Wolkenduft 03.02.2018, 01:14 Uhr 6 2

Heimatlos auf schwäbisch

Und Oma hat schon immer gefragt: "Warom isch'r ned aus Bäschba?"

Vortwort
Ehrlich gesagt ist das hier ein typisches, ich liege wach und drehe mich in meinem Gedankenkarussell.... Ich will es nicht schön reden, das tu ich öfter in letzter Zeit. Aber heute fühle ich mich tieftraurig dabei. Und schreiben hilft mir. Also schreibe ich.

Ich bin gefühlt tottraurig über eine Sache, die schon länger im Raum steht. Sie steht noch nicht zwischen uns, aber definitiv präsent immer wieder vor uns. Und noch können wir das, diese Sache ganz geübt zur Seite schieben- in der Hoffnung sie löst sich in Luft auf?
Aber ....

WO werden WiR irgendwann mal sein?

Wir sehen uns immer freudig und so liebevoll wieder, dass jedes Ankommen einander glücklich macht. Wir verabschieden uns immer hoffnungsvoll und sehnsüchtig, dass jeder Abschied uns melancholisch macht. Doch wann wird der Moment kommen, an dem wir uns entscheiden, nicht mehr an zwei Orten, kilometerweit entfernt, getrennt zu leben? Wann kommt sie diese endgültige Entscheidung, die immer für einen von uns unfair sein wird und mehr schmerzen wird, als für den andern? Diese Heimatlosigkeit.

Mein erster, naiver Gedanke dazu war- wie immer hoffnungsvoll: ...das wird sich ja alles ergeben...mit der Zeit, mit dem Job...mit....uns.
Aber so vergehen Jahre und umso mehr vergeht, umso mehr wird mir klar, dass diese Entscheidung ganz bewusst getroffen wird. Und dass es einen von uns das erste Mal völlig entwurzelt und heimatlos macht.

Ja, ich fühle mich bei dir zuhause aber DAS Zuhause ist für mich etwas anderes. Es ist Familie, es ist Verwandtschaft, es sind meine Freunde und Erinnerungen. Es ist das Ankommen und jeden Pfad und jede Ecke, ja gefühlt jeden Stein zu kennen. Heimat ist meine Kindheit, mein Großwerden, meine ersten Liebeleien, mein ganzer Kummer, meine Tristesse. Es ist der sichere Gang in dem man sich bewegt und die Art das alles irgendwie zu lieben, zu brauchen...und zu vermissen.

Und ich kenne dich. Du siehst es genauso.

Niemand möchte heimatlos sein.
Was also tun? Meine Gedanken kreisen und kreisen...

Oma hat's von Anfang an gesagt: "Des isch so a liebr Bua. Aber warom isch'r ned aus Bäschba?"

Ja, flüstre ich leise, warum nicht?


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6 Antworten

Kommentare

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  • 1

    wo isch‘n au bäschba?

    03.02.2018, 15:39 von ga
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  • 1

    Liebe wird aus Mut gemacht. Sagte die olle nena mal.

    Loslassen -> ankommen.
    Über welche Distanz sprichst du denn?

    03.02.2018, 11:21 von sailor
    • 0

      Vielleicht hast du recht, aber es hat für mich nicht viel mit Mut zu tun, seine Heimat endgültig zurückzulassen.

      03.02.2018, 15:01 von Wolkenduft
    • 0

      Womit dann?

      03.02.2018, 15:29 von sailor
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      800 km...hm...befindet sich dort ein Lagerverkauf für Gummipuppen? Lol.

      03.02.2018, 15:11 von mirror87

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