Karlotta2010 06.07.2008, 22:30 Uhr 38 12

Er hätte Vieles von dir

Er hätte deine Augen, in denen man sich verlieren kann und dein Lächeln, das mich immer wieder so bezaubert.

Er hätte vieles von dir – deinen Charme, deine Herzensgüte, deine Wut, wenn etwas nicht gelingt, deinen Eifer, wenn er sich selbst etwas beweisen will, deinen Heuschnupfen, deine Spontanität, dein Geschick mit Zahlen, deinen guten Schlaf und deinen langsamen Herzschlag, deine merkwürdig verbogenen Beine, deine Leidenschaft für Klaviermusik, deine Lust auf Muffins und kalte Milch – und vielleicht hätte er auch etwas von mir – vielleicht meine langen Arme, die Fähigkeit, die linke Augenbraue hochzuziehen, meine Ungeduld, mein starkes Bedürfnis nach Harmonie, meine Leidenschaft, wenn es darum geht, etwas zu Ende zu bringen, meinen Glauben an die ewige Liebe, meine Hypermobilität, meine platten Füße, mein Radio im Kopf, mein Bedürfnis nach Sicherheit, meine Pünktlichkeit und sicher unsere gemeinsame Begeisterung für das Lesen – er wäre ein wunderbarer Mensch, ein Mensch, der diese Welt und unser Leben bereichern würde und der sicher irgendwann einen anderen Menschen da draußen sehr glücklich machen würde.

Ich würde ihn zum Fußballtraining bringen oder auch zum Klavierunterricht oder zum Ballett – eben dahin, wo er glücklich wäre. Ich würde ihn trösten, wenn er hingefallen ist oder Streit mit seinem besten Freund hat, wenn er eine Spritze bekommen hat, wenn sein Meerschweinchen gestorben ist, wenn er eine schlechte Note gekriegt hat, obwohl er sich so viel Mühe gegeben hat, wenn er beim Sport verloren hat, wenn er die Windpocken hat, wenn ihm sein Eis auf den Boden gefallen ist, wenn er schlecht geträumt hat, wenn er seinen Stoffhasen verloren hat, wenn das erste Mädchen, in das er sich verliebt, ihn nicht haben will – und es würde mir so viel geben, es würde mich so glücklich machen, wenn er wieder lacht und seine kleinen Arme um mich schlingt.

Du würdest ihm Fahrradfahren beibringen – ihn anschieben und ihm hinterher rennen, um schnell da zu sein, wenn er fällt. Du würdest ihm zeigen, wie man einen Nagel gerade einschlägt und pusten, wenn er sich auf den Daumen gehauen hat. Ihr würdet zusammen ins Stadion gehen und er hätte einen Schal, der ihm viel zu lang ist, und ich hätte immer Angst, dass er drüber fällt und er hätte eine Kappe, die er auch in der Nacht nicht ausziehen will, wenn sie gewonnen haben. Ihr würdet Formel Eins zusammen gucken und die Carrera-Bahn aufbauen und ich würde solange auf den Balkon flüchten. Du würdest ihm das mit den Bienchen und Blümchen erklären und er würde so tun, als wäre das neu für ihn, obwohl sein Kumpel ihm das schon alles erklärt hat. Du würdest mit ihm zusammen sein erstes Bier trinken, mit ihm eine Woche auf Abenteuer-Radtour gehen und am Lagerfeuer Männergespräche führen.

Wir würden zusammen ins Schwimmbad gehen und die Riesenrutsche runterbrettern und uns danach bei Burger King die Wampe voll schlagen. Wir würden ihn morgens mit einer Torte mit brennenden Kerzen und einem Lied wecken, wenn er Geburtstag hat. Wir würden mit ihm auf den Jahrmarkt gehen, mit ihm Autoscooter fahren und ihm Zuckerwatte kaufen, und du würdest ihm einen Teddy schießen. Wir würden ihm beibringen, was gut und böse und was richtig und falsch ist. Wir würden zusammen in den Urlaub fahren, Sandburgen bauen und Muscheln suchen. Wir würden zusammen in den Zoo gehen, ich würde ihm die kuscheligen Tiere zeigen und du die ekligen – Spinnen und so. Wir würden ihm abends vorlesen – aus Pooh der Bär, Karlsson vom Dach und Harry Potter. Und wir würden ihm vorsingen und es würde sich schrecklich anhören, weil wir ja beide gar nicht singen können, aber für ihn wäre es schön und beruhigend und er würde irgendwann einschlafen. Wir würden zusammen ins Planetarium gehen und ihm zeigen, dass es da draußen irgendwo vielleicht noch andere Wesen gibt. Wir würden ihm vermitteln, dass man nicht lügen und nicht schlagen darf. Wir würden zusammen in den Freizeitpark gehen und ihn gemeinsam trösten, wenn er nach der Achterbahnfahrt kotzen muss oder nach der Geisterbahn Angst vor dem furchterregend hässlichen Monstertypen mit der Hakennase hat.

