Ann-Kathrin_Eckardt 24.05.2013, 11:21 Uhr 198 0
NEON täglich

Mimimi

Darf unsere Generation noch klagen?

Im europäischen Ausland gilt die deutsche Jugend – und damit sind großzügig auch noch die Mitte-Dreißigjährigen gemeint – gerade als Musterknabe der jungen Generationen. Zumindest, was die Jugendarbeitslosigkeit anbelangt. Im aktuellen Spiegel jedoch beklagt die neue politische Geschäftsführerin der Piraten, Katharina Nocun, 26, ihre Generation hätte keine Perspektive. O-Ton: „Ich habe erlebt, wie in Deutschland flächendeckend Studiengebühren eingeführt worden sind. Nach dem Universitätsabschluss wartet auf die meisten von uns nicht ein unbefristeter Job, sondern viele müssen sich mit Praktika oder schlecht bezahlten Jahresverträgen durchschlagen. Und wenn ich mich unter Gleichaltrigen umhöre, dann haben die meisten die Hoffnung aufgegeben, jemals etwas aus der gesetzlichen Rentenkasse zu  bekommen.“

Auf Spiegel Online widerspricht ihr die Vorsitzende der Jungen Union Bayern, Katrin Albsteiger, 29, mit dem Artikel „Es geht uns gut!“. Sie schreibt: „(Ich) empfinde die Sichtweise meiner Altersgenossin - Nocun ist 26, ich bin 29 Jahre alt - als verstörend und beängstigend ideenlos. Wo bleibt die erfrischende Unbekümmertheit, mit der das "Start-up-Projekt" Piraten einst von der Kette gelassen wurde? Statt Kreativität und Gestaltungswillen hört man nur noch #mimimi.“

Wer hat Recht? Dürfen wir noch klagen oder müssen wir uns im europäischen Vergleich nicht sehr glücklich schätzen?

198 Antworten

Kommentare

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    "die Vorsitzende der Jungen Union Bayern"

    Junge Union Bayern.

    Also, merkt ihr's eigentlich noch?

    25.10.2013, 13:41 von frl_smilla
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    Glücklich schätzen und beklagen. Glücklich schätzen, dass es noch so gut ist. Beklagen, dass es nicht gut genug ist. (Fortschritt und Verbesserungen finden sicherlich nicht statt, weil Menschen zufrieden sind.)

    27.05.2013, 11:36 von Phpz
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    ein bisschen jammern ist ok. übertreiben sollte man es nicht. 

    26.05.2013, 15:28 von handinglove
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    'Warum wird Kritik an verbesserungswürdigen Zuständen oder Missständen immer gern als Jammern abgetan ?  Sicher, irgendwo wird es immer jemanden geben, dem es schlechter geht, seien es ganze Staaten oder Einzelschicksale. Aber soll es deshalb verboten sein im eigenen Land was verbessern zu wollen ?  Bevor man was verbessern kann muss man es erstmal benennen.  

    Dass in Deutschland so manches kaputtreformiert wurde, unter anderen auch die Rente, ist zumindest einigen Leuten klar. Was nun ? Nicht drüber reden, weil man ja nicht jammern darf ? Oder mal wieder den Sozialeremiten heraushängen lassen und sagen, dass man gefälligst selber für seine Altersvorsorge zu sorgen hat, wer das nicht kann ist selber Schuld und muss völlig zu Recht in Armut leben ? Schon höre ich den Aufschrei, dass niemand In Armut leben muss  solange die Sterberate an Hunger in Deutschland bei 0% liegt. 
    Ich halte viele meiner Mitmenschen für sehr zynisch und menschenverachtend. Die Frage nach dem Jammerdeutschen oder ob eine Generation das Recht hat zu Klagen hat,  impliziert, dass es uns viel zu gut geht und jeder kann sein Feindbild, auf das er neidisch ist oder dem gegenüber er Vorurteile hat,  aus dem Hut ziehen und öffentlich draufdreschen. HartzIV-Empfänger, Studenten, Schüler, 1-EuroJobber, Geringverdiener, etc.   Denn jeder scheint zu wissen, dass genau die in Saus und Braus leben und absolut keinen Grund zum Klagen haben. Wer Angst hat im Alter zu verarmen spinnt, schließlich sind die Renten ja dank schwarz-gelb sicher, und darum werden wir sie natürlich Wieder wählen. Die machen dann auch Schluss mit dem ewigen Jammerdeutschen. Jammern bei Strafe verboten. Wäre doch im Sinne von so manchem, oder ?

    26.05.2013, 12:08 von Cyro
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      »'Warum wird Kritik an verbesserungswürdigen Zuständen oder Missständen immer gern als Jammern abgetan?«

      Klassischer Verdrängungsmechnismus.

      Deutschland geht es gut. Das ist ein Grund zur Freude.

      26.05.2013, 17:37 von sailor
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      Wenn man privat Dinge verdrängt muss man selber unter den Konsequenzen leiden, aber so  kollektiv Missstände verdrängen,  da mag ich mich nicht anschließen.

      26.05.2013, 18:27 von Cyro
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      Aber sie werden kollektiv verdrängt.
      Das völlig verrottete und förderal zu Tode reformierte Bildungssystem z.B.

      Kaum kriegt einer mal versehentlich einen 'Jugend Forscht'-Preis klopfen sich alle auf die Schulter uns versichern sich gegenseitig, daß es ja sooo schlimm nicht sein kann, wenn sowas doch noch möglich ist...

      27.05.2013, 11:47 von sailor
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    Och nö, die armen Studenten! Na und!!!!

    26.05.2013, 10:10 von beccilein
    • 1

      Bester Kommentar im ganzen Strang.

      25.10.2013, 13:42 von frl_smilla
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      wie bist du denn auf den gestoßen?

      25.10.2013, 23:15 von beccilein
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      Na, mit meiner Hello Kitty Jumbo Tasse

      25.10.2013, 23:17 von frl_smilla
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      ich hAb einen Hirsch auf meiner Jumbo Tasse

      25.10.2013, 23:20 von beccilein
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    Ich hab nichts gegen klagende jugendliche, denn sie wissen es nunmal nicht besser. Wen ich nicht mag, sind die älteren semester, die ständig an der jugend herummäkelt, denn die sollten es besser wissen.


    Außerdem, natürlich geht es uns gut...aber solange es besser geht ist gut nicht gut genug. Wenn niemand kritisiert, fühlt sich niemand angespornt, etwas zu verbessern und menschlich gesehen gibt es noch einiges zu tun. 

    So gut es uns auch geht und jemals gehen wird, man sollte sich nie darauf ausruhen. Stillstand ist der tod!

    24.05.2013, 21:27 von konsTante
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