Schnetzi 14.12.2014, 00:36 Uhr 0 1

Christmas Candy

So stehen sich drei Frauen gegenüber und der Türrahmen biegt sich unter der Last ihrer Leben, ihrer Generationen.

Ein endloswirkendes sich wallendes Tal, dem ein Ort folgt. Das Ortsschild unumstößlich erinnernd an altes und neues Leben. Rechts abbiegen, geradeaus. Der Weg kann nicht vergessen werden, wenn er der Grund ist. Die Einfahrt hinauf, entlang an Rasen und Beeten. Dort sitzt das Kind mit der Taube am Wasserbecken, niemals hat es diesen Ort verlassen. Die Tauben danken es ihm. Die Klingel zeigt einen toten Namen, denn Vergessen gibt es hier nicht. Im Treppenhaus Bilder aus vergangenen Zeiten. Sie zeigen Menschen und Orte, die sie an sich bindet. Sie weiß, niemals wird man ohne sie sein. Sie steht in der Tür. Freudig erwartend fordernd. Unendliche Glückseligkeit breitet sich in mir aus. Ich weiß, für mich hat sie alles, sogar die Liebe. Hinter mir eine Gestalt, in zwei Stunden ergraut und nur noch der Schatten ihrer selbst. Meine Mutter weiß, für sie hat sie nichts, nur den Vorwurf. So stehen sich drei Frauen gegenüber und der Türrahmen biegt sich unter der Last ihrer Leben, ihrer Generationen. Wir betreten die Wohnung, eine Wohnung die entzweit und vereint. Wir bleiben.

Denn es in Weihnachten, das Fest der Familie.

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