louie7 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 2

fin.

Die Angst in seinen Augen nimmt ihr die Luft zum Atmen.

Das weiß der Wände wirkt erdrückend, gespenstisch. Die Größe des Zimmers unangebracht für dieses eine Bett. Sein Bett. Und doch nicht seines, von ihm ist nicht mehr viel da. Die Atmosphäre ist beklemmend, das Geräusch der Beatmungsmaschine jagt ihr Schauer über den Rücken. 

Seine Hand ruht auf ihrer. Sie versucht zu genießen, alles aufzusaugen. Die Nähe, die Zweisamkeit. Es gab so wenig davon. 

Sie hat Blumen mitgebracht, ein lächerlicher Versuch dem Ganzen die Grausamkeit zu nehmen. Der Strauß sieht verloren aus. Verloren fühlt auch sie sich. Die Angst in seinen Augen nimmt ihr die Luft zum Atmen. 

Sie wollte so viel sagen. Jetzt fehlen ihr die Worte. Die richtigen Worte. Gibt es die denn, fragt sie sich, umarmt ihn und sagt lieber nichts. Tiefe Reue erfüllt sie bei diesem Gedanken. 

Es war das letzte Mal, dass sie ihn sah.

Zurück bleiben Erinnerungen. Sie würde sie am liebsten einrahmen, in Stein meißeln, für die Ewigkeit festhalten. Mit jedem Tag verblassen sie mehr, machen der bitteren Erkenntnis Platz, dass er nicht mehr da, und sie nun Halbwaise ist. Es ist endgültig, dieses Mal.

Die Leere füllt sich mit Schmerz und die Hoffnung wird zur Trauer. 


Tags: Verlust, Angst, Abschied, Reue, Hoffnung, Tod
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