MissLyra 05.10.2006, 23:07 Uhr 1 0

Für immer gegangen

Ständig dieses Gefühl der Leere in meinem Herzen. Fragen, die ich nicht beantworten kann. Gefühle, die ich nicht verstehen kann.

Ich fühle mich so leer, dass ich schon nicht mehr weinen kann. Und immer die Frage nach dem Warum. Warum hast du uns verlassen? Wieso nur bist du gegangen?

Ich habe dich geliebt. Du warst immer für mich so was wie ein Vorbild. So wie Eltern eben für ihr Kind sein sollen. Das was du auch immer sein wolltest. Du warst immer für uns da. Nie gab es Momente, in denen wir nicht auf dich zählen konnten. Du hast nicht für dich gelebt, sondern für uns. Für deine Familie.

Wie konnte es nur dann so weit kommen? Haben wir versagt? Waren wir nicht stark genug, war unsere Familie nicht stark genug? Wieso haben wir nur nichts gemerkt.

Du hast nie über deine Ängste geredet. Warst nie beim Arzt, hast der Medizin nicht vertraut. Der Unfall muss für dich wie ein Schock gewesen sein. Krankenhaus, das Gefühl, nichts mehr alleine auf die Reihe zu kriegen. Dann die Sorge von uns um dich. Dabei wolltest du doch immer der Starke sein. Hast es nie zugelassen, schwach zu sein.

Wie schwer muss es für dich gewesen sein, vor uns deine Maske aufrecht zu erhalten. Deine wahren Gefühle zu verbergen. Damit wir nichts merken. Damit du in unseren Augen der Starke bist. So wie sonst auch. Damit alles wieder so ist wie immer…

Aber das war es eben nicht. Seit dem Unfall hat sich dein Leben verändert. Unser aller Leben.

Ich kann es immer noch nicht verstehen. Deine Entscheidung, uns zu verlassen. Dass du diesen Schritt getan hast und wie schlecht es dir ergangen sein muss, dass du das getan hast. Und wie du geweint haben musst, weil du wusstest, wie weh du uns damit tust. Wie schlecht es uns nun geht, ohne dich.

Es ist noch so schwer sich vorzustellen, dass du nun nie mehr da sein wirst. Dass wir dich nie mehr in den Arm nehmen können. Dass du einfach nicht mehr da bist.

Ich weiß nicht, ob ich dich jemals verstehen kann. Ich fühle mich so hilflos, kann mich selbst und meine Gefühle nicht verstehen. Weiß nicht, ob ich wütend oder traurig sein soll. Weiß nicht, wie ich ohne dich leben kann.

Doch ganz egal, wie schlecht es uns nun geht, ganz egal, wie schwierig die Zeit noch wird… Ich verspreche dir, dass ich nicht böse auf dich bin. Weil ich hoffe, dass es dir nun besser geht. Dort oben, bei Gott. Ich weiß es einfach, dass es so ist. Weil es eben so sein muss.

Ich werde dich nie vergessen, Papa.

1 Antworten

Kommentare

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    Trauriger Text, der am Ende doch etwas wie Hoffnung gibt.
    Wünsche dir alles Gute! pascal

    05.10.2006, 23:16 von Don-negro
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