remydesilva 12.12.2017, 17:11 Uhr 36 3

In Geleit meines Todes

"Und nun ist es geschafft, nun bin ich neu, nun bin ich frei."

Ich öffnete die Augen und sah, wie sie sich, umhüllt mit der Dunkelheit, über mich neigte. Sie wollte meine Kehle mit ihrem Gebiss aufreißen und mir das Blut aus der arteria carotis communis saugen, bis ich schließlich in einem unendlichen Nichts versinken und verenden würde. Sie brauchte nichts zu sagen, kein Gesicht zu tragen, um mir ihre Botschaft zu überbringen; meine Tage seien gezählt, meine Nächte erst recht, wie schon seit einigen Wochen. Nur lernte ich in dieser Zeit, mit dem Tod umzugehen, der sich hier doch in weiblicher Gestalt ohne Geschlechtsmerkmale vor mir auftürmte. Ich spürte schon das kalte Hauchen auf meiner Gänsehaut, als ich sie mit Gewalt niederriss, mit der auch sie versuchte, mir das Leben auszuhauchen; ihre Gewalt der Macht, meine der Kraft. Nun lag sie neben mir. Ihre Knochen wirkten farblos, ihre Haut längst vollständig verdorben und ihr Gesicht war von einem breiten Lächeln überzogen und doch vollkommen emotionslos. Sie war der lebende Tod, und trotzdem ein Skelett. Nachdem ich sie zudeckte, glitten meine Finger zwischen ihre Rippen. Ich griff hinein, krallte mich fest, zog sie zu mir. Ich streichelte über ihren Kopf, die Wangenknochen hinab, über das Kinn hinweg. Ich küsste ihre makellosen Zähne und wusste, dass sie ihren Willen durch die Sanftheit meiner Liebe gänzlich verlor. Sie regte sich nicht mehr, als wäre nun ich derjenige, der ihr totes Leben nahm und dem Paradies überließ. Und so war es.


Ich hatte den Tod besiegt und schlief doch neben dem blutlosen Kadaver in einem Paradoxon, welches doch eigentlich so logisch erschien. Sie war nicht sie, sie war ich und ich war es und nun ist es tot und nun lebe ich. Heute ist mein unberührter Geburtstag, eingeladen ist niemand. Das Skelett, es hieß mein altes Ich, war wie die Jungfrau Maria und gebar mich ohne Empfängnis, aber doch mit der Erkenntnis, dass etwas in mir sterben musste, damit etwas Neues in mir aufleben konnte. Und auch wenn sie, der Tod, mich wochenlang verfolgte, mir Angst einjagte, mich schaudern ließ, mich weckte und wach hielt, so erkannte ich doch nun ihre Verfolgung als Begleitung an und ihren Tod als Leben. Ich hatte mir selbst etwas vorgemacht, die einfachen Zeichen nicht gedeutet, übersehen oder falsch interpretiert; schwach für jemanden, der stets nach Erkenntnissen strebte; stark für jemanden, der sich zwar nicht immer geduldig zeigte, aber es letztlich schon immer gewesen ist, weil man auch in den letzten tausend Nächten und tausend Tagen bewusst und freiwillig litt, anstatt sich jedes Mal zu berauschen. Man probierte, sich den Versuchungen der Sinne zu entsagen, was nur schwerlich und selten gelang, doch viel mehr ging es um das unaufhaltsame Streben und nicht um das Ziel des Erwachens per se. Und nun ist es geschafft, nun bin ich neu, nun bin ich frei, jedenfalls bis zur nächsten Geburt.

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36 Antworten

Kommentare

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    hola remydesilva,


    du hattest nicht dazu geschrieben, dass du ehrliche subjektive Meinungen lesen wolltest.

    Gluecksaktivistin hat es recht plausibel ausgedrueckt. Ihr gefiel der gesamte Text nicht. Aus subjektiven Gruenden. So geht es vielen Lesern. Kaum jemand denkt daran, nun den grossen "Korrekteur"  zu spielen, um dir aufzuzeigen, was du besser haettest machen koennen.

