Evi_aus_MD 21.01.2007, 20:05 Uhr 3 2

Wie es ist wenn eine Freundin Drogen nimmt

wir schworen uns,das niemals so enden wollen wie Christiane F., Kurt Cobain oder andere berühmte Konsumenten und trotzdem endete unsere Freundschaft

Ich habe in den letzten Jahren viel über Drogen gelesen, mich informiert, sie ausgetestet und ne Weile bestimmte Substanzen konsumiert....aber im Griff hatte ich es immer, denke ich zumindest. Mußte mir nie eine Dröhnung verpassen, um morgens überhaupt am Morgen ausm Bett zu kommen. Und ich bin meinem Grundsatz-niemals Chemie-treu geblieben....das letzte Mal high war ich, als ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, aber schon davor hab ich sehr unregelmäßig was geraucht. Wochen und Monate lagen immer zwischen: "Jetzt könntest du mal wieder" und "Heute brauchst du das nicht"
Eine sehr gute Freundin (Namen nenne ich hiebei nicht) fing genauso an. Und obwohl sie denselben Umgang pflegte wie ich,ruschte sie immer weiter ab. Ich bereue, das ich zu spät festellte das sie es vollkommen übertrieb. Richtig bewußt wurde es mir aber erst letzten Sommer. es verging kein Tag, an dem ich sie nicht mit geweiteten Pupillen und roten Augen sah. In den Ferien war es am schlimmsten, zwischen endlosen Party's, Saufgelagen und jugendlichem Übermut fragte sie mich, ob ich jemanden kenne, der ihr auch andere Sachen verkaufen könne. Ich sagte nein, aber in dem Moment vielen mir mehr Leute ein als mir lieb war.
Sie zog um, fürs FSJ....ich dachte nun würde sich alles ändern, sie würde wieder der Mensch werden, den ich gemocht hatte, mit dem ich nächtelang um die Häuser ziehen konnte (ohne irgendwas zu nehmen), mit dem ich lachen und weinen konnte....
Irgendwann in dieser Zeit hab ich sie endgültig verloren.
Es wurde nichts besser, nur noch schlimmer. Und immer wieder wenn ich sie traf, versprach sie mir niewieder irgendwas zu nehmen. Das erste Mal sagte sie mir das, vor zwei Jahren. Seitdem hat sie ihr Abitur abgebrochen, ein Praktikum und ihr FSJ macht sie soweit ich weiß auch nicht mehr. Ihre Eltern scheint das alles anscheinend egal zu sein, aber ich glaube sie sind so hilflos wie wir, ihre Freunde sie einfach nicht mehr mit ansehen wollen/können wie kaputt sie sich macht.
Silvester hab ich sie wieder getroffen, vollkommen drauf, XTC meinte sie...ich nickte bloß, drehte mich um und ging. Nicht die beste Lösung, aber die einzige die mir logisch erschien. Sie wollte eine Therapie machen, hat sie aber soweit ich weiß nach drei Tagen abgebrochen....
Ich weiß nicht wieoft ich ihr in dieser Zeit gesagt hab, das sie aufhören muss, das die Drogen sie kaputt machen und das sie lernen muss es zu reduzieren oder komplett aufzuhören.
In all der Zeit die vergangen ist bereue ich mehr oder weniger, das ich nicht für sie da war, als sie mich am meisten brauchte. Ich hätte viel früher eingreifen müssen. Aber im Grunde hätte ich nicht viel verändern können. Es ist ihr Leben und sie muss selbst lernen,das ihre Endscheidungen auch Konsequenzen haben.
Es tut zwar immernoch weh sie zu sehen und zu wissen,das nichts ist wie es einst war, aber wenn man jemanden gern hat, muss man ihn gehen lassen.

"Jeden Tag stirbt ein Teil von dir
Jeden Tag schwindet deine Zeit
Jeder Tag ein Tag, den du verlierst
Nichts bleibt für die Ewigkeit" Tote Hosen "Nichts bleibt für die Ewigkeit"

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    Ich habe auch schon einen guten Freund dadurch verloren. Am anfang war ich noch für ihn da. hab zugehört, bin immer zu ihm wenn ich Zeit hatte und hab versucht mit ihm Sachen zu unternehmen. Am Anfang hab ich viel Energie reingesteckt ihn da raus zu holen, aber ich konnte nach einiger Zeit nichts mehr tun, ich konnte es nicht mehr ertragen ihn so zu sehen. Bis er plötzlich keinen Kontakt mehr mit mir haben wollte. Er hat seine Nummer gelöscht und mich total ignoriert. Es tat weh, nach so langer Zeit nicht mehr für ihn da zu sein und ihm helfen zu können.
    Ich denke oft an ihn und frag mich wie es ihm wohl geht. Leider hab ich keine möglichkeit Kontakt mit ihm aufzunehmen... Ich hoffe es geht ihm gut!

    04.02.2007, 17:41 von Chefkoechin
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    Ich habe niemals gesagt, das sie unbedingt die Therapie in einer Klinik machen muss, das einzige worum ich sie bat, war aufzuhören oder es zu reduzieren. Ich habe genug Menschen verloren, weil viele denken das man freier ist, wenn man high ist. Doch jeder der über längere Zeit und viele Drogen genommen hat weiß, das man ein Elefant im Glashaus ist....
    Und wann hab ich mich bitte rausgehalten?!? Genau jetzt erst wo es zu spät ist bin ich es leid, meine Sätze, wie eine Schaltplatte zu wiederholen, weil ihr Gehirn durchsiebt ist und sie nichts rafft...

    22.01.2007, 22:05 von Evi_aus_MD
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      @[Benutzer gelöscht] Wenn es zu schwer zu ertragen ist, was ein geliebter Mensch sich antut, der nicht mehr zugänglich ist und einem immer fremder wird, muss man manchmal egoistisch sein.

      24.01.2007, 00:37 von frolleinmueller
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