Wir hätten jeden Tag eine Menge kleiner Sorgen, aber zugleich so viele glückliche Momente, die das Leben so lebenswert machen. Wir wären eine Familie – und zwar deshalb, weil wir uns gegenseitig zeigen wollten, wie schön das Leben ist – und nicht, weil man das halt so macht, eine Familie gründen meine ich.

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38 Antworten

Kommentare

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    genauso..haette es sein sollen

    15.01.2009, 08:22 von nur.mit.maxi
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    Ich finde es sehr bedenklich, wie detailliert sich die Autorin das Leben als Mutter und das Kind vorstellt! Sie scheint sich ja auch sehr auf einen Jungen zu fixieren....und was, wenn es ein Maedchen wird????
    Was, wenn es nicht nur die positiven Eigenschaften der Eltern hat, oder nicht so ein "wunderbarer Mensch"waere, wie Du schreibst. Du scheinst Dir ja zimlich sicher zu sein, Du wuerdest das Superkind bekommen, wenn Du Dir so sicher bist, es wuerde die Welt bereichern.
    Was Du Dir so vorstellst, ist ja ganz suess, aber ob das Kind da immer so mitspielt, wie Du es Dir vorstellst. Man merkt, Du hast ueberhaupt keine Ahnung von Kindern, denkst aber, Du waerst die beste Mami der Welt. Ich bin selbser Mutter und ich sage Dir, manchmal ist es gar nicht so einfach, ein Kind gluecklich zu machen. So viel man sich auch bemueht, der Alltag hat seine Tuecken und Kinder sind manchmal mit nichts zufrieden....

    14.07.2008, 12:44 von jette_S
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      @jette_S Wie ich bereits weiter oben mitgeteilt habe, handelt es sich hier um die Niederschrift einer starken Sehnsucht, die plötzlich da war. Es ist schon einige Wochen her, seit ich diese Sehnsucht verpürt und sie in Worte gefasst habe. Inzwischen ist davon nicht mehr viel übrig. Ich bin mir vollkommen bewusst, dass das alles nichts mit der Realität zu tun hat. Und ich bin auch bewusst, dass von all dem wahrscheinlich - wenn überhaupt - nur ein Bruchteil eintreten wird. Und ich denke sicher nicht, dass ich die beste Mama von der Welt wäre - aber träumen darf man doch mal, oder?

      15.07.2008, 22:54 von Karlotta2010
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      @Karlotta2010 Papperlapapp! Ich meine damit, verzeiht mir die flappsige Einleitung, einige Kommentare zu diesem harmlosen Beitrag von Karlotta2010.

      Beim nochmaligen Durchlesen dieser nostalgisch-illusorisch-realistisch-utopischen Gedankenaneinanderreihung sind in mir viele Bilder wachgeworden. Vor meinem geistigen Auge kamen Begebenheiten mit Mutter, Vater, aber auch Tante und Onkel oder Oma und Opa nach Jahren zurück. Und vielleicht wollte das die Autorin uns sagen: denkt an die Vergangenheit, träumt in die Zukunft...die Realität ist unglaublicher, banaler und unberechenbarer wie auch treffender als jede Fiktion (es beschreiben könnte)...

      Bedenklich in diesem Zusammenhang ist, diesen Begriff überhaupt zu assozieren.

      19.07.2008, 20:49 von toesrus
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    man kann vieles kritisieren und bemängeln, sicherlich..

    aber wie man das vorhaben, seinem sohn -ob es ihn nun gibt oder nicht- die welt und das leben zu zeigen, als Klischee oder naiven Traum hinstellen kann,, das leuchtet mir nicht ein.. ebenso verstehe ich nicht, wie es sich bei der elternschaft um einen traum von heiler welt handeln kann???

    mein leben sieht in etwa so aus, wie dein text beschreibt und ich finde mein leben und auch deinen text sehr schön!

    11.07.2008, 20:51 von Lena381
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    Es hat nichts mit einem schrecklichen Ende zu tun? Ich bin beruhigt! So soll es sein, wenn doch die Schule und auch schon der Kindergarten, dir so oft das Gegenteil zeigt, was eine starke tolle Familie ist, dann ist das was du hier beschrieben hast der vollkommen richtige Weg. Das Leben ist so hart und zeigt sich oftmals von den schwierigen Seiten, also ist es richtig, sein Kind so behütet wie nur möglich aufzuziehen.. Ich mach es auch so. Toll geschrieben, habe Gänsehaut bekommen.

