L.Giannani 11.04.2013, 00:18 Uhr 13 10

Wohin des Weges du undurchsichtiges Leben?

Viele Türen, viele Wege, viele Möglichkeiten.

Viele offene Türen, die eine weiter, die andere weniger angelehnt, warten auf mich. Blicken mich fordernd an, lassen mich fürchten. Keine verrät mir, was hinter ihr wartet, nur alle erwarten, dass ich endlich losgehe. Aber wohin? Das kann mir keine sagen. Aber wenn ich es nicht weiß, woher sollt ihr es auch wissen. 

Ich wage mich vor, hasche an der Ersten vorbei. 

Hier wohnt eine Welt, von der ich schonmal gehört habe, die ich aber noch nicht kenne. Sie sieht nett aus. Nette Menschen umgeben mich und neue Aufgaben erfüllen mich. Ich habe das Gefühl, ich war nie woanders! 

Dass ich durch eine Tür gegangen bin, wird mir erst wieder bewusst, wenn ich vor der nächsten verschiedenfarbigen Mauer voller unentdeckter Möglichkeiten stehe und wieder nicht weiß, wohin ich gehen soll. Wieder links?, das hat letztes Mal schon so gut geklappt. Aber das kenne ich doch schon. Vielleicht dieses Mal rechts oder ab durch die Mitte. Während ich hin und her überlege, schaut ihr mich nur wieder fragend und erwartend an, das macht mich nervös.

Kann ich hier nicht erstmal eine Woche stehen bleiben, oder einen Monat und euch einfach nur anschauen? Und von dem träumen, was mich erwarten könnte.

Aber nein, ich habe das Gefühl, wenn ich jetzt nicht gehe, macht ihr zu!

Ich nehme die leicht abgewandte zweite Tür von links. Bleibe auf derselben Seite, das hat letztes Mal ja ganz funktioniert. Doch hier ist alles anders. 

Laut, dunkel und dreckig. Ständig klingelt ein und dieselbe monotone Melodie und grelle Stimmen überschlagen sich. Es riecht nach schlecht gewordener Milch und grauer Staub überlagert meine Haut. Ich versuche mich umzuschauen, eine nette Ecke zu finden, doch diese Welt erdrückt mich und ich renne davon auf der Suche nach einer neuen Tür. 

Aussichtslos. Gibt es hier nicht irgendwo ein winzig kleine Tür? 

Tür! Ausweg! Mauseloch!

Ganz egal, ob links oder rechts, groß oder klein! Hauptsache ich komme hier raus. Irgendwann am Ende meiner Kraft erreiche ich die Türenmauer, die mich auffängt, wie ein langersehntes Paradies. 

Hier bleibe ich und genieße euren Anblick. Wartet nur auf mich, ich bleibe erstmal hier liegen, schaue euch an und suche mir meinen kleinen nächsten Weg! 


Tags: Entscheidung, Fühlen, Wege gehen
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13 Antworten

Kommentare

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  • 1

    ich verstehe sehr gut, was du meinst. im prinzip suchen wir doch immer nach dem, was uns glücklich macht - leider finden nur die wenigsten ihre richtige tür.


    übrigens finde ich, konträr zu einigen hier vertretenen ansichten, dass die entscheidungen trotz weniger türen mit dem alter nicht leichter werden.

    26.04.2013, 08:58 von HelenaXIV
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    Wart mal, bis älter bist. Dann werden die Optionen deutlich weniger.

    17.04.2013, 18:03 von Plutarch
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    Frag' doch mal einen Würfel. Der trifft wenigstens Entscheidungen. Oft nicht die richtigen, aber auch mit den falschen Wird Man Was(tm).

    15.04.2013, 23:23 von schmonz
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    ohjaaa, das werde ich:) Vielen Dank, Serientipps kann ich immer gebrauchen:)

    12.04.2013, 11:45 von L.Giannani
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  • 1

    schon mal etwas von "being erica" gehört;-)

    11.04.2013, 23:02 von laylalani
    • 0

      neeeein. was ist der, die, das?

      11.04.2013, 23:04 von L.Giannani
    • 0

      ;-)

      11.04.2013, 23:14 von laylalani
    • 0

      ... ja diese Türen und die Wahl, die man treffen muss.... sehr schön beschrieben... und schau dir echt mal eine Folge der kanadischen Serie "Being Erica" an :)

      12.04.2013, 07:41 von DieKleineBlume
    • 1

      also ich habe mir alle staffeln bis auf die letzte angesehen und fand`s gut. teilweise lernt man ja wirklich etwas für`s eigene leben;-)

      13.04.2013, 16:09 von laylalani
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  • 1

    Du hast noch ganzschön was vor dir liebe Laura. Was fantastisches sag ich dir :-)

    11.04.2013, 20:28 von Voll.Des.Lobes
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