Stjaernaflicka 26.10.2006, 17:49 Uhr 2 3

Meen Leevsten

.. ich nenne Dich so, weil Du es bist: mein Liebstes.

Und ich nenne Dich so, weil Du es immer sein wirst ..
Einen Namen hast Du nicht, weil ich eigentlich gar nichts über Dich weiss; doch es wären so viele Dinge gewesen, die ich im Laufe der Zeit über Dich erfahren hätte,- die ich jetzt aber niemals wissen werde.
Meen Leevsten ..
Ich weiß nicht, ob Du mir verzeihen kannst, dass ich uns keine Chance gegeben habe. Aber was hätte ich tun sollen? Ich liebe Dich, liebe Dich so sehr - und trotzdem musste ich mich für mich, für mein Leben entscheiden .. - und somit gegen Dich.
Es tut mir leid, wirklich.
Ich weiss, dass es das nicht besser macht, aber es ist so. Es gibt keine Floskel, keine Worte, die ausdrücken können, was ich sagen möchte.
So viele Dinge, die ich Dir nicht erklären kann, beschäftigen mich.
Bitte glaube nicht, dass ich Dich vergessen möchte - das könnte ich sowieso niemals -, aber die Zeit bleibt nicht stehen und lässt mir kaum Möglichkeiten, meine Gedanken ganz Dir zu widmen.
Oh Gott, das klingt so lieblos, so ohne Herz .. dabei gehört es Dir doch.
Mein Herz, Dein Herz .. unser Rhythmus, unser Herzschlag.
Das soll immer Dein sein; auch wenn Du nicht mehr bist .. und das ist meine Schuld.
Glaub mir, es ist mir nicht leicht gefallen,- aber es ist besser so gewesen. Für Dich, für mich,- für uns. Wir hätten keine Zukunft gehabt, Leevsten. Wie hätte ich auch eine gemeinsame Zukunft mit Dir haben können, wenn meine eigene noch nicht einmal eine feste Richtung eingeschlagen hat? Was hätte ich Dir schon geben können? Luft und Liebe. - Aber das wäre niemals ausreichend gewesen. Nicht in einer Welt wie dieser.
Meen Leevsten ..
Es ist ja nicht so, dass ich mir keine Gedanken über Dich gemacht hätte. Ich weiß, früher habe ich immer gesagt, ich würde sowas nicht tun. Niemals. Auf keinen Fall.
Und jetzt sitze ich hier und schreibe Dir diese Zeilen. Ach, wenn ich es Dir nur irgendwie deutlich machen könnte, - wenn Du nur irgendwie verstehen könntest, wie schwer es mir gefallen ist ..
Dein Vater, der hätte Dich ohnehin nicht haben wollen .. aber ich habe ihn gar nicht gefragt. Er weiß nicht, dass es Dich gegeben hat, Leevsten. Er wird es auch nie erfahren - denn für ihn scheinen Menschen wunderbar wertlos zu sein.
Ich fühle noch immer diese kleinen Stiche, wenn ich an ihn denke.
Wir standen an einer Kreuzung, - ich wählte den linken Pfad, aber er blieb stehen. So trennten sich unsere Wege.
Er hat nie gefragt, was nun sei. Vielleicht hat er auch gedacht, ich würde mich im Falle eines Falles melden? - Aber er zählt nicht. Nur Du bist wichtig, mein Liebstes, mein Einziges.
Ich hätte Dich gerne in meinen Armen gehalten, hätte Dich gerne liebkost. So gerne hätte ich die sanften Stöße gegen meine Bauchdecke gefühlt .. aber da ist kein Platz für Dich gewesen, so sehr ich auch versucht habe, ihn Dir zu bereiten. Es ging einfach nicht.
Ich liebe Dich, meen Leevsten.
Meen Leevsten, ich liebe Dich.
Es zerreißt mir das Herz und ich weiß gar nicht mehr, ob die Entscheidung richtig gewesen ist.
Aber ich muss Dich gehen lassen, um wieder leben zu können.
Wenn wir uns einmal wiedersehen, sag, darf ich Dich dann behüten? Dich schützen, liebkosen und in meinen Armen halten?
Aber jetzt muss ich Dich gehen lassen, meen Leevsten. Es ist das Beste für uns beide. Ich liebe Dich, ich schenke Dir tausend Küsse und mehr. Ich schenke Dir mein Herz.

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2 Antworten

Kommentare

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  • 0

    geht mir genauso.
    wow....

    27.10.2006, 05:23 von gasa26
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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