retrospektivische Erleuchtungen und sonstige Erkenntnisse
Es gibt einen Punkt in unseren jungen Leben an dem wir alte Freunde, alte Musik, alte Liebe und alte Kleider mit anderen Augen sehen...
An so einem Dreh-, Wende- und Angelpunkt meines noch frischen doch bereits leicht verblassten Lebens befinde ich mich gerade. Die satten Farben der frohen Kindheit von einst haben sich längst vermischt, sind blasser geworden. Die farbenfrohen Bilder in den jungen Gehirnen, in den noch unvernetzten Synapsen haben an Bedeutung und Priorität verloren.
Weihnachten ist nur noch Inszenierung und Stress. Geburtstag nur noch ein Anlass um sich den Kopf zu zerbrechen wen man alles einladen soll.
Man hat bereits eine Phase hinter sich, in der man tiefgründige Erfahrungen mit Liebe und Hass gemacht hat. Man hat verlassen, man wurde verlassen, man hat geliebt, gevögelt und auf Partys rumgeknutscht.
Das ABI liegt nur noch einige Wochen vor mir und wenn man die 13 Jahre Schule nicht ganz verschlafen hat, hat man auch schon eine leise Ahnung davon, wie die Welt sich dreht.
Was ich sagen will ist: Wir haben eine Station in unserem Leben erreicht,
nach der vieles nicht mehr sein wird wie vorher. Und ab der wir oft alleine weitergehen müssen. Auf Fotos in schön dekorierten Alben sieht man sein eigenes Lächeln. Auf jedem Bild das unbeschwerte DA-Sein von damals.
Und jetzt, dreht sich unser Leben um Zukunftsperspektiven, um sexuelle Befriedigung und das möglichst ohne viel Stress und Aufwand…
Wir sind nicht mehr wirklich DA. Wir nehmen uns selbst nicht mehr wahr.
Verlieren uns in Gedanken an morgen oder gestern. Aber im Hier- und Jetzt des Seins befinden wir uns allenfalls im Vollrausch oder total breit auf der Couch im Wohnzimmer
Wir führen ein Leben in der Retrospektive und der Zukunftsperspektive.
"and I wanna fly, and never come down, and LIVE MY LIFE and have friends around" by Chris Martin from Coldplay




Kommentare