trodaire 30.11.-0001, 00:00 Uhr 5 2

Ratlos tatlos

In meinem Kopf kreist er, der Gedanke: Bald wird alles anders! Nichts ändert sich. Wann ist bald und wann wird alles anders?

Ich habe wohl ein Schema. Ein Schema, dessen ich mir jeden Abend, kurz bevor ich am Schreibtisch verzweifelt einnicke, bewusst werde. Ich träume von einem Leben, in welchem ich meine Ziele verfolge, in welchem ich Dinge anpacke. Doch nichts treibt mich dazu, jene Ziele auch in der Realität zu verfolgen. Lieber vegetiere ich vor mich hin, finde einen für mich plausiblen Grund, warum ich es nicht tun sollte und am Abend, am Abend da blicke ich dann zurück: Heute ist wieder nichts geschehen, wieder kam niemand um dich hier zu retten, um dich zu motivieren.

Und trotzdem läuft ein Tag nach dem anderen gleich ab, die Demotivation packt mich, saugt all die Ideen, all die Träume aus mir und lässt mich leer zurück.
Woran liegt das? Ich bin ratlos. Ich will es doch, will es so sehr. Genügt das nicht? Es muss wohl der falsche Zeitpunkt sein oder etwa die fehlende Bezugsperson, welche endlich alles verändert. Tief in mir, da weiß ich, dass ich es bin, die Veränderung verhindert und weder der Zeitpunkt noch andere daran beteiligt sind. Was bremst mich dann?
Mein perfektionistisches Ich filtert akribisch jeden schlechten Ausgang meiner Ideen heraus und lässt mich voll darauf fixieren.
Ist es mein falscher Blick auf das Leben und die Angst zu scheitern?
Ich habe Angst, viel Zeit in etwas zu investieren, was mir nicht den gewünschten Erfolg bringen könnte, am Ende allein zu sein, allein ohne etwas erreicht zu haben:
 Schlichtweg mich selbst enttäuscht zu haben.
Nicht so schlau, besonders, anders, interessant und inhaltlich wertvoll, wie ich es mir wünsche.

Aber
Ich mach' jetzt einfach mal. Mach' irgendwas, Hauptsache machen.


Tags: tatenlos, Zukunft, Projekte, Veränderung, Neuanfang, starten, Ziel, Hoffnung
2

Diesen Text mochten auch

5 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 1

    Die Zeit des Zerdenkens ist gleich die Zeit des Verschenkens.

    21.04.2016, 14:05 von lichterklette
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich schreibe und male und konnte selten mal etwas verkaufen oder veröffentlichen. Aber darauf kommt es gar nicht an. Es macht mir einfach Spaß und man lernt immer dazu.
    Allein sein ist völlig ok - niemand geht auf die Nerven oder lenkt ab. : )

    20.04.2016, 18:31 von linon
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Wie gut ich das kenne.

    Aber wie Du schon sagst: einfach machen. Selbst wenn irgendein Vorhaben "an die Wand geht" und sich die investierte Zeit wie Verschwendung anfühlt - davon hast Du allemal mehr als von der, in der Du mit Dir haderst, weil Du nie was anfängst ...

    Wobei sich dessen bewusst zu sein und das auch umzusetzen natürlich nochmal zwei Paar Stiefel sind.
    Ich wünsche viel Glück. ;)

    19.04.2016, 13:46 von Mr_Magpie
    • 0

      Leider hast du da recht, ich bin mir über ziemlich vieles bewusst, ändern tut sich häufig nichts. Jedoch erreiche ich manchmal auch den Punkt, an dem ich mich selbst mit meiner Art kaum mehr ertrage & ändere wirklich was. Haha, danke dir auch!

      19.04.2016, 17:21 von trodaire
    • 0

      Naja, so ist es doch irgendwie auch okay.
      Wenn der Leidensdruck mal groß genug ist, kann es ja scheinbar klappen, ansonsten ist es wohl auch gar nicht ganz so wichtig.

      Danke, danke!

      20.04.2016, 16:12 von Mr_Magpie
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare