SaraApril 01.02.2013, 00:36 Uhr 2 4

Junger Morgen

Rauch um uns herum, tanzende Lichter in verzerrten, lachenden Gesichtern von Menschen, die alle den Frieden gefunden haben… jetzt sterben.

Allein wird es nie so sein, wie zusammen. Das Potential, die Mächtigkeit des Augenblicks - wenn niemand da ist, mit dem man all dies teilen kann, dann sind die schönsten Gefühle, liebevollsten Gedanken und größten Höhenflüge nichts wert.

Das muss aus dir selbst kommen, sagt der Dalai Lama. Ein zu langer Prozess sage ich - unter Menschen sein also und plötzlich gehen eine Millionen Lichter auf.

Das Gewitter ist vorbei, die Wolken reißen auf, Zeit zu verschwinden.

Die Melancholie ist nicht schwer genug, um mich auf dem Boden zu halten, ich bin viel zu leicht.

Ich tanze weiter, leicht, leicht , leicht, viel zu leicht.

Gefühlte dreißig Stunden oder auch nur dreißig Minuten, Wälder, Laternen, ein Traumland.

Ich spüre keinen Schmerz, keine Angst, Rauch um uns herum, tanzende Lichter in verzerrten, lachenden Gesichtern von Menschen, die alle den Frieden gefunden haben… jetzt sterben.

Meine Füße und ich gehören nicht mehr zu demselben Körper, mein Körper ist am Ende seiner Kräfte, meine Füße verbunden, ich bin ausgehungert, mein Kiefer zittert mit meinen Knien um die Wette.

Ich bin garnicht hier. Ich bin ganz woanders, in einem Land, in dem es nur das unendliche Lächeln oder aber ehrliche Tränen jenseits von jedem Schamgefühl gibt und ich treibe, ich treibe einfach so durch ein liebevolles Meer Zärtlichkeit, Akzeptanz und mitfühlende Lebensfreude, die allen gehört und die jeder teilt und wir erschaffen zusammen ein Land aus Schönheit.

Die Sonne geht auf, nie war etwas so klar, als hätte ich die Welt vorher nur durch einen Schleier gesehen. So wie es sein sollte.

Hinter mir sitzt der Sandmann, grinst und flüstert. Er hätte seinen Job gekündigt, ich müsse nicht schlafen gehen. Er bläst lauwarme Sommerluft durch seinen wunderschönen Mund, ich bin ein Wattebausch. Federleichtes Herumwirbeln. So ein Schalk.

Die lärmende Verzweiflung kommt nicht durch, ich treibe, treibe weiter. Es wird weniger, mich zieht es nur zu bestimmten Menschen, zu der Nähe, den Gesprächen. Mit dem Rest kann ich nicht viel anfangen. Ablenkend, aber nicht zufriedenstellend.

Regen, neben uns geht die Welt unter, wir werden davontreiben. Gut so.

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2 Antworten

Kommentare

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    <3

    03.02.2013, 18:14 von einzelsocke
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    Schön geschrieben, ich finde mich in dem Text wieder und treibe mit davon :)

    01.02.2013, 00:52 von KleineFreiheit
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