    Ich finde, dazu haben wir ueberhaupt kein Recht. Und wenn, dann wuerde ich es nur gegen Bezahlung anbieten, waere ich der geeignete Literaturprofessor.

    Deshalb:  Hier bist du am falschen Platz, wie ich meine.  
    Es gibt genug Moeglichkeiten im I-net, die dich auffangen.
    Du wirst jedoch schnell merken:  50 Personen haben ca 100 Meinungen. Es ist ein Graus :-))

    shalom 

    15.12.2017, 18:03 von Dr_Lapsus
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  • 0

    PS: Ich denke, das war mein letzter Text auf dieser Plattform und ich ziehe auch um.

    14.12.2017, 21:12 von remydesilva
    • 0

      schade, denn von und mit einigen usern hättest du etwas lernen können.

      reisende soll man nicht aufhalten.

      15.12.2017, 12:04 von jetsam
    • 3

      Dein letzter Text kam ziemlich gut an. Besonders, weil hier nicht mehr so viele 'herumhängen', ist es mit neun Herzchen ein gutes Lob. Finde ich jetzt...
      Man kann nicht immer einen Treffer landen, jeder interpretiert es anders und wie Glücksaktivistin unten schreibt, kommen noch einige andere Faktoren hinzu.
      Dein letzter Text hatte mir persönlich sehr gefallen und dieser wirkte zu sehr 'gewollt' auf mich, zu erzwungen.
      Ich würde an deiner Stelle nicht so eingeschnappt reagieren. Du wolltest Fragen haben zum Text, wie du unten im Kommentar geschrieben hast und hast meiner Meinung auch konstruktive Kritik bekommen, nur kann man einem was man an Kritik haben möchte, nicht vorschreiben.
      Es ist natürlich etwas verletzend, wenn man sich Mühe macht und dann nicht die erwartete Reaktion erfährt. Ähnlich wie beim gemalten Bild an die Mutti, die es dann gleich in den Papierkorb verschwinden lässt... Das ist unschön aber auch diese Reaktionen muss man aushalten können, wenn man Beiträge veröffentlicht. Du bist noch sehr jung aber deine Schreibe ist schon sehr gut, gib dir noch ein paar Jahre Gelassenheit, etwas weniger jugendliche Überheblichkeit und dann wirst du es irgendwann vielleicht auch nicht als Angriff auf deine Person deuten. :)
      Bin gespannt auf den nächsten Text. ;)

      15.12.2017, 12:12 von Fin_Fang_Foom
    • 0

      das sehe ich auch so. reaktionen muss man nicht nur aushalten, sondern sich damit auseinandersetzten, hinterfragen und bewerten können. soweit ist er anscheinend noch nicht. 

      eine chance hat er verdient. die frage nur, ob er es annehmen kann und möchte. 

      15.12.2017, 12:42 von jetsam
    • 0

      Der Grund, warum ich Neon verlasse, liegt nicht an den Kommentaren oder an der Bewertung dieses Texts, sondern generell an den fehlenden aktiven Nutzern. Ich bin sehr dankbar für die Kommentare bei diesem Posting, abgesehen von vielleicht "haaresträubend", weil man nich sagt, was einem alles missfällt. Ich habe bloß vor ein paar Tagen meinen Account bei keinverlag.de reaktiviert und gemerkt, dass jene Seite wohl deutlich besser zu mir passt und mir auch gefällt. Und übrigens reflektiere ich non-stop, was man zu mir sagt, sogar wenn es einfach nur beleidigend ist, frage ich mich, wie ich dies ausgelöst habe und wie ich es in Zukunft verändern kann. Nur spreche ich nicht auch jeden Gedanken und jede Reflexion aus, es würde den Rahmen sprengen. Problematisch sind eher, wenn man eher über den Kopf und ein Individuum hinweg sein Inneres beurteilt, bewertet, wenn man dieses nicht kennt, bspw. durch Kommentare wie "soweit ist er anscheinend noch nicht". Und es ist auch nicht mein erstrebtes Ziel, mich ausgerechnet auf dieser Seite vor den Usern zu behaupten, generell habe ich das Bedürfnis nur in meinem "Berufsleben" und "Studentenleben", nicht im Internet. Ein weiteres Problem ist, dass viele Kommentare generel nicht konstruktiv sind, sondern den Ersteller maximal zu einer Rechtfertigung zwingen, obwohl dieser nicht dazu verpfichtet ist, sich zu rechtfertigen. Natürlich, wer öffentlich etwas schreibt, sich präsentiert, stellt sich in den Diskurs, aber auch maximal mit seinem Werk, nicht mit seiner Person, dabei ist hier vieles persönlich. Und je mehr man spricht, je mehr man sich "rechtfertigt",  desto mehr "Shittalk" bekommt man häufig zurück. Es gibt viele Menschen, deren Meinungen ich nicht teile, die ich aber trotzdem durch ihre Objektivität und Geistigkeit sehr respektiere und von denen ich gerne lerne, denen ich trotzdem gerne zuhöre und bei denen ich im Diskurs sehr viel gewinne. 


      So viel dazu. Ich wünschte, ich hätte miterlebt, wie es hier früher gewesen ist.

      15.12.2017, 13:44 von remydesilva
    • 0

      Ich finde WordPress in manchen Bereichen auch ganz gut um sich auszutauschen... Aber ein richtiger kritischer Dialog findet man da nicht... Auch wenn es hier manchmal rotzig zugeht, sich auch mal gekebbelt wird, entstehen hier echtere Auseinandersetzungen, als teils woanders. Ich habe gerade bei keinverlag.de , bei dir mal reingelesen. Na, wenn es besser zu dir passt, viel Spaß, denn das sollte es ja vorrangig machen. :)

      15.12.2017, 15:54 von Fin_Fang_Foom
    • 1

      Hm... ist mir jemals ein drache auf wordpress über den weg gelaufen. ich erinnere mich nicht. jedenfalls ist er nicht über mich gestolpert :D

      @remydesilva

      du brauchst dich nicht rechtfertigen. neon ist halt so. ich mag es, weil es ungefiltert und direkt ist. hier ist man nicht unter sich und seinesgleichen. es ist halt so, als wenn du dich mit einem Text auf den Marktplatz stellst.

      Ich wünsche dir auf keinverlag viel Glück und einen regen Austausch zu deinen Texten.

      15.12.2017, 16:31 von jetsam
    • 0

      Jetti, nich als Drache, ich hüpfe da als Flummi. ;)

      15.12.2017, 16:34 von Fin_Fang_Foom
    • 1

      Merci!

      15.12.2017, 18:00 von remydesilva
    • 0

      :)

      15.12.2017, 18:01 von Fin_Fang_Foom
    • 0

      »abgesehen von vielleicht "haaresträubend", weil man nich sagt, was einem alles missfällt.«

      Vielleicht ist das gar kein Ausdruck des missfallens und er wird nur in deinem Kopf zu einem...?
      Aber ist ja eh wurscht inzwischen...

      19.12.2017, 14:14 von sailor
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  • 4

    Trotz eurer Kommentare, Danke für's Lesen. Bei meinen Kommilitonen aus der Literaturwissenschaft kommt er gut an und ich bin der Meinung, es ist der beste Text, den ich je geschrieben habe. Habe sehr viel Lob bekommen und wundere mich ein wenig, dass hier dagegen negatives Feedback kommt, daher würde ich mich darüber freuen, wenn ihr einfach Fragen stellt, bspw. "Was hat es genau mit dem Tod" etc. auf sich oder "Warum hast du das sprachlich an dieser oder jenen Stelle so erstellt", ich denke, ich kann alle Fragen diesbezüglich beantworten. Es ist ein Text, mit dem man sich beschäftigen muss und mein Anspruch ist, Literatur mit einem Wert zu schaffen, keine Trivialliteratur, mein Ziel höhere Literatur zu verfassen. Ich bin noch längst nicht an diesem Punkt angelangt, aber natürlich bedarf es dafür sehr viel Zeit, Übung und besonders Wissen und Bildung. Daran arbeite ich. Würde mich über vernünftige Fragen freuen.

