cba.321 30.11.-0001, 00:00 Uhr 7 8

leben lernen.

Herzlich willkommen Leben. Schmeiß mich zu Boden, und hilf mir wieder auf. Immer wieder.

Schmerz. Man muss ihn einfach aushalten, und hoffen, dass er von allein wieder geht; hoffen, dass die Wunde, die er ausgelöst hat, verheilt. Es gibt keine wirkliche Lösung und auch keine leichten Antworten. Am Besten atmet man tief ein & aus und hofft, dass der Schmerz nachlässt. Meistens kann man den Schmerz kontrollieren, aber manchmal erwischt er einen da, wo man es nicht erwartet hat. Er trifft einen unter der Gürtellinie und hört nicht mehr auf, weh zu tun. Schmerz. Man muss sich ihm einfach stellen. Denn die Wahrheit ist, dass man ihm nicht entkommen kann. Das Leben bringt ständig neuen Schmerz.

Und trotz der Erfahrungen können wir zeitweise nicht anders:
Wir sehen eine Grenze, wir wollen sie überschreiten. Vielleicht weil es so aufregend ist, das Altbekannte gegen das Neue einzutauschen. Es ist eine Art Mutprobe. Das Problem ist nur, wenn man einmal die Grenze überschritten hat, ist es beinahe unmöglich wieder zurückzugehen. Aber wenn man es dann doch schafft , ist es besser, man ist nicht allein.

Es gibt so viele Wahrheiten im Leben. Die eigenen, und die der anderen.
Oftmals schmerzen sie sehr. Im Grunde genommen will niemand die Wahrheit hören, ganz besonders nicht, wenn sie einem nahe geht.
Manchmal sagen wir die Wahrheit, weil wir dem Anderen nicht mehr geben können als diese. Manchmal sagen wir die Wahrheit, weil wir sie laut sagen müssen, damit wir sie selber hören. Und manchmal sagen wir die Wahrheit, weil wir einfach nicht anders können. Manchmal ist es aber auch so, dass wir die Wahrheit sagen, weil wir dem anderen wenigstens das schuldig sind.

Das Leben ist kurz und wir haben noch so vieles zu lernen.
Früher glaubte ich, es wird leichter, je älter man wird.
Es käme dieser eine Punkt im Leben, wo man offiziell erwachsen ist.
Plötzlich ist man alt genug zum Wählen, zum Trinken und sich anderen Erwachsenenaktivitäten hinzugeben. Auf einmal erwarten alle von einem, dass man verantwortungsbewusst ist, ernsthaft, eben ein Erwachsener. Wir werden älter, wir werden bedeutend - aber werden wir wirklich jemals erwachsen?
Auf gewisse Weise werden wir dieses natürlich: Wir haben Familien, wir heiraten, werden geschieden. Doch im Grunde haben wir immer noch die gleichen Probleme, die wir mit 15 hatten. Egal wie alt wir sind, bedeutend, wir stolpern immer noch und wir zweifeln andauernd. Wir bleiben ewig jung.



Die Zeit fliegt dahin. Die Zeit wartet auf niemanden. Die Zeit heilt alle Wunden. Wir alle wollen nur das eine – und das ist mehr Zeit. Zeit zum Aufstehen, Zeit erwachsen zu werden, Zeit loszulassen. Zeit.


- G. A.

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    Schöner Text....sich dem Schmerz ganz entgegenzustellen, ohne Ablenkung und Zerstreuung, das ist echt manchmal der einzige Weg, um weiterzukommen und sich zu entwickeln...und hoffentlich geht er dann irgendwann wieder, oder schaut sich wenigstens das Spiel-des-Lebens vom Rand aus an ;)

    18.02.2013, 23:37 von KleineFreiheit
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    "Doch im Grunde haben wir immer noch die gleichen Probleme, die wir mit 15 hatten."

    Gefällt mir, nur würde ich es leicht anders sagen: Was Emotionen angeht, wie Liebe, Hass, Ängste, Sorgen, oder auch Eigenschaften wie Faulheit oder (im Positiven) Fleiß, Zuverlaessigkeit, etc ... da kann man zwar an sich arbeiten und versuchen so manches negative zu überwinden und positives beizubehalten, aber grundlegend ändern tut sich da nur schwer etwas.  
    So kommt es, dass ich irgendwann erkannte, dass trotz harter Schale bzw. so mancher nach außen getragener Schauspielerei in vielen ‚erwachsenen’  und auch alten Menschen immer noch der Junge/das Mädchen zu erkennen ist, der/das sie mal waren und im Inneren noch sind.   Nur ist das bei manchem unter einem ziemlichen Haufen Ballast begraben, die einem das Leben, oder so mancher sich selbst, aufbürdet.
    Das Märchen von Altersweisheit und Milde ist übrigens einfach nur eine Lüge, wenn der Körper nicht mehr so will und man sich mit Schneckengeschwindigkeit bewegt, kann der Choleriker in der sterblichen defekten Hülle trotzdem zur gleichen Zeit voll am ausrasten sein.

    25.11.2011, 10:13 von Cyro
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    Schöner Text.. aber glaubsch das mancher Schmerz niemals gehen wird, er rückt vielleicht in den Hintergrund, aber ganz weg? Nay, das wohl nicht.. auch wenn es eher selten ist, denksch.
    Und wieso wollen alle mehr Zeit? Wo es doch 723461x mehr Sinn macht, die Zeit die man hat, besser zu nutzen.

    22.02.2011, 13:32 von MrWiggles
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    Gefällt mir.. aber das:"Doch im Grunde haben wir immer noch die gleichen Probleme, die wir mit 15 hatten." würd ich jetzt nicht so unterschreiben... ich glaube mehr, wir haben nun andere Probleme...

    13.02.2011, 20:09 von Caespar
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