Du warst nie Papa genug
Dein Geld hat mir vielleicht ein bisschen Luxus gegeben, aber was nützt es, wenn du als Vater nie für mich da warst?
Mama war und ist für mich immer meine Liebste, du warst der Böse hier. Ich verstehe, dass du unter der Woche nie hier sein konntest, du musstest ja arbeiten und Geld verdienen. Hast uns durch dein Geld viel ermöglicht, uns viel Freiheit geben können. Aber Geld allein macht bestimmt nicht glücklich, ich hab es selbst mitbekommen.
Du wolltest uns mit deinem Geld deine Liebe zeigen, tut mir leid, das hat nicht funktioniert. Natürlich bin ich dir dankbar dafür, aber ich bin enttäuscht, dass du niemals Zeit hattest für die wichtigen Dinge im Leben. An erster Stelle stand und steht für dich Erfolg,Karriere und ein gutes Einkommen. Danach kommst du und zum Schluss deine Familie. Ich will hier nicht sagen du hättest niemals gezeigt, dass du auch Papa sein kannst. Nein. Aber die Tage an denen du wirklich ein wahrer Vater für uns warst sind so selten gewesen und sind jetzt eigentlich garnichtmehr vorhanden. Hast du schlechte Laune leidet man darunter, du bist gerne auf Streit aus, das hast du mir vererbt. Allerdings führst du dich auf wie ein Kleinkind, bist penetrant und stur. Du denkst du weißt und kannst alles, sagt man dir was einen stört, ist es ja so oder so Humbug. Wir lügen alle für dich, wir erfinden Geschichten und stellen dich als Miesepeter dar. Dabei ist es einfach nur so, dass die ehrliche Kritik von uns bei dir nicht ankommt, du bist ja perfekt. Ich löse Problem anstatt vor ihnen weg zu rennen, du rennst davor weg um nicht auch nur eine Sekunde an dir zweifeln zu müssen. Das ist ein Teufelskreis, ich werde niemals zu dir durchdringen.
Wenn du von mir kritisiert wirst, bist du beleidigt, verbietest mir etwas, das von deinem Geld finanziert wird. Weißt du eigentlich, dass es mir egal ist? Ich brauche dein blödes Geld nicht, ich bin unabhängig von dir. Du kannst mich nicht damit an dich binden. Streich mir sämtlichen Luxus, ich werde sicher nicht weinen. Ich brauche deine materiellen Dinge nicht, es wäre schöner, wenn du mal als Vater für mich da wärst und nicht als Geldgeber.
Ich komme mit dir nichtmehr klar, seit du mich in meiner Kindheit geschlagen hast. Ich musste mich dir unterordnen, eigener Wille fehl am Platz. Irgendwann hab ich mich allerdings gewehrt, dir die Stirn geboten, gezeigt, dass du mittlerweile keine Chance mehr gegen mich hast. Seitdem wird es immer schlimmer zwischen uns, du merkst ich bin erwachsen geworden, ich sag was mich stört und das direkt in dein Gesicht. Das bringt dich immer wieder zum ausrasten. Es ist mir egal, du bist nicht perfekt, ich weiß es und das macht dich so wütend. Wir werden bis ans Ende noch mit diesem Problem zutun haben und ich finde es traurig. Dein Verhalten ist verletzend und du willst es garnicht begreifen. Du siehst nicht einmal wie schlecht es Mama dank dir geht. Und bei ihr blutet mein Herz unglaublich.
Ich sehe in dir etwas, was ich nie werden will: eine leere Hülle, ein Eisklotz.
Einen Mann, der Vater geworden ist und dem man anmerkt, dass es nie sein Lebenstraum war.
Für mich ist es schlimmer, mit einem Vater zusammen zu leben, dem man egal ist, als seinen echten Vater nicht zu kennen.



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