    11.07.2008, 11:02 von Frenzi
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      @Frenzi Ich glaube dass es durchaus so (oder so ähnlich) werden kann wie Du es Dir wünschst.
      Mit Liebe, Mut, Willenskraft und ganz viel Vertrauen.
      Und natürlich einem gewissen Improvisationstalent, falls die Dinge mal nicht so laufen wie vorher gedacht.

      Ich finde es schade, dass viele das Glück einer Familie kleiner machen, als die Probleme und die vielleicht unangenehmen Veränderungen bzw. den Verzicht auf manche Freiheiten eines Kinderlosen Lebens.

      Ich bin selber Mutter von zwei Kindern und ich will auch nicht sagen, dass mir Pausenlos die Sonne aus dem Hintern scheint.

      Meinung nach gibt es kein größeres Glück und keinen tieferen Sinn im Leben.
      Wenn meine Kinder mich anlachen, dann geht mir so sehr das Herz auf, wie ich mir es nie hätte träumen lassen.
      Ja, das klingt total verkitscht...
      dennoch lohnt es sich - trotz Schlafmangel, Tobsuchtsanfällen an der Supermarktkasse und anderswo, vollgekackten Windeln, Windpocken etc....(übrigens alles nur phasenweise - all das geht vorbei)...überwiegen aus meiner Erfahrung die Momente, wie Du sie in Deinem Text beschreibst. Wobei es sicherlich auch darauf ankommt, welcher Seite der Medaille man seine Grundaufmerksamkeit widmet - also ob man das Glas als halbleer oder halbvoll wahrnimmt.


      11.07.2008, 18:23 von crazymum
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    hätte hätte hätte....hätte der
    hund nicht geschissen, hätte er den hasen gekriegt...

    ich find die story sehr traumhaft. zu traumhaft...
    nichts wird erwähnt über die eventuell komplizierte schwangerschaft, mit eventuell anschliessender geburt. nichts von drei-monats-kolik, nichts von zahnweh, von nächtlicher übermüdung, weil man alle paar stunden stillen darf, von ausgespucktem brei, von ständiger sorge, die irgendwann quälend werden kann, nichts von streit mit dem partner, weil man sich dann doch ma sehr uneinig is, was die erziehung betrifft oder er seine priortäten gerade woanders setzt, als sie es sich wünscht, nichts von dem, daß man plötzlich ohne partner da steht, weil er sich dann doch anders überlegt hat. nichts von vollgeschissenen windeln, von teuren klamotten, aus die der lütte wahnsinnig schnell rauswächst oder sie kaputt gehen, weil er damit umgeht, wie er will - er wird ja eher antiauthoritär erzogen... vom spielzeug ganz abgesehen.... und die hobbies (fussball 100 euro/jahr, klaverunterricht 1.200 euro/jahr, ballett 600 euro/jahr...) ... heijeijei....
    du wirst eher DIR wünschen, daß er seinen stoffhasen niemals verliert, weil dann nichts mehr is, wie es vorher war...
    nichts von wutanfällen, krankheiten, von albträumen nach "karlsson vom dach"- geschichten..
    vom späteren verkorksten freundeskreis, der dem sohn durchaus gefällt, nur der mutter nich... von schlechten noten, weil er nicht lernen wollte...

    hätte hätte hätte ich jetzt weitergemacht... hätte der hund mich wohl angeschissen....


    11.07.2008, 10:06 von kniepuder
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      @kniepuder man verzeihe mir meine tippfehler... ;)

      11.07.2008, 10:09 von kniepuder
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    Ehrlich gesagt finde ich den Text langweilig, da er nur aus Aufzählungen bestimmter Taten besteht. Er ist nicht spannend, es fehlt der Sinn. Willst du ein Kind?
    Und wie druchdacht das jetzt schon ist, wie es zu sein hat,.. ich bin auch unter solchen "ich will unbedingt ein Kind"-UImständen aufgewachsen, meine Mutter hat sich sooooo sehr ein Kind gewünscht, das sie und meinen Vater verbindet, dass ich nur das Bindeglied war, das die Träume (wie oben beschireben) nie erfüllen konnte (ich hatte auf eine Vorstellung vom MEINEM mir GESCHENKTEN Leben) und das ist alles andere als lustig, so aufzuwachsen.
    Also, falls du wirklich ein Kind willst, lass es doch einfach passieren und schau dann, was man alles machen kann und wie "perfekt" die Situation wirklich ist.
    Aber ich muss sagen, viele nette Träumereien hast du da!
    Sorry...

    10.07.2008, 16:25 von JanisLaBoheme
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    für mich steckt da ganz viel liebe drin. gefällt!