    13.12.2017, 16:06 von remydesilva
    • 2

      Mich sprach schon der Titel nicht an. Ich habe den Text dann kurz überflogen, er ist einfach nicht mein Fall. Das ganze Thema nicht.
      Zudem bin ich weder Literaturwissenschaftlerin noch Germanistin, ich kann da nichts "professionelles" zu sagen. Ich erkenne gute Literatur, soviel traue ich mir noch zu, aber warum das nun gut ist und das andere nicht, oder eher mir nicht gefällt, kann ich oft nicht sagen. Lesen ist so subjektiv und auch so von der eigenen Stimmung abhängig.
      Mir stieß schon umhüllt mit DER Dunkelheit auf, ich hätte den Artikel weggelassen, als dann auch noch ausführlich von der Carotis geschrieben wurde (so sagt das kein Mediziner, außer er will mit seinem Wissen angeben) wurde es mir zuviel. Und bei "aufreißen" denke ich an etwas zerfetztes und dann blutet das überall, dann kann man nicht noch gezielt aus einer Ader trinken. Das passt nicht. Aber sind in kürze meine sehr subjektiven Gedanken dazu.  Mehr kann ich da nicht zu sagen. Ich breche inzwischen Texte und bücher radikal ab, wenn ich merke es gefällt mir nicht, dafür gibt es zuviel gute andere Literatur.

      13.12.2017, 20:33 von Gluecksaktivistin
    • 1

      Zwei Dinge möchte ich dir @remydesilva dazu schreiben:

      1. Neon ist mit einem Literaturkurs nicht vergleichbar. Eine textliche Auseinandersetzung, so wie du sie dir vorstellst, hat zwar vor vielen Jahren gegeben, ist aber mit dem Abgang der anspruchsvollen Schreiber abhandengekommen. Das war vor deiner Zeit. Schaue dir die eingestellten Texte doch mal an. Quantität ist hier an der Tagesordnung. Wenn du dann mit einem solchem Text kommst, dann muss er schon vollkommen überzeigen. (Dazu später) Ich selbst lese hier nur noch selektiv und erhebe keinen Anspruch. So solltest du neon auch verstehen. Nimm einfach mit, was du an Reaktionen bekommst. Es ist nichts weiter als ein subjektives Feedback und erwarte nichts.  Es soll dich aber nicht daran hindern weiter Texte einzustellen. Den einen oder anderen Hinweis wirst du bekommen. Wenn es dir dabei hilft besser zu werden, dann ist gut. 


      2. Von der Grundstruktur ist dein Text nicht schlecht. Er zieht mich aber nicht mit. Ich möchte ihn aber nicht auseinandernehmen, wie ich es früher tat.

      Ein paar Hinweise dennoch:
      mit ihrem Gebiss aufreißen ... -  nicht das Gebiss als solches. Es sind die Zähne. Beschreibe sie bildhaft. Drama: Es sind faulige Stumpfe. Vielleicht aber auch Hauer gleich eines Wolfes.

      Arteria carotis communis – zu fachlich. Es ist einfach nur eine pulsierende Ader. Du kannst ihr Eigenschaften verleihen, sie als Zeichen von Leben beschreiben, aber nicht ins latein/medizinische abrutschen.

      weiblicher Gestalt ohne Geschlechtsmerkmale... Du überforderst mich. Ich finde kein Bild. Ist es die Vergänglichkeit, die ihr die weiblichen Merkmale genommen hat?

      Hauchen auf meiner Gänsehaut...  Nein. Ihr kalter Hauch strich wie Nebel über meine Haut. Drama!  Die Gänsehaut kann nur eine Reaktion sein, nicht jedoch zeitgleich oder schon vorhanden sein.

