Zartbeseitet 18.10.2011, 23:58 Uhr 28 18

Drei Kartons

Als du gingst, passte dein Leben in drei Kartons.

Dein Leben passt in drei Kartons.

In drei braune Kartons lassen sich all deine Erinnerungen verstauen, ruhmreich und ungesehen, wärmend und mit Schmerz verbunden.
Und obwohl es deine Kleidungsstücke sind, dein Leben, hängt das unsere in jeder Faser. Es lässt sich nicht entfernen; ich versuchte es mit Tränen und scheiterte.

Die Einsamkeit, die du gewählt hast, hält meine Hand, während ich deine Kartons packe.
Aber selbst sie schwindet in dem Moment, in welchem ich mir vor deinem leeren Schrank bewusst werde – und dem zähen, nicht-fassbaren Schmerz, der sich mit ihm ausbreitet. Wie ein Schleier, der mir die Luft zum Atmen nimmt. Die Luft zum Leben.

Dein Leben passt in drei Kartons.
Nebeneinander gereiht stehen sie in unserer Garage.
Wie Soldaten, die dem Ende ins Auge blicken.
Denn dies ist es. Das Ende. Unser Ende.
Drei Kartons erzählen davon. Und die Tränen darauf, die der Regen längst versteckt hat.


Tags: Scheidung, Auszug
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28 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Es ist nicht so, dass der Text mir grundsätzlich nicht gefällt, aber ich finde ihn auch sehr pathetisch und "die Luft zum Atmen" ist doch sehr, sehr abgegriffen.

    29.10.2011, 02:37 von K-Stalker
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  • 0

    wunderschön geschrieben, gerade der nüchterne "Karton" zeigt auf "was vom Leben übrig blieb"

    27.10.2011, 09:59 von uhland17
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  • 1

    Ich liebe deine Sprache. Wundervoller Text. Berührt mich sehr. Nimmt mich mit.

    22.10.2011, 23:07 von aennaM
    • 0

      Ein ehrliches: Danke!

      23.10.2011, 12:36 von Zartbeseitet
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  • 0

    Die Wahl mit den Kartons war schon passend, sry, bitte nicht missverstehen, meine Gedanken schlugen erst bei der Schatulle Kapriolen ... denn bei Schatulle denke ich eher an Schmuck, aber ... egal, dein Artikel ist gut, so wie er ist. Inklusive Kartons.

    21.10.2011, 10:25 von Cyro
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  • 0

    Find' ich ziemlich gelungen, auch weil ich selber ein 'Scheidungskind' bin. Drei Kartons, das klingt so nebensächlich und doch hängt in dem Fall vermutlich viel mit ihrem Inhalt (symbolisch) zusammen.

    20.10.2011, 18:05 von Kids
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  • 0

    karton. das klingt so unlyrisch!

    hätte man nicht schatulle oder kästchen nehmen können?

    20.10.2011, 13:16 von MiZa.
    • 0

      Schatulle ? Hm, welche Teile sie da wohl von ihm drin aufbewahren mag ...

      20.10.2011, 13:31 von Cyro
    • 0

      unterwäsche vielleicht!!? oder die vielen liebesbriefe...

      20.10.2011, 13:33 von MiZa.
    • 2

      Ich wählte Karton weil es drei Kartons waren.
      Wären es drei Schatullen gewesen, hätte ich dieses Wort benutzt ;-)

      In diesem Fall wollte ich nicht lyrisch sein, sondern nur einen Moment festhalten. Und in diesem Moment waren es Kartons.
      Für die Lyrik würde ich auf diese triste, braune Box nicht zurückgreifen!

      20.10.2011, 19:53 von Zartbeseitet
    • 1

      Ich finde Karton eine sehr passende Beschreibung dafür das man seine Sachen packt und geht. Würde es nicht komisch klingen, würde dort zu lesen stehen, dass sie die Sachen in Schatullen packte ? Da passt ja nichts rein.

      22.10.2011, 23:16 von aennaM
    • 0

      schatullen können riesig sein!!

      23.10.2011, 00:23 von MiZa.
    • 0

      Ich hielt es für die Verniedlichung von Schachtel. Aber stimmt, muss ja garnicht sein!

      23.10.2011, 00:35 von aennaM
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  • 0

    Schmerzt ein Ende nicht immer? Egal, aus wie vielen Kartons der "Rest" dann besteht?

    20.10.2011, 12:10 von drops_of_august
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  • 5

    Ich habe gerade versucht in einen 0815-Standardumzugskarton zu krabbeln.

    Es hat nicht geklappt.

    Mein Leben ist zu groß für Kartons.
    Mist.

    20.10.2011, 11:54 von derHerrMitDemPixel
    • 0

      Und "Leben" ist analogie für "Arsch"? ;)

      20.10.2011, 12:42 von WieSieSehnSehnSieNix
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      www.stihl.de

      20.10.2011, 12:43 von Jingeling89
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      a) Nein,mein Arsch passt gerade so in ´nen Karton.
      b) Er passt natürlich sehr viel besser, wenn man ihn zurechtsägt. Kettensägen sind -nicht nur in Zeiten eines Zombieangriffs- eigentlich die Lösung für so ziemlich jedes denkbare Problem.

      20.10.2011, 12:46 von derHerrMitDemPixel
    • 0

      :D da musst ich spontan an das Bild denken, das ich mal gefunden habe
      http://www.neon.de/bilder/bild/incoming/627217/524749

      20.10.2011, 12:48 von Jingeling89
    • 0

      me knows diz.

      allerdings frage ich mich, wie ich die zombieapokalypse mit ´nem wacom überleben soll...

      20.10.2011, 12:51 von derHerrMitDemPixel
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  • 1

    Warum bitte die hinkende Metapher mit den Soldaten? Wenn diese Garagen-Armee aus kläglichen drei Soldaten besteht, kann die Schlacht keine große gewesen sein. Dann lohnt es kaum, darüber zu weinen.

    20.10.2011, 11:01 von Justaff
    • 0

      Ja das sagst du jetzt so. Aber stell dir vor das wären drei Chuck Norris!

      Aber nu ehrlich mal. Es geht dabei ja nicht um die Schlacht, in der Soldaten sind sondern wie "dem Tod" ins Auge blicken und das können Soldaten auch zu dritt. Zum Beispiel gefangene Soldaten vor einem Erschiessungskommando oder so. Es geht eben um die Art wie Soldaten mit der Situation umgehen und nicht um eine Schlachtsituation. So.

      20.10.2011, 12:51 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Ah, vielen Dank, jetzt hab auch ich es verstanden. Aber die Metapher hinkt nach wie vor. Kann aber auch an der Kettensäge von Herrn Pixel liegen.

      20.10.2011, 13:23 von Justaff
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