hillside 20.08.2012, 18:03 Uhr 0 0

Gefangen

Das Hier, das Woanders und das Zurück.

Beißende Fremde, zusammen mit dem vertrauten Gestank der Heimat. Irgendwo dazwischen ein Funken Hoffnung. Ich habe die Wahl und doch keine Chance. Der Anstand, er zwingt mich, hält mich hin und schnürt mir die Kehle zu. Mir fehlt die Luft zum atmen. Der Wunsch zu leben keimt kurze Zeit wieder in mir auf und mit dem letzten bisschen Kraft drücke ich die mich haltenden Zwänge zur Seite, schnappe nach Luft, bin glücklich, für einen Moment, nur um im nächsten, von Zweifeln geplagt, wieder in die Arme meiner Angst zu sinken. Der Neustart hält mich fest, der Alltag will mich nicht zurück. Ich möchte weg und will es doch nicht. Zu viele Faktoren, zu viele Gründe prasseln auf mich ein. Plötzliche Sturzbäche reißen sämtliche Gefühle mit sich. Ich sitze hier und weiß nicht weiter, weiß nicht wohin. Ertragen, ja vielleicht hilft es. Ich warte. Aber ich will nicht warten,ich möchte leben. All das sollte sie sein, die beste Zeit meines Lebens. Und jetzt quäle ich mich, aus Höflichkeit. Oder aus Angst? Was wäre die Alternative? Ich könnte weg. Könnte den nächsten Bus nehmen, dann den Zug. In 12 Stunden wäre ich Zuhause, an dem Ort, der mir so vertraut und doch so trist vorkam. Die große, weite Welt scheint doch ein wenig zu groß für mich. Der Moment, in dem du dich selbst erkennst, du merkst: es geht nicht mehr, es geht nicht weiter. Aber ich möchte nicht schwach sein, möchte nicht weinen. Manchmal ist weit weg eben doch zu fremd, zu anders. Ich liebe den Sonnenuntergang, das Wasser, die Wellen. Und mein Hass auf euch wird immer größer. Wohin mit mir, wohin mit diesen Gedanken? Ich bin hier nicht willkommen, ich weiß das. Wenn ihr es mir wenigstens sagen könntet. Ich bin zerbrechlich, ich weiß, aber bitte. Ich möchte das hier nichtmehr. Ich möchte weg. Ich hasse euch, komme mit euch nicht klar, warum merkt ihr das nicht? Ihr mögt mich auch nicht. Gebt euch große Mühe, ich auch, aber es reicht nicht. Nicht für uns, nicht in dieser Welt. Lasst mich gehen, bitte,  denn von allein kann ich es nicht. Diese Hitze ist unerträglich. Nein ich war heute nicht am Strand. Warum nicht? Es geht dich nichts an, ich habe gewartet, seit 4 Stunden, auf euch. Wo wart ihr? Ich war nicht beim Strand, weil ich versprochen hatte zu warten. Ja ich habe Heimweh, ja ich bin schüchtern und ja, ich weiß ihr mögt das nicht. Du verbietest mit Kontakt zu halten, verbietest mir Ketchup auf meine Pommes und verbietest mir meine Identität. Ich muss mich nicht ändern, ich war glücklich. Und was ist mit euch? Ihr versucht mich zu verdrehen, damit ich hinein passe, in eure kleine Scheinwelt. Wisst ihr wie sehr ich euch dafür hasse? Du sagst ich kann nichts erreichen, so wie ich bin. Denkst du eigentlich darüber nach was du sagst? Ich habe genug erreicht, ich wurde gut erzogen, habe meinen Schulabschluss, was willst du von mir? Was ist mit deiner Tochter? Sie kann gut englisch, wie außergewöhnlich, ja. Aber sie kann nicht zuhören. Sie kann toll singen, wie schön für sie, aber wieso kann sie nicht mal die Spülmaschine bedienen? Wahrscheinlich hast du in deinem Leben weitaus mehr falsch gemacht als ich. Ich habe noch so viel Zeit, um Fehler zu machen, um selbst raus zu finden, ob ich mich ändern muss, oder ob schon alles so passt. Ich werde meine eigenen Fehler machen und ich werde sie wieder gut machen, also bitte, lasst mich gehen, damit dieser Fehler nicht mein größter wird.

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