Sternenstunden
Ich hänge in der Luft. Noch.
Ich bin ein TROTZKOPF.
Ich trotze der Zeit.
Ich trotze der Entwicklung.
Will Selbstverwirklichung, Selbstentfaltung.
Aber ich will absolut KEINEN KOMPROMISS mit der Zeit eingehen.
Ich sträube mich dagegen und mache einen fürchterlichen Katzenbuckel.
Die vielen Leckerlis, die sie mir anbietet sind bestimmt nicht so lecker wie sie scheinen…
Mein Nest hier ist schön… warum sollte ich es verlassen?
Wieso soll ich einen Kompromiss mit der Zeit eingehen? Nein, anders: Wieso sollte ich auf einen Kompromiss mit der Zeit REINFALLEN?
Man sollte keine Kompromisse eingehen.
Wenn es darum geht.
Bis gestern habe ich versucht zurückzulaufen.
Aber das funktionierte nicht so gut.
Daher habe ich es auch nur bis gestern getan.
Ein Fortschritt ohne vorwärts gekommen zu sein.
Meine Sternenfreunde sagten zu mir, ich solle jetzt mal zusehen bzw. aufhören mit dem Zusehen, dem Mitdenken und dem Abschmecken… sie meinen, dass ich anfangen sollte zu SEHEN und UMZUDENKEN … sie meinen, ich solle es mal PROBIEREN.
Der Gedanke, einen Schritt zu wagen, schmeckt unwirklich und bitter.
Was, wenn ich zurückgeschlagen werde?
Was, wenn sich Türen schließen, wo sich welche öffnen sollten?
Was, wenn sich mir etwas in den Weg stellt, das nicht ich selbst bin?
Aber die Luft hier oben wird allmählich knapp.
Das Atmen fällt langsam schwer.
„FRISCHE LUFT TUT GUT.“ Meinen meine Sternenfreunde.
„Also, muss ich los?“
„Ja.“
…
„Ihr wollt, dass ich mich auf den Weg mache… dahin?!“
„Willst du denn nicht?“
„Ich mag euch so gern. Ich habe mich so sehr an euch gewöhnt.“
„Nun, geh schon. Wir bleiben ja hier oben. Wir wachen über dich.“
„Aber wieso soll ich euch verlassen?“
„Du verlässt uns doch nicht! Du gehst aus dir heraus und trägst einen Teil von uns mit in die Welt hinaus.“
„…“
„Niemand kann für immer hier bleiben. Man kann aber wiederkommen, indem man sich erinnert und wir helfen dir ja dabei! Wir leuchten doch nur für dich so hell. Als Zeichen dafür, dass wir bei dir sind, dass wir in dir sind. Als Zeichen dafür, dass wir dich lieben.“
„Nicht für immer? Also muss ich tatsächlich los. Dann will ich am Tag strahlen, weil ihr es nicht könnt. Ich spüre es ja auch: Da wartet was auf mich, Großes und Kleines.
Ihr habt wohl Recht: ICH MUSS LOS.“
Also, lasse ich mich langsam fallen… ich, Trotzkopf, kapituliere also doch.
Du hast gewonnen.
Zukunft, ich komme dir entgegen.




Kommentare
schön geschrieben.
06.05.2008, 16:45 von pfuetzenhuepferin