    09.07.2008, 20:08 von MeltingPhoenix
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    Der Text an sich ist ja nicht schlecht, aber für die erste Seite irgendwie schon. Ich kann echt nicht nachvollziehen, warum die neon-Redaktion nicht wirklich gute, originelle, beeindruckende Sachen fördert. Andauernd mehr oder weniger banale, subjektive Gedanken-/Erlebnisschilderungen in wohlklingende, naheliegende Worte gefasst. Ist ja überhaupt kein Problem, über seine Erfahrenswelten zu berichten und tut auch jedem gut, ebenso interessiert es viele, die ähnliche Gedanken tragen. Aber ich denke, es gibt auch neon-User, die mehr zu bieten haben. Inhaltlich und stilistisch.

    09.07.2008, 18:43 von chiaki
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    ja, diese sehnsucht.
    wenn mensch ehrlich zu sich ist, dann ist sie da. die sehnsucht nach grenzenloser intimität und geborgenheit und sich fallenlassen können und nach wärme und bedingungsloser nähe und nach der heilen welt.
    dagegen ist nichts zu sagen. das ist ok.

    die frage ist, wie mensch damit umgeht. wenn ich erkenne, dass es sich hier um ein urmenschliches sehnen handelt, das sich aber aller wahrscheinlichkeit nicht so erfüllen wird, dass es sich um einen traum handelt, der nicht wirklich mit der realität zu tun haben muss, dann bitte lasst uns träumen. ich tu es auch.

    in diesem sinne verstehe ich den text. und in diesem sinne hat der text auch seine existenzberechtigung.

    die einwürfe, dass das leben aber nicht so ist, sind berechtigt. und das aufwachen aus dem traum muss auch irgendwann kommen.
    ich traue der autorin zu, dass sie das weiß. und dass sie auch genau zwischen traum und wirklichkeit unterscheiden kann.

    wer diese abstraktion jedoch nicht rechtzeitig hinbekommt, wird ganz fürchterlich auf die fresse fallen und dann kommen die verhältnisse, wo dann im schlimmsten falle eine familientherapie, ritalin, antidepressiva oder schlimmeres ins spiel kommt.

    liebe autorin, ein schöner text, ein schöner traum. aber eben ein traum.
    ich lächel.

    09.07.2008, 08:41 von RedSonja
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      @RedSonja Aber trotzdem ist viel Wahres dran und wenn schauby das nicht so erlebt hat, dann versteh ich seine Skepsis auch und finde es besser für Alle, wenn er sich nicht fortpflanzt.

      Mir gefällt an dem Text, daß sich jemand vorher überlegt, warum er Kinder in die Welt setzen will und wie das das eigene Leben verändert.

      Zu viele wollen einfach nur Kinder, weil man das so macht und weil es dazu gehört und ohne sich klarzumachen, dass das mindestens 20 Jahre Verzicht auf Vieles und Gewinn an Ärger und Problemen bedeutet !

      Hedonisten sollten lieber kinderlos bleiben und so ein paar Schreihälse sind auch ein entscheidendes Hemmnis, wenn man irgendwann erkennt, daß eigentlich der Zeitpunkt gekommen ist, sein Leben von Grund auf zu verändern !

      11.07.2008, 09:38 von g-cat
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      @g-cat Hör zu G-Gat, mal abgesehen von deinen „ehrenwerten Ansichten“ zum Thema Vertrauen, Treu, Sexualität und Partnerschaft, die du an anderer Stelle ja bereits ausführlich dargelegt hast, nutzt es dir wenig, mir hier etwas unterjubeln zu wollen, was die oben angesprochenen Elternsituationen darstellt.

      Es geht nicht um meine Eltern, es geht um Erfahrungen mit einer Vielzahl von solchen - darum das Problembewusstsein dafür zu schärfen, was so gut gemeinte Absichten und – wie im Artikel anschaulich beschrieben – äußerst eindimensionale Illusionen für Folgen haben können und nicht selten auch haben. Das ist kein „Familienproblem“, sondern ein gesellschaftliches. An dieser Stelle ein Dankschön an kniepuder.

      Wer einmal die Scheuklappen wirklich abnimmt, sieht auch was sich hinter der Fassade zahlreicher solcher Familien abspielt, wo der Schein und das naive Nachlaufen hinter einer Märchenwelt die bizarrsten Schicksale prägen, weil sie die Wirklichkeit verleugnen, weil sie sie überfordert bzw. ihnen Angst macht. Natürlich soll man Wünsche haben und optimistisch sein, auf jeden Fall, aber es ist gefährlich mit, wie gesagt, so derart eindimensionalen Erwartungen darauf zu hoffen, dass sie erfüllt werden.

      11.07.2008, 22:42 von schauby
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