Herzmist 20.04.2012, 23:06 Uhr 1 0

"Nach dem ABI steht dir alles offen"

Musik drückt alles aus

Wer kennt den Satz nicht, an den wir noch vor einem Jahr geglaubt haben. Daran haben wir uns festgehalten. Damit die Prüfungen geschafft.

ABI, ein Ziel, dass unser Leben verändern sollte. Schulzeit adé, willkommen Freiheit.

Aber ist es Freiheit, die wir nun haben? Eigentlich wurden wir doch in ein großes Meer geschmissen, in dem wir ums Überleben kämpfen müssen. Unsere Schulzeit war ein kleiner Tümpel, den wir damals als nervig und anstrengend angesehen haben. Natürlich war es nicht immer leicht, aber im Prinzip wussten wir genau wie es weiterging. Damals wollten wir immer ins große Meer, erwachsen werden, alles machen können.

Klar, wir haben nun einen größeren Horizont und „Millionen Möglichkeiten“ wie es die Ärzte in Himmelblau so schön benennen. Auch Emma6 treffen es mit Paradiso und „Es war noch nie so, es war noch nie so schön, Paradiso es wird hoffentlich genauso weitergehn“ auf den Punkt. Aber können wir nun wirklich alles machen was wir wollten?

Nein, zu viele Faktoren, hindern diese Wunschvorstellung.

Willst du studieren, brachst du einen bestimmten Schnitt. Hast du den nicht, kommst du auf die Warteliste, hast du ihn, weißt dann automatisch, dass du damit deinen Job gesichert hast?

Freie Wirtschaft, Baby! Unsere Zukunft ist so unsicher wie noch nie. Wo heute viele freien Stellen sind, kann schon nach einem Jahr kein Hahn mehr danach krähen. Außerdem woher wissen wir, ob wir diesen Job wirklich ein Leben lang machen wollen? Ob er uns erfüllt? Sind wir alleine mit diesen Fragen, oder geht es anderen auch so? Wo ist der Sinn? Gibt es überhaupt einen? Warum zweifeln wir so oft an uns und allem? Wohin laufen wir? Nach vorne oder zurück? Wann waren wir das letzte mal zu richtig glücklich. Was oder wer hat es geschafft uns zum Lachen zu bringen?

Meiner Meinung nach schafft es Musik unheimlich viel auszudrücken. So geht es uns doch auch öfters wie Kraftklub und wir denken. “Mein Leben ist nicht cool, mein Leben ist ein Arschloch.“ Ein anderes mal denken wir, wenn wir mit demjenigen zusammen wären, wäre alles anders, alles besser. „Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße“. Manchmal hängen wir aber auch zu sehr an diesem Menschen und wir versuchen unsere Gefühle zu verdrängen. „Wenn du mir was bedeuten würdest, tust du aber nicht. Denn ich lieb dich nicht und du liebst mich nicht.“

Oder wir wollen einfach nur wie Casper„Auf und davon, weit weg dort wo dir Fehler verzeihbar sind, an den Ort wo wir mit 16 dachten, wo wir mit 30 sind“.  Doch alles können wir nicht hinter uns lassen oder vergessen wie Philipp Poisel es so schön in „All die Jahre“ ausdrückt: „In den letzten Wochen dachte ich es wär vorbei und ich wäre endlich drüber weggekommen, doch heut Nacht habe ich von dir geträumt und alle meine Liebe hat sich wieder aufgebäumt.“ Tom Delonge sagt dazu nur 34x „It hurts“

Es gibt aber auch Zeiten in denen wir mit „Oh la“ von The Kooks glücklich durch die Wohnung tanzen oder mit Madsen „Nachtbaden“ gehen.

Musik berührt und für jeden Moment, jedes Gefühl gibt es den einen passenden Song.

1 Antworten

Kommentare

  • »Feminismus muss in den Mainstream«

    Die Regisseurinnen Katinka Feistl und Tatjana Turanskyj setzen sich mit »Pro Quote« sich für die Gleichberechtigung von Filmemacherinnen ein.

  • Die Stimmen einer Generation

    Die große NEON-Umfrage: Unsere politische Haltung, unser Liebesleben, unsere Karriere: 82 Fragen an die jungen Erwachsenen in Deutschland.

  • Ice, Ice, Baby

    In der NEON-Redaktion wurde in den letzten Tagen über Social Freezing diskutiert - Redakteurin Judith Liere hat ihre Meinung niedergeschrieben.

Neu: NEON für dein iPad!

Neueste Artikel-Kommentare