Bananen-Philosophie 01.04.2018, 22:07 Uhr 0 3

Meine eigene kleine Utopie.

Es geht ums durchziehen. Es geht ums wagen. Es geht darum, endlich das zu sagen, was man will und was man denkt.

Es geht ums durchziehen.
Es geht ums wagen.
Es geht darum, endlich das zu sagen,
was man will und was man denkt.
Nicht was man soll und wer einen lenkt.
Sondern was einen lenkt und was einen antreibt.
Ich will wissen, wieso jeder lieber klein bleibt.
Anstatt selbstbewusst das zu tun, was man selber will.
Das Ziel zu verfolgen, was Traum und Wirklichkeit vereint.
Ganz für sich allein.
Egal, was die andren sagen.
Egal, wie die Statistik dazu aussieht.
Denn darum geht’s nicht.
Es geht ums durchziehen.
Es geht ums wagen.
Es geht darum, endlich das zu sagen,
was man will und was man denkt.
Was jeder andre still verdrängt.
Weil wir heimlich wissen, dass der recht hat,
der das tut, was er selber will,
und nicht das, was wir für möglich halten.
Weil wir heimlich wissen, dass der recht hat,
der da steht und schreit 'Ich schaff das!
Weil ich dran glaub, weil ich das schaffen kann.
Nur auf mein eigenes Wollen hin ist meine Grenze kenntlich.
Meine Möglichkeiten sind anders wie der Horizont unendlich!
Ich schaff das, weil ich das will.
Weil alles in mir 'JA' schreit.
Und weil ich an mich glaub.
Ganz einfach.'
Doch wir sind alle taub.
Wir hören zu, doch wir verstehn nicht.
Und so drehn wir uns um und geh'n nicht,
sondern wir marschieren.
Wir funktionieren wie Maschinen.
Weil wir müssen.
Weil wir sollen.
Weil wir lieber tun würden, was wir wollen.
Doch dafür sind wir viel zu träge.
Wir machen es uns bequem.
Im Alltag mit Mittelklasse-Diadem.
Mit der Masse im Einklang.
Doch horchen wir tief rein,
schreit die Sehnsucht.
Und sie schreit aus dem Fenster, verträumt und kantik,
- addressiert and die Philister - durch die Brille der Romantik:
'Es geht ums durchziehen.
Es geht ums wagen.
Es geht darum, endlich das zu sagen,
was ihr wollt und was ihr denkt.
Nicht was ihr sollt und wer euch lenkt.'
Und der Wandrer stürmt herein.
Und er guckt verwundert drein.
Und er versteht nicht und so fragt er:
'Wieso sitzen alle da?
Ganz still und starr?
Wieso steht denn keiner auf?
Wieso nimmt das Leben seinen Lauf,
nur ohne euch?
Wo bleibt die Lust und der Elan?
Wo bleibt die Luft voll Thymian?
Was macht ihr hier? Warum lebt ihr nicht?
...Und warum versteht ihr nicht?'
So sitzen wir da und schaun uns um.
Und wir verstehn, ganz still und stumm.
Wir waren dumm.
Und wir stehn auf und merken,
wir haben alle Stärken.
Nur die sind unterschiedlich.
Denn wir sind gleich und doch nur ähnlich.
Wir gehen herum und machen die ersten Schritte.
Ganz für uns allein.
Und wir merken, wir brauchen keinen, der uns lenkt.
Keinen, der uns falsche Aufmerksamkeit schenkt.
Wir müssen nur mal etwas durchziehen.
Wir müssen nur mal etwas wagen.
Wir müssen nur endlich das sagen,
was wir wollen und was wir denken.
Nicht was wir sollen.
Denn was wir wollen, ist was zählt.
Ja, die Individualität quält.
Aber ohne Inhalt ist die Masse nur ein schwarzes Loch.
Ohne Zutaten, die man mischt,
ist da nichts, was etwas ergeben könnte.
Man braucht einen Ergebnisraum.

Und so merke ich ganz klamm und heimlich
ein geistiger Ausflug im Klassenzimmer ist nicht verzeihlich.
Die Utopie bleibt Vorstellung im kleinen Kreis.
Doch mit Müh und Not und Fleiß
bin ich meine eigene Utopie.
Meine eigene kleine Utopie.
Denn ich weiß:
Es geht ums durchziehen.
Es geht ums wagen.
Es geht darum, endlich das zu sagen,
was man will und was man denkt.
Nicht was man soll und wer einen lenkt.
Und so geh ich meinem eigenen Rhythmus folgend
meinen eigenen kleinen Weg entlang.
So ganz anders wie die Autobahn.
Mit Steinchen und Sträuchern.
Und Blumen und Kräutern.
Mit Bienen und Hummeln.
Und ich lausche dem Summen.
Ich lausche dem Treiben.
Ich genieße den Weg.
Und ich verstehe nun endlich, worum es geht.

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