"Was machen Sie?
Nichts. Ich lasse Leben auf mich Regnen"* . Ich spüre den Regen nicht mehr auf meiner Haut. Und das fühlt sich nicht schön an.
Es fühlt sich an wie ein langer dumpfer Halbschlaf - Emotionslos und ohne Träume. Denn auch die habe ich verloren oder zumindest sind sie aus meinem Blickfeld verschwunden. Sitze in der Küche, schaue raus und höre eine CD mit der Aufschrift " traurige Lieder" und die Tränen kommen, ganz unerwartet suchen sie sich Ihren Weg doch ich versuche sie wieder zurückzupacken. Habe Angst vor der Einsamkeit die mich überkommen könnte wenn ich sie fließen lassen würde.
Vielleicht werden wir traurig, wenn wir etwas schönes sehen, weil wir wissen, daß es nicht immer da sein wird.**
Vielleicht sind meine Tränen der Regen den ich nicht mehr Spüren kann.
In mir brodelt es. Fast 25 Jahre alt und das Gefühl einer Vergangenheit die für locker das doppelte reichen dürfte. Einfach zu viel erlebt. Ein Burn-Out der daherkommt wie der Flashback einer Droge. Wo ist die Grenze zwischen der eigenen Vergangenheit einen angemessenen Raum geben und wo fängt es damit an sich darauf aufzuruhen was man nicht alles schon durchgemacht und erlebt hat.
Das ist ja vielleicht nicht einmal das Schlechteste denn es sorgt auch für einen großen Schatz an Erfahrungen und einer gewissen Abgeklärtheit gegenüber vielen Dingen, doch ich habe Kein Ventil für all dass, nichts wo ich es abladen kann und nichts was diese Unglaubliche Sehnsucht stillen kann - kein Sport, keine Party und kein Alkohol - und andere Drogen werde ich nie wieder anrühren.
Wer sich nie so zeigt wie er ist wird nie das Gefühl haben so gemocht zu werden wie er ist. Was aber tun wenn man einmal zu oft die Erfahrung gemacht hat eben doch nicht akzeptiert zu werden so wie man eben auch ist: klein, verletzlich und mit einer verdammt großen Portion Unsicherheit - ob die nun begründet ist oder nicht sollte dabei keine Rolle spielen.
Ich weiß dass das Leben mir nichts böses will, dass es niemanden gibt der Versucht mich fertig zu machen - braucht es aber auch garnicht, das tue ich schon von selbst meist mehr als nötig.
Ich versuche Fuß zu fassen, immer und immer wieder... und wenn ich es dann geschafft habe oder die Möglichkeit hätte hau ich wieder ab, verschwinde in meiner eigenen Welt und fange wieder an zu schlafen. Und ich schlafe nicht wirklich - ich gehe aus, treffe Leute, habe gute Laune und find das Leben toll - zumindest gelingt es mir mit einigem Kraftaufwand dieses Bild aufrecht zu erhalten - und wenns nur vor mir selber ist.
Denn ich habe Angst vor dieser anderen Seite. Denn all die Spielregeln die sonst gelten verlieren Ihre Gültigkeit. Dieser Seite ist es egal womit man sich im Alltag zu profilieren versucht und was man nicht alles für (teilweise) aberwitzige Versuche unternimmt sich seinen vermeintlichen Platz zu sichern.
Diese Seite ermahnt mich zur Langsamkeit. Langsamkeit wohl gemerkt - nicht zu verwechseln mit Stillstand, auch wenn es nach aussen hin den Schein haben mag. Sie möchte mir die Möglichkeit geben einen Moment innezuhalten, mich auszuruhen und meine Sicht- und Denkweisen daraufhin zu überprüfen inwieweit sie wirklich meine sind.
Vielleicht gelingt es dir eines Tages zu verzeihen. Dir selbst und den Menschen die dir Leid angetan haben.
Ja vielleicht.
Hoffentlich.
* Zitat von Rahel Varnhagen
** Zitat aus dem Buch "Durch einen Spiegel in einem Dunklen Wort" von Jostein Gaarder




Kommentare
ich mag die Buecher von Jostein Gaarder ;gute Wahl ;-) und guter Text..
13.12.2007, 04:20 von philomena8