass ich kein schlechter Mensch bin. Dass man mich trotzdem mögen kann.« Es ist ein neuer Kampf in Virginies Leben getreten – der um Normalität. In Nancy spricht sie kaum über ihre Geschichte. Sie will nichts als eine ganz normale Studentin sein. »Ich beginne, mein Leben zu gestalten, unabhängig zu werden.« Wie zum Beweis fügt sie an: »Ich habe zwei Freundinnen, wir lachen zusammen.« Von ihrem Wohnheim in die Altstadt, zur Place Stanislas mit den goldumrankten Brunnen sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Virginie weiß das erst seit kurzem. Solange die Unschuld ihres Vaters nicht gerichtlich bestätigt ist, werden Entdeckungstouren ihr nicht viel bedeuten. Ihre Neugierde, ihre Lust auf Überraschungen, ihr Hunger auf das Leben sind nach allem, was sie erlebt hat, begrenzt. Ab und an geht sie mit den Freundinnen in die Stadt, bei McDonald’s was essen. »Solche kleinen Ausflüge, das ist doch was«, sagt sie.

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