früh am morgen.
Altbekannte Schwere lastet auf meinen Schultern. Wie gewohnt drückt mein Kopf als würde er gleich platzen.
Ein kalter, nasser Waschlappen der mit herrlicher Wucht auf meinen Schädel klatscht sortiert meinen Gedankengang halbwegs. „Danke Mama“.
Nach 2 Umdrehungen und einem schmerzhaften Fall aus dem Bett später, bin ich dann auch schon wach. Dem Spiegel wird vorerst lieber kein Blick geschenkt.
Schnell liegt das viel zu große Schlafshirt auf der Erde und ich zusammengeknautscht, unten in der Dusche. Ich schließe die Augen und genieße das Prasseln auf der nackten Haut.
Jedes Mal, wenn ich in der kleinen, engen Dusche am Boden liege versuche ich mich in eine andere Umgebung hinein zu versetzen. Es klappt nicht. Könnte an der Tatsache liegen, dass jedes mal, wenn ich im Bad bin, das Radio an ist. Vertreibt so schön die Stille, die Angst vor der Stille. In solchen einsamen, stillen Momenten kann mich jedes noch so kleine Knacken in eine Starre versetzen. Ich schwebe mit meinen Gedanken im Wasserdampf.
Raus aus der Dusche und dem verfluchten Bad, in dem es nach absolut unertragbarem Deo riecht.
Nach dauerhaftem Suchen einer Haarspange finde ich nun mein eigentlich verschollenes Mathebuch. Jetzt sind auch meine Haare trocken.
Ich renne, falle die Treppe runter. Stopfe mir noch schnell ein Brötchen in den Mund, dessen Geschmack, dank den Zahnpastaüberresten, sofort verdorben ist. Herrlich. Tür auf, ich raus. Wow, schon wieder duschen. Ach wie toll. Ich renne zum Bus, steige ein und übergebe mich.
Wird bestimmt ein toller Tag.




Kommentare
toller text!
03.01.2009, 22:46 von GinoCazinogefällt mir sehr gut.
duschen kann so schön sein.
ich weiß genau, was du mit dem genießen des prasselns auf der haut meinst.
ie dusche ist der einzige ort, wo ich alles hinter mich lassen kann...