      Ihre Knochen wirkten farblos, ihre Haut längst vollständig verdorben...  Wo ist das Bild? Du siehst die Knochen vor der Haut? Richtig wäre doch: Ihre Knochen erhoben sich aus dem vollständig verdorbene Fleisch, welches von in Teilen farbloser Haut bedeckt wurde.

      Ich küsste ihre makellosen Zähne ... Widerspruch zu meiner obigen Aussage zu Hauern und Stümpfen. Dann musst du einen Bezug herstellen.

      Vielleicht erkennst du meine Denkweise. Solche Texte müssen lebhafte Bilder erzeugen. Diese erschließen sich mir nicht. Wenn du die Vergänglichkeit beschreiben willst, dann musst du sie auch zeichnen können.

      Der zweite Absatz ist dir besser gelungen.
      Sie war ich und ich war es und nun ist es tot und nun lebe ich. Würdest du diesen Satz bitte mal alleine dekonstruieren und dabei mindestens 2 und streichen.
      ...Begleitung an und ihren Tod als Leben.... – Sie war Teil des Ganzen und nicht Begleitung als Leben meiner/deiner selbst.

      das war jetzt ziemlich kompakt   und spontan. Vielleicht kannst du daraus etwas nehmen. Wenn nicht, dann ist auch gut. ;)

      14.12.2017, 19:35 von jetsam
    • 2

      Jetsam, ich bin gespannt, ob es ihm die MÜhe einer Antwort wert ist ;)

      14.12.2017, 20:07 von Gluecksaktivistin
    • 0

      du kennst mich doch. Ich lege keinen wert auf antworten. er wird es lesen. das reicht mir ;)

      14.12.2017, 20:11 von jetsam
    • 0

      Danke für deine sehr hilfreiche konstruktive Kritik, so etwas habe ich gebraucht! Nur eines, es handelt sich wirklich um ein Skelett, also ohne Fleisch oder dergleichen. "vollständig verdorben" meint daher, dass gar kein Fleisch mehr an ihr ist, "Gebiss" passt, weil es eben weder Hauer noch dergleichen sind, sondern normale Zähne eines Menschen, jedoch ist das vollständige Gebiss sichtbar. Keine Geschlechtsmerkmale, weil Brüste und Vagina nicht zu erkennen sind, da nur Skelett, dennoch spürt der Protagonist, dass es sich um eine Frauenskelett handelt. Generell geht es ja um den Tod, wie wir ihn kennen, mit Sense, hier aber ohne, der den Protagonisten töten will bzw. ins Totenreich holen will, aber an diesem "Tod" ist etwas seltsam, alleine wegen der weiblichen Wirkung und auch weil dieser keine Sense hat, sondern mit den Zähnen aufreißen und aufsaugen will, das klingt zunächst auch irrational, ist aber so gewollt, da "alles" obige irrational ist und eher Traumvorstellung. Die intersubjektive Theorie des Todes im Traum, ist, nicht wie man meint, eine Negative, sondern eine Positive, da sie den "Tod" des alten Ichs repräsentiert, ein Merkmal einer Veränderung, das Ende einer Entwicklung aufzeigt. Genau darum geht es in dem Text und dieser Tod ist eben der Protagonist selbst, was er eben auch schließlich erkennt. Auch entsteht die Vorstellung des Tods, Skeletts in der Wahrnehmung des Protagonisten, weshalb dieser nach seinen Gesichtspunkten geformt ist, das Unterbewusstsein kreiert ein Weibliches - warum bleibt offen - es gibt Personen in meinem Kreis, die mich kennen und daher zu dem Schluss kommen, er ist weiblich, da mich viele Frauen umgeben oder weil der Tod auch zum einen für meine Mutter steht, zu der ich ein schlechtes Verhältnis aufweise und weil ihre Anwesenheit mich äußerst belastet und ich daher den Kontakt meide.

