MayTillNow 07.05.2012, 19:19 Uhr 0 2

5 Jahre. Endlosschleife.

Ich vermisse dich so sehr, dass es eigentlich unaussprechlich ist. Hiermit will ich sagen: Ich vergesse dich nicht.

5 Jahre ist es her. In diesen 5 Jahren bin ich erwachsen geworden. Ich habe Sprachen, Länder und Menschen kennen gelernt. Ich habe alles gefühlt und manchmal auch nichts.

Täglich habe ich versucht meine Geschichte weiter zu schreiben und dich möglichst oft miteinzubeziehen. Ich wollte dir erzählen wie es mir geht und was ich erlebe. Doch dann habe ich gemerkt, dass du ja gar nicht mehr da bist.

Einfach weg. Das habe ich schon verstanden. Ich verstehe, dass ich dich nicht sehen kann und deine Stimme nie wieder hören werde. Doch ich kann nicht verstehen, wieso ich dich nicht mehr spüren kann und nicht mehr erinnere wie du riechst. Es tut mir leid, dass ich so viel nicht mehr weiß.

Es ist schwer für mich hier. So ganz allein und ohne dich. Ich bin davon überzeugt, dass es besser wäre, wenn du jetzt hier wärst. Ich glaube daran, dass dann Vieles in den letzten Jahren gut gegangen wäre, was nicht so war.

Wem soll ich dafür die Schule geben? Dir? Mir? Papa? Der Krankheit? Den Ärzten? Dem Schicksal? Gott? Der Natur? Über diese Frage bin ich eigentlich schon längst hinaus. Doch immer wieder kehrt sie zurück. Muss ich mich schämen, dass ich überhaupt jemandem die Schuld geben will?

Um mein Leben habe ich keine Angst. Vielleicht hast du es an mich vererbt. Vielleicht auch nicht. Irgendwann werde ich es erfahren. Und dann werde ich erstmal verzweifeln. Egal wie stark ich davor war. Ob ich kämpfen werde? Vermutlich. Aber nicht für mich. Für dich. Du hast es auch getan und verloren. Und trotzdem bin ich so stolz auf dich.

5 Jahre sind scheiße lang. Diese, meine 5 Jahre sind endlos.


Tags: Krankheit, Krebs, Tochter
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