Männerhandtasche- ein Verständnisproblem
Ein Mann, ein 6-Pack. Klingt einfach. Ist es nicht! Dies ist ein Versuch von Volker Racho, alltägliche Verwirrungen zu entwirren. Ohne Erfolg...
Guten Tag,
mein Name ist Volker R. Ich habe keine Ahnung, wo ich mich gerade befinde. Es folgt eine Problemstellung, bei der ich ohne Ihren Input nicht weiterkomme. Vielleicht können Sie mir helfen und ich mich danach um meine Lokation kümmern:
-Die Männerhandtasche
Die Männerhandtasche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts
von Robert W. Woodruff erfunden, der sich aber der
Größenordnung seiner Erfindung bis zu seinem Tod nie
bewusst wurde.
Die Männerhandtasche, oder "6-Pack"[sprich:
siggspäck], wie man sie jetzt als Opfer der
Amerikanisierung des deutschen Wortschatzes auch oft
nennt, ist wesentlicher Bestandteil des männlichen
Daseins und wird von Wissenschaftlern auch schon als
tertiäres Geschlechtsmerkmal anerkannt. Die
Männerhandtasche besteht aus einer von der Industrie
genormten Tragevorrichtung aus Pappe und beinhaltet in
der Regel 6 x 0,33l Einheiten Gerstenkaltschale. Sie
ist gern gesehenes Gastgeschenk und praktischer
Reiseproviant zu gleich.
Der Terminus "Mode Erscheinung", ist für
diese Form des Biertransports schon lange nicht mehr
gültig, hat die Männerhandtasche doch schon seit Jahren
einen festen Platz, an der Hand des nach Hause
laufenden (Alpha-)Männchens.
Seit einigen Jahren sieht sich die Männerhandtasche
allerdings der Diskriminierung des weiblichen
Geschlechts unterworfen. Es drängte in Mode-Magazinen
und anderen Publikationen dazu, das Wort Handtasche,
nur auf den Messi-Mikro-Kosmos, den einige (meist XXler) Menschen am
Arm tragen, zu fokussieren. Leider mit Erfolg...
Der Begriff "Männerhandtasche" verlor mehr
und mehr an Bedeutung und wird heute nur noch von
Leuten verwendet, die sich in der Bierkunde auf
elitärer Ebene bewegen(Zugang dazu erhält man durch das
Bier-Diplom. Ein Erkennungsmerkmal der Inhaber, ist das
korrekte Aussprechen des umgangsprachlich:
"Öttinger" in seiner französischen
Ursprungsform: Oettingé). Nachdem die Bezeichnung
"6-Pack" erfolgreich in der Gesellschaft
verankert wurde, folgte der nächste Coup der
Handtaschenträgerfraktion. Durch geschicktes kognitives
anreichern der Männer mit einem Schönheitsideal, wie
Beispielsweise David Hasselhoff(oder "The
Hoff") in der Serie "Baywatch", wurde
der Ausdruck "6-Pack" auf eine Form der
Austrainiertheit der Bauchmuskulatur des Mannes
transferiert. Die gleichzeitige sach-logische
Verbindung, dass Männer mit solch einem
"6-Pack", Frauen wie Pamela Anderson(berühmte
Akteurin in der Serie)bekämen, führte zu der
Neuinterpretation des Wortes.
Die Männerhandtasche gewinnt derzeit allerdings wieder an
Akzeptanz bei der weiblichen Bevölkerung, da sie sich
prima mit dem neuen Begriff der "Metrosexualität" vereinbaren lässt. Natürlich wird hier wieder die Meisterleistung der Verpackungsingenieurskunst und somit die urpsprüngliche Bedeutung des Wortes ignoriert. Es wird jetzt mehr als "männliches" Accesoir verstanden, welches für Stil und ein Metropolitan-Dasein steht. Ganz im Gegensatz zu der 6-köpfigen Glasflaschen Union.
Die Verwirrung in der männlichen Bevölkerung, beschäftigt derzeit unzähllige Diplomarbeiten von Sozialforschern und erhält Einzug und das gesellschaftliche Geschehen:
Dokumentierten Fällen der Polizei zu folge, ist das
Fehlen einer eindeutigen Bezeichnung für den Transport
von 6Einheiten 0,33er Bier in einem Pappträger, auch
schon zu einem Kriminalitätsproblem in Großstädten
geworden. Eifersüchtige Ehepartnerinnen sahen sich
demnach oft genötigt, ihren Liebsten etwas an den Kopf
zu werfen, als er mal wieder los ging um sich
"nichts" zu holen und mit besagter Trageform
mehrerer Flaschen Bier zurückkam.
In allen erfassten Fällen, war eine Verwunderung der Geschädigten über den
Sachverhalt aufgenommen worden. Sie alle wussten nicht,
wie sie diese Form der Aggression erzeugt hatten, denn
aus ihrem Verständnis heraus, ist "Metrosexualität" keine
Krankheit, also kann man es sich nicht einfach
"holen" und ein "6-Pack" gibt’s ja
leider auch noch nicht mehr an der Tanke.
Wer jetzt verwirrt ist, dem geht es so wie mir, ich brauch jetzt mal ein Bier!
Ihr
Volker R.





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