      Die Entscheidung, die lateinische Bezeichnung zu nehmen, liegt daran, dass genau diese bestimmte Ader gemeint ist, dessen durchtrennen einem sehr schnell das Leben aushaucht, alternativ hätte ich natürlich Halsschlagader schreiben können, aber im Kontext gefiel mir die lateinische Bezeichnung besser, da die Bedeutung der Anatomie gerade sehr wichtig in diesem Kontext ist und von mir gewollt ist, dass man an diesem Begriff hängen bleibt und gezwungen ist, nachzuschauen, was damit genau gemeint ist, damit diese Situation einprägsamer ist.

      Generell verstehe ich deinen Einwand, dass man die Bilder vielleicht besser verstehen müsste, aber sie sollen eben auch Interpretationsspielraum besitzen und daher nicht explizit, sondern vage sein, um eine kognitive Dissonanz zu stiften. Und prinzipell bin ich trotz vieler Murakamibücher in meinem Leben nicht gut im metaphorisieren, haha. 


      Danke für die hilfreiche Kritik!

      14.12.2017, 20:13 von remydesilva
    • 1

      Ich ja, das hat auch was mit Höflichkeit zu tun, selbst wenn einem die Antwort missfallen sollte.

      14.12.2017, 20:27 von Gluecksaktivistin
    • 0

      @Gluecksaktivistin Ich weiß, du magst keine intersubjektiven Antworten, aber ich hatte bisher noch keine Zeit, auf Kommentare einzugehen, weil Uni und ich denke, dass meine Antwort auch deine Anmerkungen beantwortet. Danke für deinen Kommentar und das Lesen.

      14.12.2017, 20:29 von remydesilva
    • 1

      dann verabschiede ich mich jetzt höflichst als antwort. vielleicht schreibe ich hier morgen mal etwas über sender - empfänger und offenen bildern.

      was habe ich damals nicht alles an texten von Mo, Mrs. und co auseinandergenommen. war eine schöne zeit.

      14.12.2017, 20:32 von jetsam
    • 2

      @remydesilva: Lass dir das von jetsam gesagt sein. Das war ne Zeit. Junge! Matsomuto hat da auch hart ausgeteilt.
      Weißt du, es stört ja nicht der Text. Der ist einer von vielen. Einer, der einen guten Ansatz hat, aber sich dann in der von mir schon aufgezeigten selbstverliebten Arroganz verliert. Vielleicht findest du es vermessen, wenn ich das so nenne. Aber allein der Umstand, dass du deinen Text auf anderen Plattformen anbietest zeigt mir, dass du hier nur auf "likes" aus bist. Warum nicht direkt bei Facebook? Dann kannst du ein schönes Bild von einem Friedhof als Hintergrund einrichten.

      18.12.2017, 07:00 von KaffeJunge
    • 2

      ...da habe ich doch tatsächlich Matsumoto falsch geschrieben. Ich Schlingel.
      Mir ist gerade noch eingefallen: Ich würde vielleicht in jedem dritten Satz noch "Ich bin übrigens auch richtig schlau!" einfügen. Dann kommen so lächerliche Stellen wie die mit der Aorta richtig zur Geltung. Und es ist total scheißegal, ob die Erstis in deinem Literaturkurs in der Abendschule dich für nen richtig krassen Literaten halten. Du willst ne fundiertere Meinung? Schick den Text an meine Lektorin, die fickt den so richtig auseinander!

      18.12.2017, 07:12 von KaffeJunge
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  • 1

    Sag Bescheid, wenn´s dir wieder besser geht.


    Selten liest man solch  geschwollene Berichte. Deiner uebertrifft  alle ! :-))

    Schreib das nexte Mal bitte was uebers Leben, damit ich wieder wat zu lachen habe.

    12.12.2017, 21:28 von Dr_Lapsus
    • 6

      Soll ich darauf jetzt wirklich antworten...

