lijamati 09.08.2012, 18:09 Uhr 0 2

ich, die Reisende mit leichtem Gepäck

Als ich mich wieder auf die Suche nach mir begab.

 

Ich habe einen weiten Weg hinter mir, viele Flüsse überquert, Brücken eingerissen, mauern gebaut. Bin gerannt, geschlichen, geschwommen, geflohen, gehopst, gekrochen. Bin um mein Leben gerannt bis es mich hatte und nun bin ich wach und etwas stimmt nicht mehr, doch ich weiß nicht was. Ich schleiche, um niemanden auf mich aufmerksam zu machen, schwimme durch den reißenden Sog der Erinnerungen, der Emotionen, den Kopf stets über Wasser, in der Nase einen Hauch von Schicksal. Wovor fliehe ich? Vor nichts und vor allem, wovor kann nur ich wissen und ich weiß nichts, denn in meinem Kopf wirbeln nur Blätter umher, leere, unbeschriebene. Ich würde mir so gerne eins greifen, meine Geschichte aufschreiben, nur um etwas zu haben, das mich dokumentiert, wo ich lesen kann, dass ich nicht den Verstand verliere, dass ich noch ich bin. Wer bin ich? Einst hopste ich durch Wälder, voll der Zuversicht und all dem Urvertrauen, Sonnenflecken sprenkelten meinen weg, Sonne im Nacken, Sonne im Herzen. Habe ich etwa die Sonne verloren? Nun krieche ich nur noch. Der Staub ist überall, in jeder meiner Poren spüre ich ihn. Er lässt mich selbst verabscheuen.Ich will ein weißes Blatt, dass mir Ordnung gibt, halt. Wenn ich doch schon nicht mich selbst haben kann…Aber kann man sich selbst verlieren wenn man andere verliert? Oder gebe ich mich selbst auf? Ich weiß nichts, denn die Blätter, auf denen meine Geschichte stehen könnte, sind zerknüllt.

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