Mosaik
mit dem linienbus auf deinen berg, neunzig minuten auf kaugummi rumgekaut
wir kennen uns schon seit ewig
aus der discothek
im haus der jugend
hamburg niendorf
jeden zweiten freitagnachmittag
in meinen turnschuhen
auf die straßen
es regnet hunde
es regnet katzen
die schuhe sind alt
ich bin hier viel unterwegs
dein bett ist noch das gleiche
du erzählst mir von new york
und alles klingt wie eine beichte
ehrlich und müde
deßhalb bist du dort wohl fort
hab ich das alles auch genossen
kenn die kurven hier noch ganz genau
mit dem linienbus auf deinen berg
neunzig minuten
auf kaugummi rumgekaut
deine hand auf meiner schulter
in einem zimmer in berlin
ich dreh mich um und möchte wissen
was ich für dich bin
es tut so gut dich wieder zu sehn
bißchen komisch in den Arm zu nehmen
ich geb ein' aus, was willst du trinken?
stell dich zu mir
erzähl breit und lang
wie es dir in der zwischenzeit ergang
hier ist genug platz für krumme gedanken
sieh mich nicht an wie einen fremden
weil ich anders bin als früher
nicht ganz so wie erwartet
oder kann ich was dafür?
ja, ich geh bei rot noch über ampeln
und ja, ich liebe noch musik
und ich nehm noch ein getränk
bis ich die letzte ubahn krieg
geh vielleicht noch auf den weg
an den wiesen
im gehege
und ich zähle alle fünf minuten nichts
und ich zähle alle fünf minuten alles
und rieche angst durch meine haut
ich hab dir wirklich gar nichts mehr zu sagen
lass mich alleine
lass mich allein
wir sehen uns an
und nirgends sonst ist leben
ich zeig auf dich
und du auf mich
und ich sag "toll, wie soll's jetzt
weitergehen?"
und du sagst "naja, so wie immer
schritt für schritt"





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