BlaueElise 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 1

Dankbarkeit.

An dich.

...da saß ich nun mit mit meinem Omilein.
Erste Reihe Rang.
Ganz nah dran!
Guter Blick auf all das, was uns sogleich begegnen würde. Omilein ungeheuer aufgeregt, ich mit beiden Augen auf der Uhr verweilend.
Im Nacken das Gefühl, dass jener Abend wohl sehr lang werden könnte.
Aber sind wir nicht dann erfüllt voller Glück, wenn wir jemandem eine Freude bereiten können?
Die Mundwinkel verziehen sich automatisch nach oben..als ich Omileins Gesicht mit einem Strahlen darauf entdecke.
Der Vorhang öffnet sich und der Schwiegersohn aller Urgroßmütter betritt die Bühne.
Applaus.
Begeistert reiße ich meine Arme gen Himmel.
Stehe mit meinem Omileinchen auf als alle zu schunkeln beginnen.
Singe lauthals und so gut ich irgendwie kann zu den altbekannten Volksliedern mit.
Beinahe vier Stunden Programm.
Omilein stehen die Tränen in den Augen.
Mir auch.
Gut, dass sie immer zwei Stofftaschentücher in ihrer so großen Handtasche verstaut. In der sich ebenfalls Schokoriegel auffinden lassen..man könnte schließlich Hunger bekommen...
Ich nehme sie in den Arm.
Wann saßen wir eigentlich das letzte Mal so beieinander?
Omilein.
Hat immer einen Spruch parat oder eben einen Schokoriegel.
Im Kindesalter kochte sie den ganzen Tag, wusch die Wäsche, holte uns aus dem Kindergarten ab, pustete die Schmerzen von aufgeschürften Knien hinfort..
Hilfsbereit ohne Widerworte.
Dankbar für diese Aufgaben, die man ihr aufträgt, damit sie ihre Narben, die sich über all die tiefen Wunden in ihrem Leben legen, nicht spüren muss.
Ihr Alltag gestaltete sich nach dem Tod ihres Mannes neu. Sie lebte seitdem für den Rest ihrer Familie, aber nicht mehr für sich. Sieht abends anderen Paaren im Fernsehen zu...bleibt aber allein. Einen neuen Mann wollte sie nie wieder an ihrer Seite. "Es gibt nur eine große Liebe", meint sie.
Geschenkt möchte sie nichts mehr haben. "Sie hat bereits alles...":sagt sie.

Bedankt habe ich mich für all das "Verständliche" nie wirklich.
Hin und wieder ein Geschenk zu bestimmten Anlässen, aber manchmal wiegen Worte mehr...

Angst, dass unsere gemeinsame Zeit abläuft - ja, das habe ich. Ich merke, wie sie altert. Sie wird schwächer..oftmals versteht sie mich nicht mehr. Vieles wiederhole ich laut.
Vergessen werde ich aber nicht, welch aufopferungsvolle, starke und sehr liebenswerte Frau sie ist.

Dankbar bin ich, dass es dich gibt...
Omilein.



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