      Es mag sich hier ja eingebürgert haben, nette Tagebucheinträge über das eigene, ach so bedeutende Leben zu hinterlassen - obs wen interessiert oder nicht. Mit ein Grund weshalb hier immer weniger los ist. Aber das auch noch einzufordern übersteigt meine Vorstellungskraft.

      Es gibt noch Menschen die Texte aus anderen Gründen als der bloßen Selbstdarstellung verfassen -  ob es einem nun gefällt oder nicht steht jedem frei. 

      Und vom Text auf das Befinden des Autors zu schließen ist in meinen Augen - abgesehen von genannten Tagebucheinträgen - schlicht weg zu linear.

      12.12.2017, 22:25 von CaraRuna
    • 1

      Du musst solche Kommentare von Dr_Lapsus nicht so ernst nehmen. In den Tiefen seines Herzen, so quasi im Nagelbett seiner linken kleinen Zehe, ist er ein umgänglicher Mensch, der auch ...

      Zynisch kann er aber besser ;)  

      14.12.2017, 17:33 von jetsam
    • 1

      Vielen Dank fuer deinen recht sachlichen Kom

      mentar, CaraRuna.
      Nein, du haettest nicht antworten muessen, aber so ist es dir doch recht gut gelungen, deinen Grund fuers Schreiben darzulegen.

      Bin doch voll auf deiner Seite,  wenn es darum geht, nicht jeden Tag  etwas aus den Poisiealben von Chicas  zu lesen, die uns zum 43.000 sten Mal erzaehlen, dass ihr Stecher die Flucht ergriffen hat.

      Deshalb:

      Keine Sorge, ich mache keinem Menschen Vorschriften, was er schreiben soll, bekomme halt nur Herzklappeninsufizienz, wenn ich solche Texte lese.  Das liebt nicht an Dir, sondern eher an meiner "Wehleidigkeit"  :-))

      Hab ein schoenes Leben und fuehl dich umarmt, liebe Cara.
      Den Deppen Jetsam kannst du ausser acht lassen. hihi

      15.12.2017, 17:26 von Dr_Lapsus
    • 0

      .. Das  liegt nicht an Dir sondern eher  an meiner ...

      15.12.2017, 17:31 von Dr_Lapsus
    • 1

      Das kann ich so stehen lassen Dr_Lapsus. Ich weiß ja wie du es meinst. hihi Ich hab dich auch lieb.

      15.12.2017, 17:32 von jetsam
    • 0

      Nicht anders meinte ich es, jetsam.


      hab ein ruhiges vorweihnachtliches Leben.

      saludos

      15.12.2017, 18:05 von Dr_Lapsus
    • 0

      Poesiealben ...

      18.12.2017, 01:10 von Dr_Lapsus
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  • 0

    haarsträubend!

    12.12.2017, 19:08 von Spaetsommerliebe
    • 0

      ...Da schließe ich mich an.

      12.12.2017, 22:17 von KaffeJunge
    • 0

      solche Kommentare sind fuern Arsch. Aber auch das muss erlaubt sein :-)

      18.12.2017, 01:08 von Dr_Lapsus
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  • 2

    Ich mag deine Ansätze und deinen Tiefsinn. Aber deine Arroganz beim Schreiben lässt deine Texte wahnsinnig holprig und abgedroschen klingen. Meine Meinung  nach viel zu viel Möchtegernliterat, der sich bewusst verkaufen möchte. Erinnert mich an diese albernen Pick-Up-Foren, wo einsame Männer sich gegenseitig Tipps zum Frauenaufreißen geben und meinen, sie wären voll der Burner. Du verschwendest dein Talent!

    12.12.2017, 18:11 von KaffeJunge
    • 1

      Well, ob er sein Talent verschwendet, weisst du erst, wenn er nicht spaeter mal viel Geld mit dem Verfassen von Texten oder Buechern  verdient.


      Jetzt schon den Kaffeesatzleser zu spielen, halte ich fuer noch viel  leichtsinnigere  Zeitverschwendung  :-((

      15.12.2017, 18:10 von Dr_Lapsus
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