Dahumm 01.05.2012, 02:52 Uhr 2 0

Gedankenrecycling

Wie gesagt: ich bin kein Poet, ich schreibe eigentlich nie. Aber so denke ich. Irgendwann kauf ich mir eine Tüte Lesefluss.

ich hab Freunde, ja.
Ich hab Familie, ja.

Mich denen wirklich öffnen, das kann ich nicht.
Bin ich mit Freunden zusammen fühl ich mich trotzdem oft einsam oder zumindest allein. Aber die Leute sind toll, da gibt es nichts.Ich bin kein Trauerkloß, weiß Gott nicht. Ich denk nur an das nächste Loch, in das ich hineinfallen werde. Dann fühl ich mich nicht nur einsam, dann bin ich es auch.

Dann fühlt es sich an, als ob dieses Gefühl aus mir herausquillt und auch die Menschen um mich herum befallen möchte.

Dann will ich nurnoch nach Hause und mich verkriechen.

"Warum willst du denn schon gehen? Schon müde?"

"Ja."

Ich lüge. Ich will den Leuten nicht sagen: "Ihr reicht mir nicht." Denn auch das wäre, wenn schon nicht gelogen, doch trotzdem nicht die Wahrheit. Denn wie gesagt, das sind gute Leute. Ich mag die auch. Aber manchmal reichen sie halt nicht. Dann will ich noch jemand anderes. Ganz nah, an meiner Seite. Natürlich kann ich das nicht so sagen, wie klingt das denn? Da ist es doch besser, müde zu sein.

Es ist, als wäre da eine Stimme die mich ermahntt: "Übertreibs nicht mit der guten Laune. Denk dran: du bist allein. Also verhalte dich gefälligst auch so."
Ich gehorche. Aber irgendwann finde ich heraus, wo sich diese Stimme versteckt. Dann zeig ich ihr, wie sehr ich die Schnauze voll hab. Ich zieh diese Stimme aus Ihrem Versteck und jag sie zum Teufel.

Zunächst verkrieche ich mich jedoch. Manchmal braucht es nur ein bisschen Bier und Rockmusik, schön laut. Dann gehts mir ganz oft wieder ganz super. Sport hilft auch. Aber auch dann fühle ich mich zwischendrin oft einsam. Oder zumindest allein.

Oft lege ich mich dann hin und flüchte mich in Erinnerungen.
Ich denk an Momente, in denen ich mich besser fühlte:

Das ist vielleicht, wie ich mit J auf der Kirmes zusammen aus zwei Strohhalmen an einer Cola nuckelte. Oder wie ich ganz aufgeregt zu C rüberrannte und ich ihr ganz aufgeregt erzählte: "Du musst schnell rüber kommen. Wir haben jetzt einen Hund!"

Ich denk z. B. auch an die Gespräche mit K. Wir schweben nicht gänzlich auf einer Wellenlänge, aber trotzdem verstehen mich wenige Leute so gut. Das weiß K aber nicht. Das ist auch gut so, denke ich. Da freu ich mich, wenn ich dann sowas höre wie

"Die anderen denken dann immer ich spinn. Aber du verstehst immer, was ich meine.."

Das sagt sie ohne sentimental zu werden. Und darum find ich das so glaubwürdig. Solche Worte und Gedanken lege ich dann in so eine Art Schmuckkästchen (ich stell es mir übrigens mit Gold beschlagen vor), das ich immer im Geiste mit mir trage. K hat keine Ahnung, was diese kleinen Worte für mich bedeuten.

Das sind Erinnerungen und Gedanken, die ich dann in dem kleinen Schmuckkästchen recycle, wenn mir gerade frische Gefühle fehlen.

Das ist doch besser als nichts.


Tags: Verwirrung Angst Mut Hoffnung Trotz
2 Antworten

Kommentare

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    Leben aufm Dorf ist schon blöd, nech?

    01.05.2012, 19:53 von Surecamp
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    Das ist gar nicht sooo schlecht, nach dem zweiten Lesen bin ich sicher, da ist noch mehr... Lass es raus!

    01.05.2012, 09:53 von Mrs.McH
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